Galaabend auf kleiner Bühne

Die Schweizer Nationalmannschaft bezwingt Russland 8:2 und gewinnt das Vierländerturnier in Visp. Swiss Ice Hockey möchte den Anlass im Wallis etablieren.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sieg am Deutschland-Cup im November, Sieg am Vierländerturnier im Dezember – so liesse es sich aus Schweizer Optik weiterfahren. Erst recht in einer Saison, die für das Nationalteam im Mai mit dem Höhepunkt Heim-WM enden wird.

In Visp überzeugte die Auswahl von Patrick Fischer gegen Norwegen (5:0) und gegen Russland (8:2) mit keckem Spiel, Präsenz und Tempo. Kurz vor Jahresende hatten die Auftritte nichts mit Pflichterfüllung gemein: Bei jedem Spieler war der Wille sicht- und spürbar, sich für einen Platz im WM-Kader aufzudrängen.

Die besten Spieler fehlten

Spielverderber würden aber entgegnen: Norwegen war am Donnerstag ein schwacher Kontrahent. Und beim gestrigen Gegner handelte es sich um eine C-Ausgabe des russischen Nationalteams. Die B-Auswahl bestreitet zurzeit ein Turnier in Moskau. Und die meisten Akteure der besten Version sind in der NHL engagiert.

Dennoch hat der Erfolg seinen Wert, zumal er auf eindrückliche Weise zustande kam und auch bei der Schweiz nicht das bestmögliche Team im Einsatz stand. Neben den in Übersee engagierten Akteuren fehlten Spieler der Champions-League-Teilnehmer Zug, Biel und Lausanne. Die Auftritte haben Fischer aufgezeigt, wie weit der Kreis valabler WM-Spieler mittlerweile ist.

3844 Zuschauer verfolgten die gestrige Gala. Sie wurden verzückt. Tags zuvor hatten 2740 Besucher den Match gegen Norwegen gesehen. Womit die Lonza-Arena halb gefüllt und schlechter besetzt war als zuletzt bei den Partien des lokalen Swiss-League -Clubs im Schnitt. Der finanzielle Abschluss steht noch aus. Patrick Bloch, Geschäftsführer des Verbands, sagt: «Wir sind zufrieden und zuversichtlich, eine gute Basis gelegt zu haben.» Was auch auf die finanzielle Unterstützung des Naming-Partners zurückzuführen ist. «Die Grösse der Halle ist ideal, der Standort Visp ebenfalls. Das Wallis besitzt eine Eishockey-Tradition. Wir möchten das Turnier etablieren.» Angedacht ist vorerst eine Zusammenarbeit bis 2022.

«Wir können den Partnern nicht jede Woche einen Auftritt unseres Teams in der Heimat bieten, wie das bei den Clubs der Fall ist.»Patrick Bloch, Geschäftsführer von Swiss Ice Hockey

Dorn im Auge hier, wichtige Plattform da

Nur weiss auch Bloch, dass der Event bei den Clubs auf wenig Gegenliebe stösst. Einige Vertreter möchten den Dezember-Zusammenzug streichen, was kein Thema ist, weil der Weltverband dieses Datum als Länderspieltermin schützt. Bloch sagt: «Im Dezember sind die Zuschauerzahlen in der Meisterschaft traditionell hoch. Den Clubs entgehen Einnahmen. Aber für den Verband ist die Plattform sehr wichtig. Wir können den Partnern nicht jede Woche einen Auftritt unseres Teams in der Heimat bieten, wie das bei den Clubs der Fall ist. Zudem schätzen es die Spieler, aus dem Alltag auszubrechen, ein anderes Trainergesicht zu sehen, das Nationalmannschafts-Feeling zu spüren.»

Um ein Vielfaches grösser wird die Plattform im Mai sein. In Visp konnte die Schweiz im kleinen Rahmen Werbung für die Heim-WM betreiben. Hinsichtlich des Saisonhöhepunkts existiert punkto Zuschaueraufkommen noch Luft nach oben. Stand heute sind drei Partien ausverkauft. Es handelt sich um die Schweizer Gruppenspiele gegen Finnland, die USA und Russland – Russland A, versteht sich.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Erstellt: 13.12.2019, 22:09 Uhr

Artikel zum Thema

Leichtes Spiel für die Schweiz – im Final warten die Russen

Die Nationalmannschaft bekundet am Heimturnier in Visp mit Norwegen keine Mühe und gewinnt 5:0. Mehr...

Bozon wirft Steine im Glashaus

Der Stürmer Servettes findet die Sperre gegen Maxim Noreau zu kurz. Der ZSC-Verteidiger schlägt verbal zurück. Was sagt uns das? Mehr...

Gewalt war eine Taktik und Einschüchterung allgegenwärtig

Kolumne Die Enthüllungen über Machtmissbrauch zwingen uns, das eigene Verhalten zu hinterfragen. Dabei sind wir alle Kinder einer Kultur, die Gewinnen über alles stellt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen: Menschen in «Txatxus»-Kostümen nehmen am traditionellen ländlichen Karneval in Lantz, Nordspanien, teil. (24. Februar 2020)
(Bild: Villar Lopez) Mehr...