Im Dutzend erfolgreich

Dank sechs Toren des ersten Blocks gewinnt Kloten beim Debüt von Goalie Nyffeler gegen Biel 6:4.

Klotens Powerlinie für den Sieg: Sanguinetti, Hollenstein, Frick, Santala (v. l.) und Praplan (verdeckt) erzielten alle sechs Tore. Foto: Patrick B. Krämer (Keystone)

Klotens Powerlinie für den Sieg: Sanguinetti, Hollenstein, Frick, Santala (v. l.) und Praplan (verdeckt) erzielten alle sechs Tore. Foto: Patrick B. Krämer (Keystone)

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Als der EHC Kloten am Mittwoch die Verpflichtung von James Sheppard bekannt gab, dachte wohl mancher im Umfeld: «Dafür haben sie wieder Geld?» Da konnte Präsident Lehmann noch so sehr betonen, dass im Gastrobereich Mehreinnahmen zu erwarten seien. Dass der Club weiter nur ausgebe, was er einnehme. Die Aufstockung des Ausländerkontingents im Herbst: Dieses Verhalten ist aus den Jahren der Prasserei noch in schlechter Erinnerung.

Darum war das, was gestern auf dem Matchblatt stand, eben mehr als nur eine Mannschaftsaufstellung. Serge Weber wurde im zweiten Verteidigerpaar aufgeführt, Thierry Bader im dritten Sturm. 19 Jahre alt sind beide, ein NLA-Spiel hatte Weber zuvor absolviert, noch gar keines Bader, der Sohn des früheren Klotener Assistenztrainers Roger Bader.

Ihre Nomination war auch als Zeichen zu verstehen, dass sich der EHC bei der aktuellen Verletzungsmisere nicht wie früher so oft mit Leihgeschäften behelfen will, sondern dem Nachwuchs eine Chance gibt. So wie sie Bircher (19) und Harlacher (20) schon seit Anfang Saison ausgiebig erhalten haben.

Nyffelers Albtraum-Start

Dass der Match gegen Biel dann mit einem Sieg endete, wirkte wie eine Bestätigung. Die Neulinge spielten ihre Rolle gut, besonders Weber verblüffte mit seiner Abgeklärtheit. Und im Angriff sorgten die bewährten Kräfte für die Differenz bei diesem 6:4, mit dem Kloten nach drei Heimniederlagen in der Swiss-Arena wieder einen Sieg feiern konnte.

Trainer Pekka Tirkkonen spricht lieber nicht von einem ersten Block, doch so, wie sich das Quintett mit Captain Hollenstein präsentierte, muss man schon von einer Hierarchie sprechen. Alle sechs Tore erzielte die Top-Formation: Hollenstein zwei, Santala zwei, Sanguinetti und Praplan eines. Auch bei Letzterem hätte es eine Doublette sein müssen, doch der Walliser brachte es fertig, in Überzahl das offene Tor zu verfehlen (56.). Und bei diesem halben Dutzend war noch nicht einmal ein Powerplay-Treffer dabei.

Der eine, überragende Block täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es ein schmeichelhafter Sieg war. Biel, das offensiv beste Team der Liga, schoss öfter aufs Tor (42:31), war bis zu Santalas Empty-Netter in der 60. Minute immer im Spiel und dem Heimteam durchaus ebenbürtig. Es war ein Spiel, von dem Tirkkonen zu Recht resümierte: «Wir können nicht in jedem Match von einer Linie so viele Tore erwarten, wir brauchen offensive Beiträge von allen.»

Nichts sagen durfte nach dem Match auf Geheiss der Clubführung ein anderer. Melvin Nyffeler, der 21-Jährige mit ZSC-Vergangenheit, letzte Saison bei den Lakers bester NLB-Goalie und nun Temporär-Ersatz für den verletzten Luca Boltshauser, kam zu seinem Kloten-Debüt. Er hatte einen schwierigen Start – der erste Schuss auf sein Tor landete an der Latte, der zweite zum 0:1 im Netz (3.) –, gewann aber mit laufender Spieldauer an Sicherheit. «Gut» sei er gewesen, lobte sein Coach.

Keine Verstärkung vom ZSC?

Beim heutigen Rückspiel in Biel dürfte indes wieder Martin Gerber das Klotener Tor hüten. Es ist das zweite von drei Rendezvous mit den Seeländern innerhalb von 11 Tagen, übernächste Woche treffen sich die beiden Teams auch noch im Cup. Dann wird mit Sicherheit Sheppard das Team verstärken. Ein Leihgeschäft zum Beispiel mit dem ZSC, wo sich zehn Verteidiger um die Plätze drängen, sei derzeit hingegen keine Option, sagt Sportchef Pascal Müller. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.10.2016, 22:44 Uhr

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