Fehlstart in die Trostlosigkeit

Beim 2:5 in Davos waren die Klotener nicht bereit und nicht fähig zu reagieren.

Wieder geschlagen: Der starke Kloten-Goalie Melvin Nyffeler erlebt das 2:4 von unten.

Wieder geschlagen: Der starke Kloten-Goalie Melvin Nyffeler erlebt das 2:4 von unten. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

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Als Trainer Pekka Tirkkonen am Montag ankündigte, sowohl Martin Gerber wie Melvin Nyffeler würden bei den drei Spielen diese Woche das Tor hüten, lag die Vermutung nahe, dass die beiden sich am Wochenende die Arbeit teilen würden und Routinier Gerber am Dienstag in Davos sein blendende Herbstform würde bestätigen dürfen. Und tatsächlich: Die Zürcher hatten gestern einen starken Rückhalt. Aber der hiess über­raschend Nyffeler. Und konnte am wenigsten dafür, dass es für den EHC ein 2:5 zwischen trist und schmerzhaft wurde.

Das Resultat war nur das eine: Die Davoser zeigten sich im Abschluss kaltblütiger und hätten die Partie ohne die Paraden des 23-Jährigen schon im Startdrittel entscheiden können, ja müssen. Als Lindgren in der 8. Minute statt das offene Tor den Klotener Goalie traf, konnte dieser noch nicht viel dafür. Aber wie er später Simion (12.) und vor allem den finnischen Powerstürmer Ruutu (22.) stoppte, war brillant. Dass es zu diesem Zeitpunkt bloss 1:0 stand, schmeichelte den Unterländern.

Nyffelers Vertrag läuft Ende Monat aus und kann vom Club jeweils um einen Monat verlängert werden. Zwar verläuft die Genesung von Luca Boltshauser, dem neben Gerber zweiten Stammgoalie, plangemäss: Er sollte im Dezember wieder einsatzfähig sein. Doch so, wie Nyffeler gestern auftrat, machte er beste Werbung für ein weiteres Engagement – in Kloten oder sonst halt anderswo.

Und trotz diesem Rückhalt kamen die Gäste nie in die Nähe eines Punktgewinns. «Das erste Drittel war gar nicht gut», gab Stürmer Lemm später zu Protokoll. Und Verteidiger Frick sagte: «Wir waren nicht bereit.» Dann präzisierte er: «Ich war nicht bereit. Das darf nicht passieren.»

Fricks Abend zum Vergessen

Für Klotens produktivsten Schweizer Abwehrspieler war es ein Abend zum Vergessen. Bei den ersten drei Davoser Toren war er auf dem Eis und konnte mal weniger, mal mehr dafür – er stand zu weit vom Gegenspieler weg, er spedierte den Puck nicht weg. Und Marc Wiesers 3:1, das den zwischenzeitlichen Klotener Schwung im Mitteldrittel ­wieder bremste (33.), will er sich noch mal im Video ansehen. «Das Spiel ist an mir vorbeigelaufen», gab der 22-Jährige unumwunden zu.

Er war nicht der Einzige Klotener, für den das galt. Der erste Sturm, der tor­gefährlichste der ganzen Liga, trat un­gewohnt stumpf und zu wenig zielstrebig auf. Und auf das aufrüttelndste Ereignis dieses missglückten Auftritts in den Bündner Bergen hätte der EHC gut verzichten können: Der Amerikaner Sanguinetti blieb im Schlussdrittel bei vollem Tempo mit dem Ellbogen in der offenen Davoser Bandentür hängen und verabschiedete sich mit schmerzverzerrtem Gesicht Richtung Garderobe. Dass er später wieder mittun konnte, war etwas vom wenigen Erfreulichen an diesem 2:5.

Dazu passte auch die trostlose Kulisse: Mit 3448 Zuschauern besuchten fast 1000 weniger die Vaillant-Arena als im Saisonschnitt – und der ist schon der mit Abstand tiefste der ganzen Liga. Von Spengler-Cup-Atmosphäre war Davos gestern so weit weg wie der EHC Kloten von einem Punktgewinn. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.11.2016, 22:53 Uhr

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