Die ZSC Lions als Krisenhelfer

2:0, 4:2 und dann doch 4:5 in Overtime – die Zürcher verlieren gegen Gottéron spektakulär.

Die Zürcher haben das Nachsehen: Julien Sprunger erzielt in der Verlängerung das 5:4 für Fribourg. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Die Zürcher haben das Nachsehen: Julien Sprunger erzielt in der Verlängerung das 5:4 für Fribourg. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

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Es war Larry Huras nicht so einfach ­gefallen, das Feuer des Freiburger Drachens wieder zu entfachen. Die ersten zwei Spiele nach dem Trainerwechsel gingen verloren, die Mannschaft konnte ihre Verunsicherung auch unter dem neuen Chef nicht gleich abstreifen.

Doch dann kamen die ZSC Lions, die Gottéron an der Saane schon manch wunderbaren Sieg beschert hatten. Und auch diesmal enttäuschten sie die Freiburger nicht. Wobei angemerkt werden muss, dass sie sich diesmal eine besondere Dramaturgie ausgedacht hatten. Sie führten schnell 2:0, später einmal 4:2, ehe sie Gottéron den Sieg noch schenkten. Zur grossen Figur durfte dabei Sprunger werden, der 78 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit ausglich und in der Overtime zum 5:4 traf.

Gottérons hoher Rhythmus

Die letzten beiden Tore, die den Abend in Freiburger Glückseligkeit münden liessen, entstanden beide dem gleichen Zusammenspiel: Cervenka bediente Sprunger, der am Schluss sogar einen Hattrick bejubeln konnte. Der Tscheche, der Gottéron während des World Cup schmerzlich fehlte, zeigt ­immer mehr, wie wichtig er für diese Mannschaft werden kann. Schon in ­Kosice hatte er, der sich durch grosse Übersicht auszeichnet, das 1:1 erzielt. Und um den Wert Sprungers für die Freiburger weiss man ja schon lange.

Vielleicht war dieser Match gegen den hochdotierten Gegner aus Zürich ja die Trendwende nach einem völlig verpatzten Monat. Der Rhythmus jedenfalls, den Gottéron über den ganzen Abend anschlug, war eindrücklich. Und das, obschon Huras nur drei Center und elf Stürmer zur Verfügung hatte, dafür von Martigny noch Tristan Vauclair holen musste.

Man darf allerdings auch erwähnen, dass sich die ZSC Lions erstaunlich stümperhaft um ihre Vorteile brachten. «Wir schossen uns in den Fuss», sagte Headcoach Hans Wallson kopfschüttelnd. ­Bevor er sich den Journalisten stellte, musste er noch einige Dinge notieren. Der Schwede ist immer noch daran, seine Mannschaft kennenzulernen. In Freiburg dürften sich ihm einige neue Facetten eröffnet haben. «Wir begannen so, wie wir uns das vorgestellt hatten und gingen schnell 2:0 in Führung», resümierte Wallson. «Doch danach nahmen wir zu viele dumme Strafen und brachten uns so um den Rhythmus.»

Die fatale Bullyschwäche

Gottéron war fortan die spielbestimmende Mannschaft, doch dank guter Effizienz in der Offensive verstanden es die Zürcher, sich lange einen Vorsprung zu bewahren. Der fleissige Shannon (37.) schoss inmitten einer Freiburger Druckphase das 3:1, Rundblad mit einer Direktabnahme im Powerplay das 4:2 (43.). Doch ein Puckverlust in der eigenen Zone, die Schilt zum dritten Gottéron-Tor nützte, lancierte die Partie nochmals. Und weil die ZSC Lions in der 55. Minute bei zwei Kontern zwei exzellente Gelegenheiten verpassten (Thoresen, Schäppi), die Partie zu entscheiden, kippte sie noch.

Entscheidend war, dass die Zürcher, als Huras Goalie Conz durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatte, in der eigenen Zone dreimal nacheinander ein Bully verloren, bis schliesslich Sprunger das umjubelte 4:4 gelang. «Solche Details wie Bullys sind wichtig», sagte Wallson. Es könnte einer der Punkte gewesen sein, die er sich aufgeschrieben hatte.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.10.2016, 23:05 Uhr

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50. Runde

25.02.HC Lugano - ZSC Lions3 : 2
25.02.Geneve-Servette HC - EHC Kloten2 : 4
25.02.Fribourg-Gottéron - SC Bern4 : 7
25.02.HC Davos - SCL Tigers6 : 2
25.02.HC Ambri Piotta - Lausanne HC3 : 2
25.02.EV Zug - EHC Biel-Bienne4 : 3
Stand: 25.02.2017 22:19

Rangliste

NameSpSU+U-NG:EP
1.SC Bern5031649160:114109
2.ZSC Lions5026987166:115104
3.EV Zug50283613153:12296
4.Lausanne HC50235121154:13980
5.HC Davos50224420152:13578
6.HC Lugano50196421142:15573
7.Geneve-Servette HC501841117135:14073
8.EHC Biel-Bienne50212324146:14070
9.EHC Kloten501451021142:16262
10.SCL Tigers50164327124:15459
11.Fribourg-Gottéron50125231130:17748
12.HC Ambri Piotta5098528113:16448
Stand: 25.02.2017 22:23

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