Ein Teenager weckt Hoffnungen im Schweizer Eishockey

Denis Malgin ist erst 16, spielte aber schon für die Schweizer U-18-Auswahl an der WM in Russland. Der Mittelstürmer gilt als grosses Talent.

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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, pflegt der Volksmund zu sagen, wenn Kinder in die Fussstapfen des Vaters treten. Für Denis Malgin trifft diese Formulierung treffend zu. Der erst 16-jährige Eishockeyaner, Stürmer der Schweizer U-18-Nationalmannschaft, ist der Sohn von Albert Alexandrowitsch Malgin. Papa Malgin lebte in Russland, emigrierte später in die Schweiz und war in den 90er-Jahren Topskorer von mehreren NLB-Clubs. Heute betreut er als Cheftrainer das zweitklassige HC Red Ice Martigny. Dort stürmt auch sein älterer Sohn Dimitri (25). Man darf also getrost behaupten: Die aus dem russischen Perm stammenden Malgins haben das Eishockey im Blut – wie so viele Landsleute auch.

Denis Malgin, der wie seine Familienmitglieder russisch-schweizerischer Doppelbürger ist, trägt nicht die Farben des Walliser NLB-Vereins. Er stürmt für die grosse Juniorenabteilung der GCK Lions, und zwar auf der gleichen Position, die der Vater schon einnahm – als Center. Weil Denis ausserordentlich talentiert ist, darf er schon in der ältesten Juniorenkategorie ran. Obwohl im Januar gerade 16 geworden, gehörte er zum Schweizer Team bei der U-18-WM im russischen Sotschi. Das erstaunliche an der Nomination für die WM ist, dass der talentierte Center nur 173 Zentimeter gross und 73 Kilogramm schwer ist – kein Schwergewicht also.

Dennoch konnte er sich gegen die älteren und robusteren Junioren behaupten. Malgin erzielte in der Gruppenphase beim wichtigen 3:0-Sieg gegen Deutschland einen Treffer und gab einen Assist. Bei der 1:10-Kanterniederlage gegen die starken Kanadier schoss er den Ehrentreffer. Nach dem 0:6 gegen Schweden und dem 4:1-Erfolg gegen die Slowaken qualifizierten sich die von Manuele Celio betreuten Schweizer für die Viertelfinals, die aber nach dem gestrigen 4:7 gegen die Finnen Endstation bedeuteten. Mit dem Einzug unter die Top Acht schafften Celios Junioren ihr primäres Ziel, für den grossen Coup fehlte am Ende die Kraft.

«Der beste Stürmer seines Jahrgangs»

Malgin zählte zu den jüngsten Spielern des Turniers im Olympiaort von 2014, das auch eine grosse Talentschau für die Vielzahl von Scouts ist. «Mein Traum ist es, einmal in der NHL zu spielen. Aber ich muss Schritt für Schritt nehmen», erklärte der Mittelstürmer in einem Interview auf der Homepage des Internationalen Eishockey-Verbandes IIHF vorsichtig. Weil er neben Deutsch auch fliessend Russisch spricht, war er für die gesamte Schweizer Delegation in der Stadt am Schwarzen Meer Gold wert.

Der Doppelbürger beeindruckt aber auch wegen seiner Qualitäten auf dem Eis. Der Zürcher NHL-Scout Thomas Roost war an der U-18-WM vor Ort und sagt über den Mittelstürmer: «Denis ist ein smarter Spielmacher mit dem Blick für die Mitspieler. Er hat exzellente Hände und spielt genaue Pässe, die oft einer kleinen Körpertäuschung folgen. Er ist technisch sehr stark und ein seidenweicher Schlittschuhläufer. Er ist zweifellos ein grosses Talent, für mich zurzeit der beste Schweizer Stürmer mit Jahrgang 1997.» Der Eishockey-Experte verliert aber den Blick für die Realität nicht. «Wenn sich Denis im Männereishockey durchsetzen will, dann muss er grösser und kräftiger werden», mahnt Roost. Bei einem Burschen, der erst 16 ist, sind Verbesserungen in physischer Hinsicht durchaus machbar – sofern das Talent die Bereitschaft zeigt, den Kraftraum zu seiner engeren Heimat zu machen.

Ein Kanadier namens McDavid

Malgin junior hat gemäss Roost an seiner ersten richtigen WM einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Der Weg zu einem Superstar im Eishockey ist aber noch weit. Das gilt für alle Schweizer Junioren, die trotz zwei hohen Niederlagen gegen Schweden und Kanada aufopferungsvoll in Sotschi kämpften. Bei den Kanadiern spielt mit Connor McDavid ein 16-Jähriger, der bereits eine Schlüsselrolle im Team einnimmt und beim 6:0-Sieg gegen die Schweden einen Hattrick erzielte. Nicht nur Roost, auch die anderen 150 Scouts in Sotschi sind begeistert vom 180 Zentimeter grossen und 77 Kilogramm schweren Jugendlichen aus Newmarket in der Provinz Ontario. Roost: «Für mich ist Connor McDavid das grösste Talent seit Sidney Crosby.»

Die Latte für Denis Malgin und seine Schweizer Teamkollegen ist also hoch, sehr hoch sogar. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.04.2013, 14:11 Uhr

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