Kloten kassiert Klatsche, Lions nicht mehr Leader

Der EV Zug besiegt Kloten 4:1. Fribourg-Gottéron findet gegen die Lions in der Verlängerug auf die Siegesstrasse zurück.

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Der EV Zug kehrte nach rund dreiwöchigem Unterbruch auf den Leaderthron zurück. Nach dem 4:1 gegen Kloten führen die Zentralschweizer die Tabelle nun vor den punktgleichen ZSC Lions an.

Raphael Diaz und mit seinem ersten NLA-Tor der Schwede Karl Klingberg brachten die Zuger 2:0 in Führung. Und nachdem Daniele Grassi für die Klotener den Anschlusstreffer erzielt hatte (50.), stellte Nolan Diem nur 38 Sekunden danach den Zweitore-Vorsprung wieder her. Sven Senteler erhöhte schliesslich noch auf 4:1 (59.).

In der Tabelle profitierten die Zuger von der Niederlage der ZSC Lions. Die Zürcher verloren auswärts gegen Fribourg-Gottéron nach 4:2-Führung mit 4:5 nach Verlängerung. Bei Fribourg-Gottéron ragte Captain Julien Sprunger mit seinem sechsten NLA-Hattrick heraus, darunter den Toren zum 4:4 und 5:4 zwölf Sekunden vor Ablauf der Overtime. Dadurch realisierte Gottéron den ersten Sieg im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Larry Huras.

Auch Heinz Ehlers, der zweite «Trainerneuling» in der höchsten Liga, feierte seinen ersten Sieg. Mit den SCL Tigers setzte sich Ehlers in Davos überraschend mit 3:2 nach Verlängerung durch. Chris DiDomenico erzielte in der 63. Minute den Siegtreffer zum zweiten Saisonsieg der Emmentaler.

Den bisher höchsten Saisonsieg realisierte Bern beim 5:0 gegen Genève-Servette. Fünf verschiedene Spieler teilten sich die fünf Tore bei Bern, das zweimal in Überzahl und einmal - durch Mark Arcobello in der 41. Minute - auch in Unterzahl traf. Für Servette war es nach vier Siegen die erste Niederlage.

Fribourg-Gottéron - ZSC Lions: Sprunger krönt Freiburger Aufholjagd

Fribourg-Gottéron kämpfte sich gegen die ZSC Lions nach drei Zweitore-Rückständen zurück und gewann die Partie mit 5:4 nach Verlängerung. Captain Julien Sprunger erzielte drei Tore, darunter den Gamewinner zwölf Sekunden vor Ablauf der Overtime.

Für Sprunger war es der sechste NLA-Hattrick. Alle sechs NLA-Hattricks realisierte der Stürmer ausschliesslich im Dress von Gottéron, das nun im dritten Spiel unter Neu-Trainer Larry Huras den ersten Sieg realisierte. Gleichzeitig wurde eine Negativserie von sechs Niederlagen gestoppt.

Als Verteidiger David Rundblad von den ZSC Lions im Powerplay mit einem Direktschuss aus der Distanz (43.) das 4:2 für die Gäste erzielte, schien die Partie entschieden. Doch mit grosser Moral kämpfte sich Gottéron abermals zurück und mit Toren von Sebastian Schilt (45.) und Sprunger (59.) in die Verlängerung, wobei die Gastgeber den Ausgleich zum 4:4 mit sechs Feldspielern realisierten.

Dabei hatte die Partie noch schlecht für Gottéron begonnen: Nach nur gerade vier Minuten und neun Sekunden hatten die ZSC Lions im Startdrittel ein 2:0 vorgelegt. Bei beiden Treffern standen die Gastgeber im schnellen Kombinationsfluss der Zürcher bloss Spalier. Larry Huras nahm sofort sein Timeout. Fortan wirkten die Gastgeber konzentrierter und aufsässiger.

Captain Julien Springer hatte im Vorfeld der Partie gegenüber den «Freiburger Nachrichten» die Unterschiede der Trainer-Philosophien seit dem Wechsel an Gottérons Bande so beschrieben: «Huras' Idee von Eishockey unterscheidet sich grundlegend von derjenigen von Gerd Zenhäusern. Jeder Spieler hat bei Larry eine ganz klare Rolle und muss genau wissen, wo er in einer bestimmten Situation stehen und was er machen muss, sei es bei den Bullys, beim Boxplay oder beim Puck aus der Zone bringen. Unter Gerd war unserer Spiel weniger strukturiert. Wir hatten mehr Freiheiten.»

Gottéron will derweil nach der Suspendierung von Marc-Antoine Pouliot den temporär engagierten Finnen Antti Pihlström (drei Tore und ein Assist in neun NLA-Spielen) entgegen ersten Verlautbarungen halten. Der Vertrag läuft am Samstag aus. Da der Finne noch andere Angebote besitzt, ist noch unklar, ob er am Montag tatsächlich auch bei Gottéron einen neuen Kontrakt unterschreibt.

Bern - Genève-Servette: Bern stoppt Servettes Lauf

Der SC Bern setzte sich im Heimspiel gegen Genève-Servette souverän mit 5:0 durch. Damit riss die Serie der Genfer, die zuletzt viermal hintereinander gewonnen hatten.

Für einmal zeigte sich der Titelverteidiger auch in der Meisterschaft defensiv stabil. Während die Berner bei ihren fünf siegreichen Partien in der Champions Hockey League lediglich sechs Gegentore kassierten, musste sich SCB-Keeper Leonardo Genoni im ersten Meisterschaftsfünftel im Durchschnitt fast dreimal pro Spiel bezwingen lassen. Bei seinem elften NLA-Einsatz für den SCB gab es den ersten Shutout; den insgesamt 28. seiner Karriere.

Trotzdem erhielt mit Roman Untersander zurecht ein anderer die Auszeichnung zum besten Spieler der Partie. Der Nationalverteidiger erzielte nach 37 Minuten nach einem schönen Solo das wegweisende 3:0. Zu Beginn des Schlussdrittel leistete er beim vierten Treffer durch Liga-Topskorer Mark Arcobello in Unterzahl zudem die schöne Vorarbeit. Der Amerikaner ist bei nunmehr neun Saisontoren angelangt.

Für Genève-Servette war es nach zuletzt vier Siegen de suite die erste Niederlage. Nachdem Chris McSorley in Bern bereits auf acht verletzte Spieler verzichten musste, fiel während der Partie mit Cody Almond ein weiterer Genfer aus. Der Stürmer verschwand kurz vor der ersten Pause in der Kabine und kehrte nicht mehr aufs Eis zurück.

Davos - SCL Tigers: SCL Tigers mit verblüffendem Finish

Die SCL Tigers feiern unter ihrem neuen Trainer Heinz Ehlers im zweiten Spiel den ersten Sieg. Beim HC Davos siegten die Emmentaler nach 0:1-Rückstand mit 3:2 nach Verlängerung.

Der Kanadier Chris Domenico realisierte mit dem ersten Schuss aufs Tor in der gesamten Overtime den Gamewinner (63.). Herausragend bei den Gästen war Topskorer Thomas Nüssli, der das Siegtor vorbereitete und das 1:1 im Powerplay erzielte (46.).

Bei den Gästen war mit Fortdauer der Partie eine Steigerung gegenüber dem 0:3 vom Dienstag gegen Ambri-Piotta erkennbar. Und nach fünf Dritteln ohne eigenen Torerfolg brach Nüssli den Bann. Eero Elo doppelte gar 49 Sekunden später mit der 2:1-Führung nach, obschon HCD-Trainer Arno Del Curto nach dem 0:1 sein Timeout genommen hatte.

Davos kassierte die zweite Niederlage aus den letzten drei Spielen und zog zum zweiten Mal in Folge in einem Heimspiel gegen Langnau den Kürzeren. Insgesamt mangelte es den Bündnern an Intensität. Zudem verzettelten sie sich in zu vielen Einzelaktionen.

Ein Fehlpass von Raphael Kuonen hatte im Startdrittel dem Davoser Dario Simion noch einen Abschluss und dadurch die Vorarbeit zum 1:0 ermöglicht. Den Abpraller nutzte Sturmkollege Mauro Jörg zur 1:0-Führung (16.). Zum Ende der regulären Spielzeit rette dann Enzo Corvi das Heimteam gerade noch in die Verlängerung (52.).

Zug - Kloten 4:1 (0:0, 1:0, 3:1) 6126 Zuschauer. - SR Eichmann/Prugger, Castelli/Obwegeser. Tore: 27. Diaz (Holden/Ausschluss Santala) 1:0. 49. (48:38) Klingberg (Senteler) 2:0. 50. (49:20) Grassi 2:1. 50. (49:58) Nolan Diem (Schlumpf) 3:1. 59. Senteler (Grossmann/Ausschluss Stoop) 4:1. Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Zug, 5mal 2 Minuten gegen Kloten. PostFinance-Topskorer: Martschini; Hollenstein. Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Alatalo; Schlumpf, Erni; Geisser, Morant; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Sandro Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Nolan Diem, Fabian Schnyder. Kloten: Martin Gerber; Sanguinetti, Frick; Gähler, Stoop; Back, Harlacher; Bircher, Weber; Praplan, Santala, Hollenstein; Grassi, Shore, Bieber; Romano Lemm, Schlagenhauf, Kellenberger; Leone, Homberger, Hartmann. Bemerkungen: Zug ohne Simon Lüthi, Kloten ohne Boltshauser, Ramholt und Von Gunten (alle verletzt), Obrist (krank). - Pfostenschüsse: Homberger (3.) und Bieber (5.). - Bieber (9.) mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgeschieden.

Fribourg-Gottéron - ZSC Lions 5:4 (1:2, 1:1, 2:1, 1:0) n.V. 5255 Zuschauer - SR Mollard/Vinnerborg, Bürgi/Kovacs. Tore: 2. Suter (Chris Baltisberger, Roman Wick) 0:1. 5. Nilsson (Roman Wick) 0:2. 8. Mottet 1:2. 37. Shannon (Thoresen) 1:3. 39. Sprunger (Rathgeb, Ritola/Ausschluss Cunti) 2:3. 43. Rundblad (Nilsson/Ausschluss Picard) 2:4. 45. Schilt 3:4. 59. Sprunger (Cervenka, Ritola/Gottéron ohne Torhüter) 4:4. 65. (64:48) Sprunger (Cervenka) 5:4. Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 6mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. PostFinance-Topskorer: Sprunger; Roman Wick. Fribourg-Gottéron: Conz; Rathgeb, Picard; Schilt, Stalder; Kienzle, Abplanalp; Chavaillaz; Sprunger, Cervenka, Ritola; Mottet, Gustafsson, Pihlström; Neukom, Rivera, Caryl Neuenschwander; Tristan Vauclair, Loichat. ZSC Lions: Schlegel; Blindenbacher, Marti; Rundblad, Seger; Geering, Karrer; Hächler; Patrik Bärtschi, Trachsler, Kenins; Chris Baltisberger, Shannon, Thoresen: Nilsson, Cunti, Roman Wick; Suter, Schäppi, Herzog. Bemerkungen: Gottéron ohne Leeger, John Fritsche, Mauldin, Schmutz, Bykow und Marchand (alle verletzt) sowie Pouliot (suspendiert), ZSC Lions ohne Samuel Guerra und Sjögren (beide verletzt) sowie Künzle und Pestoni (beide im verordneten Aufbautraining). - 5. Timeout Fribourg-Gottéron. - Gottéron von 19:56 bis 20:00 sowie von 58:08 bis 58:42 ohne Torhüter.

Bern - Genève-Servette 5:0 (2:0, 1:0, 2:0) 15'534 Zuschauer. - SR Massy/Wiegand, Gnemmi/Küng. Tore: 5. Lasch 1:0. 18. Moser (Noreau, Blum/Ausschluss Fransson) 2:0. 37. Untersander (Scherwey) 3:0. 41. (40:41) Arcobello (Untersander/Ausschluss Lasch!) 4:0. 44. Alain Berger (Lasch/Ausschluss Traber) 5:0. Strafen: je 5mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Fransson) gegen Genève-Servette. PostFinance-Topskorer: Arcobello; Jeremy Wick. Bern: Genoni; Untersander, Blum; Noreau, Beat Gerber; Kamerzin, Krueger; Jobin; Hischier, Martin Plüss, Scherwey; Lasch, Arcobello, Simon Moser; Alain Berger, Reichert, Marco Müller; Gian-Andrea Randegger, Ness, Meyer. Genève-Servette: Mayer; Loeffel, Ehrhardt; Fransson, Jacquemet; Kast, Chuard; Petschenig; Jeremy Wick, Slater, Douay; Simek, Almond, Spaling; Massimino, Romy, Riat; Traber, Heinimann, Leonelli. Bemerkungen: Bern ohne Macenauer, Ebbett, Rüfenacht, Kreis und Bodenmann, Genf ohne Mercier, Rubin, Eliot Antonietti, Rod, Vukovic, Schweri und Impose (alle verletzt). - Almond (18.) verletzt ausgeschieden.

Davos - SCL Tigers 2:3 (1:0, 0:0, 1:2, 0:1) n.V. 3899 Zuschauer. - SR Dipietro/Kurmann, Borga/Wüst. Tore: 16. Jörg 1:0. 46. (45:07) Nüssli (Albrecht, DiDomenico/Ausschluss Paschoud) 1:1. 46. (45:56) Elo (Schremp) 1:2. 52. Corvi (Ambühl, Jung) 2:2. 63. (62:07) DiDomenico (Nüssli) 2:3. Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Davos, 1mal 2 Minuten gegen SCL Tigers. PostFinance-Topskorer: Lindgren; Nüssli. Davos: Senn; Schneeberger, Paschoud; Heldner, Forster; Jung, Rahimi; Kindschi; Sciaroni, Corvi, Giliati; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Simion, Walser, Jörg; Kousal, Egli, Kessler. SCL Tigers: Ciaccio; Seydoux, Koistinen; Stettler, Flurin Randegger; Yves Müller, Currit; Zryd; Elo, Schremp, Kuonen; DiDomenico, Albrecht, Nüssli; Roland Gerber, Pascal Berger, Lindemann; Lukas Haas, Adrian Gerber, Schirjajew; Wyss. Bemerkungen: Davos ohne Du Bois, Axelsson, Rampazzo, Dino Wieser und Aeschlimann (alle verletzt), SCL Tigers ohne Claudio Moggi, Shinnimin und Blaser (alle verletzt). - 45:07 Timeout Davos.

Erstellt: 07.10.2016, 19:34 Uhr

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