Ein Spiegelbild der harzigen Saison

Kloten zeigt im 50. Qualifikationsspiel erneut wenig Struktur und unterliegt Langnau nach einer 3:2-Führung noch 3:4.

Denis Hollenstein ist einer der vielen, die Kloten Ende Saison verlassen werden.

Denis Hollenstein ist einer der vielen, die Kloten Ende Saison verlassen werden. Bild: PPR

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Mit einem 0:3 zu Hause gegen Biel begann Kloten die Saison 2017/18, mit einer 3:4-Heimniederlage gegen Langnau beendete der dienstälteste Club der National League die Qualifikation auf Platz 12. Erwähnenswertes von Spiel 50: Mit Reto Kobach (38/EHC Winterthur) kam ein Verteidiger nach drei Saisons in der NLB zu seinem NLA-Comeback.

Neun Siege nach 60 Minuten, sechs nach Verlängerung oder Penaltyschiessen und acht Punkte aus acht verlorenen Überzeitpartien sind die schwache Ausbeute Klotens. Am Samstag in Ambri beginnt die Klassierungsrunde, die der EHC mit einem Zehnpunkterückstand auf die Leventiner in Angriff nimmt – Rang 11 ist weit, weit weg. Bei Saisonstart hatte Kloten Struktur, aber keine Ausländer; nun sind fünf Ausländer da, aber von Struktur oder gar Selbstvertrauen ist wenig zu sehen. Die wichtigsten Daten und Fakten einer missglückten Qualifikation:

Die grössten Fehler wurden vor dem Start gemacht. Am 5. September lässt der Präsident mit einer weiteren unbesonnenen Aussage aufhorchen: «Nächste Saison treten wir ohne Ausländer an», erklärt Hans-Ueli Lehmann, dessen einziges Ziel Sparen heisst. Das ist das Zeichen für alle Spieler, die im Sport etwas erreichen wollen: Andere Arbeitgeber suchen! Tommi Santala wird im Training von einem Puck im Gesicht getroffen. Mit einem Kieferbruch fällt er lange aus, Vincent Praplan weilt im Rookie-Camp von San José. Kloten beginnt mit nur zwei Ausländern.

Ans Tabellenende gespart

Am 23. September erreicht der EHC im siebten Saisonmatch mit einem 4:0 über Langnau den ersten Sieg. Offensiv geht zu wenig, die Qualität fehlt. Der Club verliert weiter, er wurde ans Tabellenende gespart, eine Entlassung des Trainers als nächste Massnahme lässt sich absehen. Sie wird am 16. Oktober, nach nur 6 Punkten aus 13 Partien, Tatsache. Pekka Tirkkonen und Sportchef Pascal Müller müssen gehen. Am 24. Oktober darf erstmals in dieser Saison ein Coach auf Tommi Santala zählen. Der Finne erzielt den Siegtreffer gegen Zug. Am nächsten Tag leitet Kevin Schläpfer zum ersten Mal ein Kloten-Training.

Am 19. November nimmt Denis Hollenstein zum Gerücht Stellung, er wechsle nach Zürich: «Ich habe auf jeden Fall vor, in Kloten zu bleiben.» Am 27. November wird sein Transfer mit einem Fünfjahresvertrag zu den ZSC Lions offiziell.

Mitte Dezember sagt Lehmann: «Ein Abstieg wäre eine Katastrophe, dann muss man aufhören.» Einem 5:1 im Derby gegen die ZSC Lions im Hallenstadion folgt ein 1:4 gegen Langnau. Des Präsidenten Ansprache am abendlichen Weihnachtsessen kam nicht bei allen als gelungene Einstimmung auf besinnliche Festtage und sportliche Grosstaten an.

22. Dezember 2017: Die Verpflichtung eines vierten Ausländers (Spencer Abbott) wird über den Stadionlautsprecher bekannt gegeben. Während des Spengler-Cups wird bekannt, dass mit Peter Lüthi der Verantwortliche für die Young Flyers zurücktritt und dass CEO Matthias Berner die Kündigung eingereicht hat. Ende Januar kommt mit Kevin Poulin ein kanadischer Goalie.

Ebenfalls Ende Januar muss Patrick von Gunten wegen Rückenbeschwerden seine Karriere per sofort beenden. Platz 11 rückt immer weiter weg. Anfang März unterschreibt Vincent Praplan bei den San José Sharks. Er ist der letzte von viel zu vielen Abgängen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.03.2018, 23:32 Uhr

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