Hiobsbotschaft für die Schweiz

Nach zwei WM-Siegen in Helsinki gibt es schlechte Nachrichten für die Schweizer Eishockey-Nati: Simon Moser und Julien Sprunger müssen nach Hause reisen.

Grosses Pech: Simon Moser zog sich eine Knieverletzung zu und kann nicht mehr an der WM spielen.

Grosses Pech: Simon Moser zog sich eine Knieverletzung zu und kann nicht mehr an der WM spielen. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

5:1 gegen Kasachstan, ein hart erkämpfter 3:2-Erfolg gegen Weissrussland – das Team von Sean Simpson hat in zwei Partien sechs Punkte erkämpft und liegt absolut im Turnierplan. Dass die Schweizer mit dem Punktemaximum und dem Torverhältnis von 8:3 die Gruppe vor Co-Gastgeber Finnland anführen, ist ein Zustand, den man nicht alle Tage an einer A-WM zur Kenntnis nehmen kann.

Eigentlich müsste in der Delegation der Schweizer Eishockey-Federation nach der gelungenen Pflichterfüllung gegen die Knacknüsse aus dem Osten eitel Sonnenschein in Helsinki herrschen. Das ist leider nicht der Fall. Simon Moser zog sich am Sonntagabend in der 53. Minute ohne gegnerische Einwirkung einen Kreuz- und Innenbandriss im linken Knie zu. Der Topskorer der SCL Tigers fällt ein halbes Jahr aus, was nicht nur die sportlichen Pläne im Emmental gehörig durcheinander bringt. Der Flügel hatte eine Einladung ins Sichtungscamp der Chicago Blackhawks erhalten. Gottérons Julien Sprunger kann wegen seiner Hirnerschütterung, die er im ersten WM-Test gegen Kanada in Freiburg erlitt, definitiv keine WM-Einsätze bestreiten. Beide Spieler müssen nun in die Heimat fahren.

Personelle Fragen für Simpson

Vor allem der Ausfall von Moser ist äusserst bedauerlich. Der robuste Flügel der Tigers harmonierte bestens mit Center Kevin Romy und EVZ-Rakete Damien Brunner. Diese Reihe schoss auch alle drei Tore gegen die Weissrussen. Simpson muss sich nun fragen: Wer kann ihn ersetzen? Oder muss ich die Reihen umstellen? Der Nationaltrainer liess für die ersten beiden Partien Thibaut Monnet (ZSC), Center Michael Liniger (Kloten) sowie Sprunger als überzählige Titulare auf der Tribüne Platz nehmen. Für die verbleibenden zwei Plätze im WM-Kader kommt zudem NHL-Verteidiger Roman Josi infrage, der mit den Nashville Predators vor dem Playoff-Aus steht.

Die Ausfälle von Moser und Sprunger sind schlechte Neuigkeiten respektive ungünstige Faktoren. Doch es macht keinen Sinn, zu hadern. Verletzungen gehören zu diesem Sport wie das Wasser zur Aufbereitung von Eis. Das wissen auch Simpson und seine Entourage. Vielmehr gilt es nach zwei WM-Einsätzen auch das Positive hervorzuheben: Das Engagement der Schweizer ist enorm, der Teamgeist absolut vorhanden. Die Art und Weise, wie sich die Mannschaft in Helsinki solidarisch und kämpferisch präsentiert, erinnert an die beeindruckenden Vorstellungen der beiden Playoff-Finalisten ZSC Lions und SC Bern in dieser Hinsicht. Einzelne Spieler, wie etwa die Verteidiger Goran Bezina und Luca Sbisa, haben gewiss noch Steigerungspotenzial. Aber das Turnier ist noch lange, das prominente Duo hat weitere Chancen, sich in besserer Verfassung zu präsentieren.

Befreit gegen die Favoriten

Bewährungsproben sind in der Tat genug vorhanden. Morgen Abend wartet Weltmeister Finnland, am Mittwoch Kanada auf die Schweizer. Diese beiden Spiele kann das Simpson-Team befreit angehen, für einmal ist es wieder der Underdog. In den anschliessenden Duellen vom Wochenende gegen Frankreich und die Slowakei dagegen steht die Schweiz wieder unter viel grösserem Druck. In diesen Partien muss man so viele Punkte wie möglich holen, um die Mission WM-Viertelfinal und direkte Olympia-Qualifikation zu erfüllen.

Erstellt: 07.05.2012, 13:06 Uhr

Bildstrecke

Dramatischer WM-Erfolg der Schweizer Nati

Dramatischer WM-Erfolg der Schweizer Nati Das Simpson-Team schlägt in Helsinki Belorussland knapp 3:2.

Artikel zum Thema

Zweiter Sieg nach dramatischer Schlussphase

Die Schweizer Eishockey-Nati hat Weissrussland 3:2 geschlagen und führt nach zwei WM-Spielen die Tabelle der Gruppe von Helsinki an. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live. Mehr...

Finnland mit weiterem Mini-Sieg

WM 2012 Finnland feiert nach dem mühsam erkämpften 1:0-Erfolg gegen Weissrussland mit dem selben Resultat über die Slowakei einen weiteren Zittererfolg. Mehr...

Blogs

Selbstverwirklichung für alle!

Mamablog Gamen statt spielen?

Die Welt in Bildern

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen: Menschen in «Txatxus»-Kostümen nehmen am traditionellen ländlichen Karneval in Lantz, Nordspanien, teil. (24. Februar 2020)
(Bild: Villar Lopez) Mehr...