Endzeitstimmung in Gelb-Rot

Die Lakers unterlagen den SCL Tigers 3:4 nach Verlängerung. Nur eine Niederlage trennt sie noch vom Abstieg.

Erfolgsturnen für die Langnauer: Nur noch ein Sieg fehlt zur Rückkehr in die National League A.<br />Foto: Walter Bieri (Keystone))

Erfolgsturnen für die Langnauer: Nur noch ein Sieg fehlt zur Rückkehr in die National League A.
Foto: Walter Bieri (Keystone))

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Mit neun Cars waren sie gekommen, schwenkten Kuhglocken und tauchten eine ganze Stadionecke in Gelb. «Ohne Langnau wäre hier nichts los», intonierten die Emmentaler Fans im Schluss­drittel, und es wirkte wie ein Abgesang auf 21 Jahre Rapperswiler NLA-Zugehörigkeit. Weil den Lakers spät noch ihre ersten Powerplay-Tore dieser Ligaqualifikation gelangen, mussten sich die Gäste etwas gedulden, bis sie ihrer Freude freien Lauf lassen konnten. Dann ent­fesselte ­Gustafsson in der Verlängerung einen Sturm im gelb-roten Fahnenmeer.

Die Mehrheit im Stadion empfand anders. Einzelne Ultras absolvierten nach dem 3:4 eine halbe Stadionrunde, um Handgreiflichkeiten mit Tigers-Fans auszutauschen. Und überall verharrten kleine Grüppchen auf den Tribünen, als schon lange kein Spieler mehr zu sehen war. 0:3 liegen die Lakers gegen die SCL Tigers zurück. Falls Spiel 4 in Langnau am Donnerstag verloren geht, war dieses 3:4 am Ostermontag bis auf Weiteres die letzte NLA-Partie in Rapperswil-Jona.

Die dritte Niederlage war wie eine ­Mischung der ersten zwei. Von Spiel 1 hatte sie den dominanten Start, die 1:0-Führung sowie die völlige Verun­sicherung nach dem ersten Gegentor. Von Spiel 2 hatte sie das Resultat samt spätem Ausgleich. Am Samstag hatte Fransson 8 Sekunden vor Ende des dritten ­Abschnitts das 3:3 geschossen, gestern gelang es Johansson 21 Sekunden vor der letzten Sirene.

Zeiter darf reden

Und gleich wie am Samstag war auch, dass die Langnauer sich durch den späten Ausgleich nicht im Geringsten beeindruckt zeigten. Keine vier Minuten Verlängerung brauchte diesmal Gustafsson bis zum Siegtreffer.

«Der einzige Vorwurf, den ich der Mannschaft machen kann, ist der, dass sie es nicht schaffte, das Momentum zu nutzen», sagte Zeiter nach seinem zweiten Auftritt als Cheftrainer in der NLA. Tatsächlich: Zeiter sprach – mit dem Segen der Clubführung, wie er versicherte. Die hatte letzten Mittwoch für die Dauer der Ligaqualifikation eigentlich einen Medienboykott verhängt.

Zeiter wirkte gezeichnet. Er lobte, wie sein Team nie aufgegeben und sich dank der Tore von Weisskopf (56.) und Johansson (60.) zurückgekämpft habe. Er monierte leichtfertige Strafen. Er sprach vom «unglücklichen Tor», das Goalie Wolf zum 1:2 kassiert hatte (35.).

Es war der Moment, in dem das Spiel ein erstes Mal auf die Seite der SCL Tigers kippte: Der bis dahin überragende Wolf liess einen Verlegenheitsschuss von Verteidiger Müller aus seiner Fanghand ins eigene Tor fallen. Sekunden vor der zweiten Pause kassierte er noch das 1:3, danach wurde er ausgewechselt.

In der Folge herrschte fast nur noch bei den Emmentaler Fans Jubelstimmung. Die Anhänger des Heimteams verstummten, auf der Pressetribüne begann ein langjähriger Berichterstatter bereits, Erinnerungsfotos seiner Berufskollegen zu machen. Es fühlte sich nach Abschied an. Das späte Auflodern blieb ein Strohfeuer.Erneut wurde die Aufholjagd nicht mit einem Sieg belohnt. «Das ist zu ­diesem Zeitpunkt der Saison nicht gut», wusste Zeiter. Ehe er präzisierte: «Das ist eine Katastrophe.»

Aussprache mit den Fans

Der 40-Jährige fand deutliche Worte. «Im Sport gibt es Wunder, und wenn wir jetzt vier Spiele hintereinander gewinnen, wäre das ein Wunder», umschrieb der Coach die Situation. Er sprach vom «Glauben, der bei mir immer sehr gross ist», und kündigte für heute Dienstag ausführliche Gespräche an

Gesprochen wurde aber auch gestern schon. Nachdem aufgebrachte Fans ­Zugang zu den Garderoben gesucht hatten – «Kommt raus!», forderten sie mehrfach in aufgebrachtem Ton –, gab es eine Aussprache zwischen Mannschaft und Fans, die offenbar positiv ­verlief. Am Ende gab es gar Applaus. Von der Clubführung war allerdings bloss ein einziger Verwaltungsrat an­wesend. Die übrigen Verantwortlichen blieben ihrem Schweigegebot treu.

Erstellt: 07.04.2015, 00:07 Uhr

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