Eine stehende Ovation als Lohn

Die ZSC Lions gewinnen mit dem 7:4 in der Finalrevanche gegen Lugano drei wichtige Punkte im Kampf um einen Platz im Playoff.

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Plötzlich gerät sogar der Speaker der ZSC Lions in Zeitnot. Der Mann steht nicht im Verdacht, besonders langsam zu reden. Als er aber den fünften Zürcher Treffer verkünden will, skoren die Lions schon wieder. Victor Backman und Fredrik Pettersson heissen die Torschützen innert 27 Sekunden, und weil der Speaker das dann auch noch in perfektem Italienisch übermittelt, schmerzt dies alle Lugano-Supporter noch etwas mehr.

Mit dem 6:3 ist die Partie faktisch archiviert, Grégory Hofmanns zweites Tor hat nur noch kosmetischen Charakter und wird durch einen Treffer ins leere Tor durch Denis Hollenstein wieder gekontert. Lohn für den verdienten Zürcher Sieg ist eine Standing Ovation. «Es wurde Zeit, dass wir auch ein schönes Spiel für die Fans gezeigt haben», sagte Chris Baltisberger, «sie haben es nicht immer einfach mit uns. Sie haben uns aber einmal mehr Schwung gegeben.»

Am Anfang hatte es nicht nach einem triumphalen Epilog ausgesehen. Die Zürcher leisteten sich einmal mehr einen klassischen Fehlstart, nach Treffern durch Grégory Hofmann (5.) und Romain Loeffel (9.) stand das frühe Zweitore-Defizit fest. Hätte Luca Fazzini wenig später nicht freistehend über den Puck geschlagen, wären die ersten ­Unmutsbezeugungen wohl zu einem ausgewachsenen Pfeifkonzert angewachsen.

«Daran müssen wir unbedingt arbeiten», sagte Baltisberger, «im ersten Drittel muss man ein Spiel nicht gewinnen, man kann es aber verlieren. Und es wäre besser, wenn wir die Energie anderweitig einsetzen würden.»

Herzogs späte Premiere

Statt als Held stand Luganos ­Fazzini Mitte des zweiten Drittels als unfreiwilliges Sinnbild für die Wende da. Beim Stand von 2:2 nahm die Nummer 17 in der Offensivzone eine unnötige ­Strafe, und weil aus der gleichen Szene schon eine Strafe gegen Stefan Ulmer angezeigt war, kamen die Lions zu zwei Minuten doppelter Überzahl. Sie bedankten sich mit zwei Toren höflich für das verspätete Weihnachtsgeschenk. Baltisberger traf zur erstmaligen Führung und eine Zeigerumdrehung später jubelte Simon Bodenmann nach perfekter Vorlage von Hollenstein.

Baltisberger hatte auch das 2:2 vorbereitet, ein Tor mit Seltenheitswert. Es war im 24. Einsatz das erste Saisontor von Fabrice Herzog. Der Stürmer, den es nach Davos zieht, hatte seit seinem Hattrick im Playoff-Halbfinal gegen Bern am 2. April auf ein Erfolgserlebnis gewartet.

Der Erfolg war weniger glamourös als das 2:0 im siebten Spiel des Playoff-Finals Ende April in Lugano. Aufgrund der aktuellen Situation, in der beide Teams sich befinden, war er aber nicht viel weniger wichtig. Die Lions haben die Luganesi nun um sechs Punkte distanziert: ein wertvolles Polster vor den nächsten Runden und auch der Revanche vom Freitag.

Irelands Frust und Drohung

In der Resega steht dann besonders Lugano unter Druck, inklusive Trainer Greg Ireland, der nach nunmehr drei Niederlagen mit total 17 Gegentreffern immer stärker in die Kritik geraten ist. «Wir haben ein sehr gutes erstes Drittel gezeigt, waren dann aber einmal mehr nicht leidenschaftlich genug und haben ihnen das Leben erleichtert», sagte der Trainer.

Sichtlich sauer, kündigte er mögliche personelle Konsequenzen an: «Ich muss mit Sportchef Roland Habisreutinger zusammensitzen. Vielleicht müssen wir einmal wirklich nur mit jenen Spielern antreten, die bereit sind, immer alles zu geben.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.01.2019, 23:15 Uhr

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