«Ich habe jede Sekunde genossen»

Damien Brunner ist mit den Detroit Red Wings im Playoff ausgeschieden. Der Schweizer Stürmer kann dennoch auf ein gelungenes Jahr als NHL-Rookie zurückblicken.

Highlights des Rookies: Damien Brunner hat in seiner ersten NHL-Saison Spuren hinterlassen. (Video: Youtube)


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Damien Brunner gehört zu jenen Spitzensportlern, die gerne und oft twittern. So liess er seine Follower nicht im Stich, als er nach der unglücklichen 1:2-Niederlage in der Overtime im siebten Viertelfinalduell gegen die Chicago Blackhawks den Kurznachrichtendienst fütterte. «Obwohl wir heute verloren haben, danke ich allen Fans der Red Wings dafür, dass sie mein erstes Jahr so speziell gemacht haben. Ich habe jede Sekunde genossen», twitterte der NHL-Neuling. Die offensive Kommunikationsstrategie charakterisiert die offene Art des 27-jährigen Zürchers, der nach dem Lockout vom EV Zug zu den renommierten Red Wings stiess. Es überrascht nicht, dass die Fans des Teams aus Motor City den auf dem Eis frechen Schweizer inzwischen ins Herz geschlossen haben.

Der Zürcher kommt auch bei seinen Teamkollegen gut an, wobei er nicht den Fehler macht, neben dem Rink überheblich oder zu enthusiastisch zu sein. Für Anfänger im harten NHL-Business fährt man mit der Taktik, die richtige Mischung zwischen Selbstvertrauen und Demut gegenüber Kollegen und Trainer zu finden, immer noch am besten. Zumindest so lange, bis man endgültig akzeptiert ist oder sogar zu einer Spielerpersönlichkeit gereift ist.

Eine Saison mit Hochs und Tiefs

Brunner hat sich also nicht zuletzt wegen seiner optimistischen und lebensfrohen Art Sympathiepunkte im beruflichen Umfeld geholt. «Er ist eine glückliche und fröhliche Person», sagte Gustav Nyquist, der zuletzt zusammen mit Joakim Andersson und dem Schweizer eine Sturmlinie bildete. Detroits routinierter Stürmer Todd Bertuzzi meinte gegenüber der «Detroit Free Press», dass Brunners Slogan «Arbeite hart, geniesse das Leben» auf ein T-Shirt gedruckt werden sollte.

Dass der Schweizer Rookie in Detroit zumindest respektiert ist, hat auch mit seinem eigentlichen Job zu tun. In 58 NHL-Einsätzen produzierte er 17 Tore und 18 Assists, also 35 Skorerpunkte. Im Playoff skorte Brunner in 14 Partien fünfmal – so viel wie keiner im Team, das Stars wie Henrik Zetterberg, Pawel Datsjuk, Valtteri Filppula oder Daniel Cleary auf der Lohnliste hat. Brunners Produktivität überrascht umso mehr, als er auch schon eine Durststrecke durchleben musste. Gegenüber blick.ch gab der Zürcher zu, dass «es ein schönes erstes Jahr war, mit vielen Erinnerungen, aber auch mit Hochs und Tiefs». Brunner durfte überdies zuletzt nicht mehr an der Seite von Kumpel und Spielmacher Zetterberg stürmen, traf aber im Playoff trotzdem regelmässig.

Das Hoffen auf ein Wiedersehen

Nun ist das erste Jahr für Brunner abrupt zu Ende gegangen. Die Enttäuschung sei riesig, erklärte der letzte im Stanley-Cup verbliebene Schweizer NHL-Profi nach dem Playoff-Aus gegen Chicago. Sein Vertrag mit Detroit läuft bald aus. Brunner hofft, dass er im Spätsommer wieder zum berühmten Club stossen darf. «Es macht Hunger auf mehr. Ich muss hart arbeiten und gestärkt zurückkommen.» Brunner zeigt sich selbstkritisch, es mangelt ihm aber auch nicht am so wichtigen Selbstvertrauen.

Die Chancen, dass die Red Wings die Zukunft mit Brunner planen, stehen gut. «Er weiss, wo er vor dem Tor stehen muss. Er war für uns sehr effektiv und wertvoll», fand Verteidiger Jonathan Ericsson. Headcoach Mike Babcock hält weiterhin viel von seiner Schweizer Trouvaille. «Er ist sehr stark in die Saison gestartet. Dann liess er nach und alle sagten, dass die NHL zu gut für ihn sei. Aber das ist nicht der Fall. Man kann ihn coachen. Er hat eine grosse Energie und zeigt dies jeden Tag», erklärte der Personalchef gegenüber der «Detroit Free Press».

Und da ist ja noch der Optimismus und die ansteckende Fröhlichkeit von Brunner. Sollte der Schweizer in Detroit wider Erwarten nicht mehr auftauchen, so würden die Red Wings das Lachen des Stürmers bestimmt bald einmal vermissen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.05.2013, 18:53 Uhr

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