«Ich würde diesen Druck nicht als Problem bezeichnen»

Patrick Geering und die ZSC Lions müssen am Samstag gegen den Aussenseiter EHC Biel in die Belle. Der 25-jährige Verteidiger äussert sich zur Favoritenrolle des Meisters.

Wieder einmal in der Klemme: Patrick Geering (v.) und die ZSC Lions stehen gegen Underdog Biel vor einer weiteren Belle.

Wieder einmal in der Klemme: Patrick Geering (v.) und die ZSC Lions stehen gegen Underdog Biel vor einer weiteren Belle. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Haben Sie die 1:3-Niederlage im sechsten Viertelfinal in Biel gut verdaut?
Ja. In den Playoffs empfiehlt es sich, ein kurzes Gedächtnis zu haben. Wir haben heute Vormittag die wichtigsten Szenen am Video nochmals angeschaut. Nun gilt es, den Fokus ganz auf morgen Abend zu richten.

Dann haben Sie doch einige Stunden schlafen können?
Ja, doch. Ich habe mich erholen können. Obwohl man nach Niederlagen weniger gut schläft als nach Siegen.

Sie sind lange Zeit verletzt gewesen (Hirnerschütterung), dennoch sind Ihre Eiszeiten in dieser Serie gegen Biel bemerkenswert. Wie verkraften Sie diesen körperlichen Effort?
Es hilft mir, dass ich nicht erst zum Playoff zurückkehrte, sondern doch noch sechs Spiele in der Qualifikationsphase absolvieren durfte. Das gab mir die Möglichkeit, den Rhythmus zu finden. Dass ich insgesamt nur 25 Partien in der Regular Season spielte, nehme ich nicht als negativen Fakt wahr.

Kritiker monieren, dass beim ZSC in diesem Playoff die letzte Konsequenz, die letzte Entschlossenheit fehlt. Teilen Sie diese Ansicht?
Teilweise war dies tatsächlich der Fall. Wir hatten doch zwei, drei Auftritte, in denen die letzte Entschlossenheit und die letzte Konsequenz fehlten. Vielleicht brauchen wir für das siebte Duell wieder dieses Gefühl, dass es um alles oder nichts geht. Man darf aber einen Aspekt nicht vergessen: Biel ist ein gutes Team, das sehr gut auf uns eingestellt ist. Jetzt müssen wir morgen so auftreten, dass man sieht und spürt: Wir wollen den Erfolg mehr als sie.

Trotzdem: Haben Sie den Aussenseiter so stark, so kompakt, so zäh erwartet?
Ja, schon. Wir haben ohnehin gewusst, dass jedes Team gegen uns alles geben wird. Wir wurden in der letzten Saison Meister, also sind wir die Gejagten. Wir können nicht erwarten, dass der Gegner von uns überrascht ist. Alle Mannschaften sind glänzend eingestellt auf uns. Wir sind das zwar auch, aber alle Clubs zeigen sich gegen den Meister besonders motiviert. Es gibt generell im Playoff keine Serie mehr, in der sich eine Mannschaft glatt mit 4:0 Siegen durchsetzt. Die Liga ist einfach sehr ausgeglichen geworden.

Sie und Ihre Kollegen haben in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht mit Spiel 7 (siehe Info-Box). Könnte dieser Erfahrungswert mit Entscheidungsspielen ein Vorteil für die ZSC Lions sein?
Wir haben schon mehr Erfahrung mit diesen siebten Playoff-Duellen als Biel. Aber das sind primär statistische Werte. Morgen Abend beginnt es bei null zu null, die Partie dauert 60 Minuten oder länger – wir müssen einfach alles geben. Hoffentlich ist das Hallenstadion ausverkauft. Eigentlich gibt es für uns Spieler nichts Schöneres als so eine Belle.

Biels Coach Kevin Schläpfer hat stets betont: Der Druck liegt bei Zürich, egal, wie die Serie steht. Ist dieser konstante Druck ein Problem für den ZSC?
Ich würde diesen Druck nicht als Problem bezeichnen. Wir haben uns diese Favoritenrolle in den letzten Jahren hart erarbeitet. Diese Erwartungen, dieser Druck kommt ja nicht nur von den Fans, dem Management oder den Medien, sondern vor allem von uns Spielern. Wir wollen ja gewinnen. Es ist nur logisch, dass wir dann unter Druck stehen.

Aber wir müssen das nicht als negativen Umstand betrachten, sondern das positiv sehen. Schliesslich haben wir jetzt wieder die Chance, etwas Spezielles zu erreichen. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass uns das gelingt. Morgen steht jetzt wieder so ein Spiel auf dem Programm, das wir einfach gewinnen müssen.

Dann wird der Meister für einmal seinen Titel verteidigen können?
Wir werden alles daran setzen, dass dies der Fall sein wird. Aber wir müssen Gas geben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.03.2015, 16:08 Uhr

Bildstrecke

Die Topskorer im NLA-Playoff (Schlussrangliste, 12. April 2015)

Die Topskorer im NLA-Playoff (Schlussrangliste, 12. April 2015) Wer Tore geschossen und Pässe gegeben hat im Meisterschaftsfinale 2014/15.

Der ZSC und die Belle

Die Statistik für die Viertelfinal-Belle von morgen Abend im Hallenstadion gegen den EHC Biel spricht für die ZSC Lions. Sie haben zuletzt im Playoff viermal ein Spiel 7 gewinnen können: 2014 gegen Lausanne (Viertelfinal) und Servette (Halbfinal), 2013 gegen Davos (Viertelfinal) und last but not least im Playoff-Final 2012 gegen den SC Bern. Aber Statistiken sind bekanntlich etwas für Verlierer... (fal)

Artikel zum Thema

Kehrt der Captain des ZSC aufs Eis zurück?

+++ Käser mit Fabelzeit bei Schweizer Rekord +++ Klatsch und Tratsch um Hamilton +++ WM-Bronze für Schweizer Ski-Junior +++ Müller schlägt Josi +++ Mehr...

Der ZSC fordert sein Schicksal heraus

Beim 1:3 in Biel verpassten die Zürcher auf läppische Weise den ersten Halbfinalpuck. Spiel 7 muss entscheiden. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Höhenflug: Im Vorfeld der Viehauktion in der schottischen Stadt Lairg springt ein Schaf über andere Schafe der Herde. Die Auktion in Lairg ist eine der grössten europaweit mit bis zu 15'000 Schafen. (14.August)
(Bild: Jeff J Mitchell/Getty Images) Mehr...