Kann man noch bitterer verlieren?

Die Finninnen unterliegen im WM-Eishockey-Final. Dies, nachdem sie auf dem Eis bereits den Titel feierten.

Finnland feiert den WM-Titel – zu früh … (Bild: Screenshot Twitter)

Finnland feiert den WM-Titel – zu früh … (Bild: Screenshot Twitter)

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Es war bereits eine Sensation, dass die Finninnen im Final standen. Das Endspiel Kanada – USA ist im Frauen-Eishockey an Grossanlässen wie WM oder Olympia normalerweise «abonniert», zu gross ist die Dominanz der Nordamerikanerinnen. Ein WM-Final mit europäischer Beteiligung fand vor 2019 noch gar nie statt.

Das 4:2 Finnlands im Halbfinal gegen Kanada ist also bereits eine riesengrosse Überraschung. Und an der Heim-WM in Espoo gelingt den Finninnen beinahe auch noch der Riesen-Coup im Final gegen die USA.

Jubel bleibt im Hals stecken

Ja, eigentlich dürfen sich die Finninnen kurz mit vollem Herzen als Weltmeisterinnen fühlen. Denn nach einem 1:1 nach den regulären 60 Spielminuten geschieht in der 12. Minute der Overtime dies:

Finnland schiesst den Overtime-Treffer und feiert den (vermeintlichen) WM-Titel. (Quelle: Twitter)

Petra Nieminen trifft zum 2:1. Aus und vorbei! Die Finninnen, sie jubeln, und sie schmeissen, wie das bei Siegen in entscheidenden Eishockey-Finals üblich ist, Helme und Stöcke in die Luft. Sie feiern den Titel genauso ausgelassen wie die Trainer-Crew auf der Bank und das Publikum auf den Rängen. Fotografen und Kameraleute stürmen aufs Eis, um die Sensation in Bildern festzuhalten.

Alles scheint klar. Der offizielle Twitterkanal des internationalen Eishockeyverbands IIHF gratuliert bereits mit einem Post:

Doch während alles feiert und tobt, wollen die Referees die Szene nochmals anschauen, da es vor dem Tor zu einer Kollision mit der Amerikanischen Torfrau Alex Rigsby kam. Es folgt eine für die Finninnen unendlich lange Video-Konsultation von rund acht Minuten.

Das finnische Team, es steht zusammen und wartet auf den Entscheid: (Bild: Screenshot TSN)

Und dann folgt der für die Finnen unfassbare Entscheid der Schiedsrichterinnen: Torhüterbehinderung – kein Tor! Das Publikum tobt erneut, aber diesmal nicht mehr vor Freude. Die finnischen Spielerinnen sind konsterniert.

Eine Strafe kommt noch dazu

Aber es hilft kein Lamentieren, es geht weiter, Handschuhe und Helme müssen wieder eingesammelt und verteilt werden. Für Verwirrung sorgt zudem, dass Rigsby in dieser Szene nachträglich eine 2-Minuten-Strafe wegen Beinstellens kassiert.

Es scheint, dass hier der Kontakt des rechten Schlittschuhs der Finnin als Behinderung der Torfrau ausgelegt wurde, jener des linken mit dem Goalie-Handschuh hingegen als Beinstellen der Amerikanerin. (Bild: Screenshot TSN)

Immerhin darf Finnland also Powerplay spielen. Doch die USA übersteht sowohl dieses Boxplay, als auch jenes zwei Minuten vor Ende der Overtime schadlos.

Es geht ins Penaltyschiessen und dort passiert, was passieren muss: Finnland verliert das Shootout 1:2, die USA steht als Weltmeister fest:

Der entscheidende Penalty, den Finnland verschiesst – die Amerikanerinnen sind Weltmeister. (Quelle: Twitter)

Und erneut fliegen Handschuhe und Helme, jene der Amerikanerinnen, und diesmal gibt es kein Zurück mehr:

Und auch wenn der Sieg der USA über das ganze Spiel gesehen sicher nicht gestohlen war (52:27 Schüsse), bleibt die Frage: Haben die Finninnen hier die bitterste Niederlage aller Zeiten kassiert? (kk)

Erstellt: 14.04.2019, 23:18 Uhr

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