Bodenmann überfordert mit seinem Hattrick das Publikum

Der Wiedereinstieg in die Meisterschaft wird zur Gala: 7:2 gegen den alten Rivalen Lugano.

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Die nordamerikanische Tradition, einen Hattrick mit dem Werfen von Hüten aufs Eis zu feiern, scheint noch nicht in Zürich angekommen. Nur zwei jugendliche Fans hasteten nach Simon Bodenmanns 7:1 in der 49. Minute nach unten, um ihre Baseballkappen aufs Eis zu schleudern. «Das waren zwei Kollegen von mir», sagte Goalie Lukas Flüeler nach dem Spiel schmunzelnd. Er sorgte dafür, dass sie ihre Hüte wieder bekamen.

Für Bodenmann war es der dritte Hattrick seiner National-League-Karriere. Den ersten feierte er im Kloten-Dress im November 2010 bei einem 5:3 gegen Rapperswil-Jona, den zweiten für den SCB in Zug. Und nun traf er in der zweiten ZSC-Saison also auch erstmals dreimal für die Stadtzürcher. Beim 1:0 in der 5. Minute bezwang er Luganos Ersatzgoalie Müller, der den angeschlagenen Zurkirchen vertrat, mit einem Backhandschuss. Das 5:1 (32.) und das 7:1 (49.) erzielte er auf Vorarbeit Krügers.

Mit Tempo Fehler provozieren

Die Nationalteam-Pause habe ihm gut getan, sagte Bodenmann. Er nützte die drei trainingsfreien Tage für einen Kurztrip nach München mit Kollegen. Und nicht nur er, das ganze Team zeigte sich wieder mit frischem Elan und provozierte mit seinem Tempo immer wieder Puckverluste bei Lugano, das es regelmässig zu Toren nutzte. «Wir wollen die gegnerischen Verteidiger nonstop unter Druck setzen», erklärte Captain Geering. «Und ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es dann sehr schwierig ist, gute Pässe zu spielen.»

Bodenmann schloss mit seinen Saisontoren 9, 10 und 11 zu Pius Suter auf, nur Zugs Grégory Hofmann (13) liegt noch vor ihnen. Der ZSC-Flügel ist mit 31 Jahren auf gutem Weg, seinen besten Wert zu übertreffen: Bei Kloten und beim SCB kam er je einmal auf 17 Tore in der Qualifikation. Der nominell zweite Zürcher Sturm mit Bodenmann, Krüger und Hollenstein kommt immer besser in Fahrt. Zum Kantersieg über Lugano steuerte er vier Tore bei.

So klar, wie es letztlich ausgesehen habe, sei das Spiel aber nicht gewesen, hielt Bodenmann fest. «In der ersten Pause sagte der Trainer, dass Lugano sogar mehr Torchancen gehabt hätte.» Die Zürcher führten da 2:1, bauten ihren Vorsprung bis zur 32. Minute dann aber auf 5:1 aus und zeichneten sich durch eine eindrückliche Effizienz aus: 7 von 23 Schüssen fanden den Weg ins Tor, fast ein Drittel. Es war ein langer Abend für Luganos Müller.

Apropos Goalie: Bei den ZSC Lions kam Joni Ortio zum dritten Spiel in der Meisterschaft, weil Pettersson krank fehlte und Rikard Grönborg der finnischen Nummer 2 möglichst viele Spielgelegenheiten zugestehen möchte. Ortio machte seine Sache erneut gut, hat bisher pro Spiel nur 1,68 Tore zugelassen und 94,3 Prozent der Schüsse abgewehrt.

Luganos Krisensymptome

Bei Lugano zeichnen sich derweil die ersten Symptome einer Krise ab: Die Tessiner verloren zum vierten Mal in Serie. Auch das Debüt des NHL-erfahrenen Verteidigers Paul Postma sorgte nicht gerade für defensive Stabilität. Dass in der Schweiz so rasant gespielt wird, dürfte ihn wohl aber auch überrascht haben.

ZSC Lions - Lugano 7:2 (2:1, 3:0, 2:1) 9411 Zuschauer. - SR Stricker/Mollard, Kaderli/Ambrosetti.–Tore: 5. Bodenmann (Prassl) 1:0. 12. Chris Baltisberger (Blindenbacher/Ausschluss Bertaggia) 2:0. 16. Lammer (Romanenghi, Suri) 2:1. 22. Krüger (Hollenstein, Phil Baltisberger) 3:1. 31. Roe (Suter, Wick) 4:1. 32. Bodenmann (Krüger, Hollenstein) 5:1. 47. Chris Baltisberger (Noreau/Ausschluss Vauclair) 6:1. 49. Bodenmann (Krüger) 7:1. 56. Fazzini (Suri, Klasen/Ausschluss Marti) 7:2.–Strafen: 5mal 2 plus 10 Minuten (Suter) gegen ZSC Lions, 2mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Roe; Klasen. ZSC Lions: Ortio; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher, Brüschweiler; Wick, Roe, Suter; Hollenstein, Krüger, Bodenmann; Diem, Prassl, Sigrist; Chris Baltisberger, Schäppi, Pedretti. Lugano: Müller; Postma, Chorney; Chiesa, Riva; Loeffel, Vauclair; Jecker, Wellinger; Fazzini, Lajunen, Klasen; Bürgler, Sannitz, Bertaggia; Lammer, Romanenghi, Suri; Vedova, Haussener, Jörg. Bemerkungen: ZSC Lions ohne Pettersson (krank) und Simic (verletzt), Lugano ohne Morini, Walker und Zangger (alle verletzt). - Schweigeminute für den mit 84 Jahren verstorbenen Charly Schlott (legendärer ZSC-Speaker). - Pfosten: 6. Suri.

Fribourg-Gottéron - Genève-Servette 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) n.V. 5755 Zuschauer. - SR Tscherrig/Wiegand, Obwegeser/Wolf.–Tore: 18. Desharnais (Sprunger) 1:0. 38. Tömmernes (Wingels/Ausschluss Rossi) 1:1. 64. (63:359 Sprunger (Mottet) 2:1. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 4mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Gunderson; Wingels. Fribourg-Gottéron: Berra; Stalder, Chavaillaz; Marti, Gunderson; Schneeberger, Abplanalp; Furrer, Kamerzin; Sprunger, Walser, Vauclair; Mottet, Desharnais, Brodin; Rossi, Schmid, Stalberg; Lhotak, Schmutz, Lauper. Genève-Servette: Mayer; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Maurer; Mercier, Le Coultre; Völlmin; Wingels, Richard, Rod; Kast, Fehr, Winnik; Maillard, Smirnovs, Miranda; Douay, Berthon, Bozon; Riat. Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Bykow, Forrer und Marchon, Genève-Servette ohne Descloux, Fritsche, Tanner, Wick (alle verletzt) und Charlin (krank).

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Erstellt: 12.11.2019, 22:21 Uhr

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