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Kevin Fiala zwischen Denkpause und WM-Traum

Die Eishockeykarriere des 18-Jährigen erlitt einen ersten Dämpfer. Doch der nächste Höhepunkt soll bald folgen.

Der nächste Höhepunkt soll bald folgen: Kevin Fiala bleibt manchmal nur die Rolle als Zuschauer. Foto: Freshfocus

Der nächste Höhepunkt soll bald folgen: Kevin Fiala bleibt manchmal nur die Rolle als Zuschauer. Foto: Freshfocus

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Eigentlich hat Kevin Fiala viel Grund zur Freude dieser Tage. Sein Grossvater aus Uzwil ist gerade im südschwedischen Jönköping zu Gast, wo der Enkel seit 2013 als Eishockeyprofi arbeitet. Und nächsten Sonntag ­gehört der 18-Jährige bei den Sports Awards zum Athleten-trio, das in der Heimat um den Titel ­«Newcomer des Jahres» kämpft.

Eigentlich also lebt Fiala einen Traum. In den letzten zwölf Monaten wurde er zum dritten Eishockeyspieler überhaupt, der in derselben Saison U-18-, U-20- und A-Weltmeisterschaft bestritt. Im Sommer wurde er im NHL-Draft in Runde 1 gezogen. Aktuell ist er beim Spitzenteam HV71 mit 14 Punkten aus 18 Spielen der viertbeste Skorer. Und gerade besuchte ihn eine Schweizer ­Illustrierte in seiner Zweizimmerwohnung und machte eine Geschichte mit dem Titel «Beim Wunderkind in Schweden». Dafür posierte der Teenager mit nacktem Oberkörper in der Garderobe.

Eigentlich also scheint alles perfekt. Doch es gibt eine andere Seite. Letzte ­Woche liess Andreas Johansson, einst Stürmer beim SC Bern und heute Coach von HV71, sein Wunderkind für ein Spiel zu Hause. Es war bereits das zweite Mal diese Saison, dass er Fiala pausieren liess. «Er ist erst 18», begründet der Schwede, «er muss noch reifer werden.»

Fiala weiss das selbst. «Ich will zu den Gründen lieber nichts sagen», erklärt der St. Galler, «aber der Trainer wollte mit seiner Massnahme zeigen, dass das, was ich gemacht habe, nicht in Ordnung ist.»

Was er gemacht hatte: Das waren oberflächliche Bagatellen. «Es gab ­mehrere kleinere Zwischenfälle», sagt ­Johansson, «er kam zu spät zu Meetings oder ins Training.» Das stimmt wohl – und ist doch nur die halbe Wahrheit. Denn für den Trainer geht es auch um die eigene Position: Nicht nur die Öffentlichkeit beobachtet nämlich genau, wie sich das Schweizer Wunderkind verhält, das tun auch seine Mitspieler. Der ­Eindruck, das Talent bekomme eine Vorzugs­behandlung, würde der Position des Trainers schaden. «Er ist nicht hoch­näsig», heisst das bei Johansson, «aber manchmal muss ich ihn etwas härter ­anfassen.»

Potenzial «hoch wie der Himmel»

Es ist das erste Mal, dass die Karriere des 18-Jährigen einen leichten Dämpfer ­erhält. Fiala gibt zu, dass er «sehr enttäuscht» war, als er im Herbst als letzter Spieler aus dem NHL-Team von Nashville gestrichen wurde und wieder nach Schweden musste. Und der Karriere-umweg betraf ja nicht bloss den Sportler selbst: Fiala hat einen Agenten in der Schweiz, einen in Schweden, dazu kommen Eltern und Familie. «Es gibt um ihn herum sehr viele Leute, die sein Bestes wollen», erklärt Johansson das Umfeld, «vielleicht zu viele.» Da sei es eben nicht einfach, fokussiert zu bleiben.

Das ändert indes nichts daran, dass Fiala für den Schweden «eines der grössten Talente ist, die ich in diesem Alter je gesehen habe». Dass sein Potenzial «hoch wie der Himmel» sei.

Solche Einschätzungen freuen den Teenager. «Das Lob des Trainers tut sehr gut», sagt er. Doch messen lassen will er sich wieder an seinen Taten auf dem Eis, und das bald für die Heimat: Ab dem 27. Dezember bestreitet er die U-20-WM in Toronto. «Das Ziel ist eine Medaille», sagt Fiala. Gesprochen wie ein Wunderkind.

Erstellt: 09.12.2014, 22:17 Uhr

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