Ein guter und ein schlechter Berner Eishockey-Abend

Der SC Bern gewinnt gegen Servette erst nach Verlängerung. Die SCL Tigers gehen gegen Lausanne unter.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der SC Bern holte bei Genève-Servette im letzten Drittel ein 1:4 auf und siegte 5:4 nach Verlängerung. Matchwinner war Calle Andersson mit je zwei Toren und Assists.

Nach 34 Minuten und dem 4:1 für Servette durch Daniel Winnik deutete nichts auf einen Sieg der Gäste hin. Der Berner Trainer Kari Jalonen reagierte und ersetzte den unglücklichen Goalie Leonardo Genoni durch Pascal Caminada, der einige wichtige Paraden zeigte, die letzte kurz vor dem 5:4 von Mark Arcobello 29 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung, als er gegen Winnik rettete.

Die grosse Figur des SCB war aber Calle Andersson. Der schwedische Verteidiger mit Schweizer Lizenz hatte bei den letzten vier Toren seines Teams seinen Stock im Spiel. Das 2:4 im Powerplay (46.) und 4:4 (57.) schoss er selber, wobei der Ausgleich ein äusserst kurioser Treffer war. Das erste Tor der Gäste zum 1:2 (12.) hatte Grégory Sciaroni erzielt. Für den im vergangenen Sommer von Davos zum SCB gewechselte war erstmals in der laufenden Meisterschaft erfolgreich.

Für Servette, das nach neun Minuten 2:0 vorne lag, war es nicht nur wegen der klaren Führung eine ärgerliche Niederlage. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit scheiterte Tanner Richard aus bester Position am Pfosten. Das 1:0 (5.) für das nach wie vor beste Heimteam der Liga schoss Tommy Wingels. Der Amerikaner, der wegen Verletzungen erst zum elften Mal für Servette in der Meisterschaft auflief, traf zum achten Mal in den vergangenen fünf Spielen. Dennoch setzte es für die Genfer die erste Niederlage nach vier Siegen und die zweite in den letzten neun Partien ab. Trotzdem verbesserte sich Servette in der Tabelle um eine Position auf den 6. Platz.

Lausanne - SCL Tigers: Ein Abend zum Vergessen für die Tigers

Nach 3 Siegen in den letzten 4 Spielen mussten die SCL Tigers in Lausanne einen Rückschlag einstecken. Die Langnauer gingen mit dem 3. Tabellenplatz vor Augen im Waadtland 0:4 unter. Die SCL Tigers verloren zuerst das Spiel und dann die Nerven. Gleich zwei Langnauer wurden im zweiten Abschnitt beim Stand von 0:3 vorzeitig unter die Dusche geschickt. Claudio Cadonau löste mit einem Check gegen Tim Traber eine Schlägerei aus, in der er schliesslich verprügelt wurde, und Chris DiDomenico kassierte während eines Powerplays gleich zwei schwere Disziplinarstrafen. Für DiDomenico endete erstmals diese Saison eine Partie vorzeitig. Am Freitag gegen die ZSC Lions bei der Rückkehr von Arno Del Curto an die Bande des ZSC darf er wieder mittun.

Nur der Start gelang Langnau halbwegs. Bei einem Pfostenschuss von Benjamin Neukom kamen die Gäste aus dem Emmental dem Führungstor nahe (12.). Unmittelbar vor und nach der ersten Pause lief den Tigers die Partie aber aus dem Ruder. Innerhalb von 111 Sekunden kassierte Langnau in Unterzahl die ersten zwei Gegentore (durch Robin Grossmann und Christophe Bertschy). Nach dem Seitenwechsel gelang Dustin Jeffrey in Unterzahl für Lausanne das mehr als vorentscheidende 3:0.

Das Duell der Torhüter ging klar an Sandro Zurkirchen, der zum ersten Shutout in dieser Saison kam. Damiano Ciaccio – zuletzt brillant – bot den SCL Tigers diesmal weniger Rückhalt als zuletzt. Innerhalb von weniger als sechs Minuten kassierte Ciaccio aus sechs Schüssen drei Gegentore – gleich viele wie in den vorangegangenen vier Partien zusammen. Erst einmal, im November 2016 in Langnau, hatten die SCL Tigers gegen Lausanne deutlicher verloren (damals 0:5).

Genève-Servette - Bern 4:5 (2:1, 2:0, 0:3, 0:1) n.V.
5751 Zuschauer. - SR Wiegand/Eichmann, Kaderli/Gnemmi.
Tore: 5. Wingels (Richard, Winnik) 1:0. 9. Jacquemet (Almond, Bozon) 2:0. 12. Sciaroni (Bieber, Haas) 2:1. 28. Wick (Almond) 3:1. 34. Winnik (Wick) 4:1. 46. Andersson (Ebbett/Ausschluss Winnik) 4:2. 54. Moser (Andersson, Arcobello/Ausschluss Vukovic) 4:3. 57. Andersson (Almquist) 4:4. 65. (64:31) Arcobello (Andersson, Moser) 4:5.
Strafen: je 4mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Richard; Arcobello.
Genève-Servette: Mayer; Jacquemet, Tömmernes; Vukovic, Dufner; Völlmin, Bezina; Wick, Almond, Rod; Wingels, Richard, Winnik; Skille, Kast, Rubin; Fritsche, Berthon, Bozon.
Bern: Genoni/Caminada (ab 34.); Burren, Almquist; Krueger, Blum; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Ebbett, Arcobello, Moser; Rüfenacht, Mursak, Kämpf; Sciaroni, Haas, Bieber; Grassi, Heim, Berger.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Antonietti, Bouma, Douay, Fransson, Martinsson, Mercier, Romy und Simek. Bern ohne Untersander (alle verletzt), Scherwey (gesperrt) und Boychuk (überzähliger Ausländer). - Pfosten-/Lattenschüsse: 25. Kast, 60. Richard, 65. Haas. - Timeout Servette (57.).

Lausanne - SCL Tigers 4:0 (2:0, 2:0, 0:0)
5989 Zuschauer. - SR Lemelin/Tscherrig, Altmann/Kovacs.
Tore: 17. Grossmann (Jeffrey, Herren/Ausschluss Kuonen) 1:0. 18. Bertschy (Herren/Ausschluss Erni) 2:0. 23. Jeffrey (Ausschluss Nodari!) 3:0. 40. (39:49) Emmerton (Vermin) 4:0.
Strafen: 7mal 2 plus 5 (Traber) plus 10 Minuten (Lindbohm) plus Spieldauer (Traber) gegen Lausanne, 9mal 2 plus 5 (Cadonau) plus 10 Minuten (DiDomenico) plus 2mal Spieldauer (Cadonau, DiDomenico) gegen SCL Tigers.
PostFinance-Topskorer: Jeffrey; DiDomenico.
Lausanne: Zurkirchen; Trutmann, Grossmann; Lindbohm, Frick; Nodari, Genazzi; Borlat; Vermin, Jeffrey, Bertschy; Leone, Emmerton, Kenins; Moy, Froidevaux, Zangger; Antonietti, In-Albon, Herren; Traber.
SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Gerber, Kindschi; Elo, Gagnon, Dostoinow; Kuonen, Pascal Berger, Pesonen; DiDomenico, Gustafsson, Neukom; Randegger, Diem, Rüegsegger.
Bemerkungen: Lausanne ohne Boltshauser, Junland, Mitchell und Simic, SCL Tigers ohne Blaser, Johansson, Punnenovs (alle verletzt) und Nils Berger (krank). - Pfostenschuss Neukom (12.). (sda)

Erstellt: 15.01.2019, 22:45 Uhr

Artikel zum Thema

Lugano hat gegen den ZSC erneut das Nachsehen

Arno Del Curto galt auch als Kronfavorit für die mögliche Nachfolge von Greg Ireland in Lugano. Doch die ZSC Lions waren schneller. Mehr...

Nachlässiger ZSC ermöglicht Davos späten Sieg

Die ZSC Lions führten gegen Davos während mehr als 40 Minuten, verloren im ausverkauften Hallenstadion am Ende aber mit 1:2 nach Verlängerung. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Sweet Home Ein Wochenende wie in Paris

Beruf + Berufung «Mitarbeiter sind nicht einfach Kostenstellen»

Die Welt in Bildern

Zeigen Flagge: Luftaufnahme der Flaggen-Zeremonie für die Olympischen Jugendspiele, die 2020 in Lausanne stattfinden werden. (19. September 2019)
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...