«Gedanken, die einem Goalie nicht guttun»

Flyers-Goalie Jonas Müller spricht über Kritik an seiner Person und über die Gerüchte, dass sich Sean Simpson nach anderen Goalies umsehe.

«So ist das Business»: Goalie Jonas Müller (19. September 2014)

«So ist das Business»: Goalie Jonas Müller (19. September 2014) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Jonas Müller, seit dem 2. Dezember und der Ellbogenverletzung von Stammgoalie Martin Gerber die Nummer 1 der Kloten Flyers, erlebte ein Wochenende der Kontraste. Beim 3:4 am Samstag gegen Fribourg sah der 30-Jährige bei den Gegentreffern schlecht aus und trug dazu bei, dass eine starke Teamleistung nicht besser belohnt wurde. Am Sonntag beim 3:2 gegen die Lakers legte er mit einer tadellosen Partie den Grundstein zum Sieg, dank dem Klotens Rückstand auf die Playoff-Plätze auf 4 Punkte schrumpfte.

Gegen die Lakers blieben Sie bis zur 57. Minute ungeschlagen. Trauern Sie dem entgangenen Shutout nach?
Ein Shutout wäre gut gewesen, aber was für uns jetzt zählt, sind die Punkte. Wir lagen 2:0 vorne, hatten das Spiel ziemlich gut im Griff. Dann bekommen wir ein Tor, das kann es eigentlich geben. In unserer Situation sind wir dann wohl etwas nervös geworden, haben ein, zwei individuelle Fehler gemacht – und dann passiert es halt. Wir sind sicher froh, dass wir nach dem 2:2 noch alle drei Punkte holen konnten.

Mit Ihrer eigenen Leistung dürften Sie ebenfalls zufrieden sein...
...sie war solid. Die Mannschaft hat mich auch gut unterstützt, sie wusste, dass ich nach dem Samstag leicht verunsichert war. Es war kein ganz einfaches Spiel, aber zum Glück hatte ich in den 60 Minuten immer etwas zu tun. Mir fiel schon ein Stein vom Herzen, als Bodenmann das 3:2 erzielte.

Ist es bitter, über Wochen solid zu spielen, ohne dass jemand Notiz davon nimmt – und dann kommt ein Spiel wie am Samstag, nach dem alle mit dem Finger auf einen zeigen?
Na ja. Ich fand, ich hätte einen Monat lang gut gespielt. Wir haben einfach relativ wenig gepunktet, das war das Problem. Andernfalls hätte vielleicht niemand so stark reagiert. Aber das passiert bei mir wahrscheinlich schneller als bei anderen. Wenn einer 50 Spiele macht und dann einmal so eines, ist die Kritik wohl etwas leiser. Logisch, der Fribourg-Match war schlecht, da hätte wohl fast jeder Zuschauer im Tor stehen können, und er hätte es fast besser gemacht. Es war nicht gut, das weiss ich selbst. Aber die Kritik war schon recht heftig dafür, dass es eigentlich das erste Spiel war, in dem ich etwas schwächer und der Mannschaft sicher keine Hilfe war.

Simpson empfand es als nicht korrekt, dass man am Samstag schrieb, er würde sich nach Goalies umsehen. Haben Sie das mitbekommen?
Ja, am Samstagmorgen. Es wäre blauäugig, sich nicht umzusehen, weil wir nicht wissen, wie lange Gerber noch weg ist. Und falls mir etwas passiert – es kann so schnell gehen im Sport. Aber logisch, mich hat das in gewissem Sinn verunsichert. Gegen Fribourg nahm ich diese Gedanken noch mit aufs Eis, gegen die Lakers nicht.

Was sind das für Gedanken?
Man hat ein bisschen das Gefühl, der Trainer empfinde einen vielleicht als nicht gut genug und brauche einen anderen, der das Team weiterbringt. Das sind Gedanken, die einem Goalie nicht guttun. Aber das ist sicher kein Fehler des Clubs, das ist normal, so ist das Business. Vielleicht braucht es einfach etwas Zeit, bis man damit umgehen kann.

Erstellt: 04.01.2015, 23:09 Uhr

Artikel zum Thema

Lugano gewinnt den Klassiker, Simpson weiter sieglos

Ähnlich bitterer Abend für die beiden Zürcher Clubs: Die ZSC Lions und Kloten Flyers verlieren nach Penaltyschiessen. Beide gaben den Sieg fahrlässig aus der Hand. Mehr...

Die Flyers ohne Tore und ohne Selbstvertrauen

Im zweiten Spiel unter Sean Simpson verlor Kloten 0:2 ­gegen Lausanne und beendet das Jahr als offensiv schwächstes Team der Liga. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Von Kopf bis Fuss In drei Minuten zur inneren Ruhe

Geldblog Sunrise: Hohe Dividende gegen die Unsicherheit

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Was für eine Plage: Eine Bauernstochter in Kenia versucht mit ihrem Schal Heuschrecken zu verjagen. (24. Januar 2020)
(Bild: Ben Curtis) Mehr...