Klotener Lebenszeichen

Trainer Hollenstein fehlte in Davos nach einem Unfall. Sein Team reagierte mit einem starken 2:1 beim Leader.

Ungewohntes Duo hinter der Klotener Spielerbank: Kimmo Rintanen (links) und André Rötheli.
Bild: Jürgen Staiger (EQ) Images

Ungewohntes Duo hinter der Klotener Spielerbank: Kimmo Rintanen (links) und André Rötheli. Bild: Jürgen Staiger (EQ) Images

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Wer dramatische Auftritte liebt, wurde von André Rötheli in den letzten Monaten nicht gerade verwöhnt. Die Erklärungen, die Klotens Sportchef zu diversen Themen abgab, zeugten eher von Goodwill als von Mitteilungsbedürfnis. Das war gestern nicht anders, und doch bot Klotens 22. Saisonspiel unerwartetes Drama auf ­allen Ebenen. Rötheli war ­dabei mittendrin – eine andere grosse ­Figur der Flyers aber fehlte.

Felix Hollenstein, Trainer und Clublegende, hatte die Reise ins Landwassertal auf ärztliche Weisung nicht mit­gemacht. «Er hatte einen Unfall», sagte Rötheli bei der Medienkonferenz vor Spielbeginn. Ob Hollenstein am Samstag gegen die ­Lakers zurückkehre, sei offen. Mehr mochte er nicht sagen: nichts über den Unfall, nichts über Art oder Schwere der Verletzung. Und ­Rötheli hatte ja auch wirklich Wichtigeres zu tun. Wie schon beim Zürcher Derby am 2. Januar, als Hollenstein ­erkrankt war, musste er in die Rolle des Assistenztrainers schlüpfen. Kimmo Rintanen übernahm als Chef.

Während auf anderen Kanälen durchsickerte, dass Hollenstein wohl im eigenen Haus ausgerutscht, nicht aber von einem seiner Hunde gebissen worden war – wie das erste Spekulationen vermutet hatten –, wurde das Duo Rintanen/Rötheli zusammen mit 4100 Zuschauern Zeuge der bisher besten Saison­leistung der Flyers.

Bodenmann verletzt out

Das fing im Startdrittel an, das sie mit 8:3 Schüssen und 1:0 Toren für sich entschieden. Das ging weiter im Mittel­abschnitt, als der Davoser Ausgleich ­direkt mit dem 2:1 beantwortet wurde. Und es fand seine Krönung in den letzten zwanzig Minuten, als die Flyers Spiel und Gegner mit einem Selbstverständnis kontrollierten, als hätten sie nicht ­ihren schlechtesten Saisonstart des letzten Jahrzehnts hingelegt.

Die mentalen Aussetzer in der eigenen Zone? Sie fanden für einmal nicht statt. Die Ratlosigkeit im Angriff? Sie war wie weggeblasen. Ein unsicherer Goalie? Den gab es nicht. Der Erfolg kam ohne Ankündigung. Ausser dem gut sortierten Kader hatte nichts auf ihn hinge­deutet. Und es war ja nicht irgendein Gegner, den die Flyers da besiegten. Es war Leader Davos, das zuvor in elf Heimspielen keinen Punkt abgegeben, im Schnitt über fünf Tore erzielt hatte.

Rintanen und Rötheli nahmen es ­ruhig zur Kenntnis. Am Nachmittag erst hatten sie vom Rollenwechsel erfahren, nun absolvierten sie, meist regungsarm und mit verschränkten Armen, ihren zweiten gemeinsamen Auftritt hinter der Spielerbank. Erst in den hektischen Schluss­minuten, als Bodenmann mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausfiel, lehnten sie sich energisch über die Bande, gestikulierten Richtung Schiedsrichter. Dann kam die Schluss­sirene, das Happy End, der zweite Sieg des Duos nach dem 3:2 vor elf Monaten im Hallenstadion.

Dass die Erfolgstrainer auch heute ­gegen die Lakers an der Bande stehen, darf als wahrscheinlich gelten. Ge­winnen kann Patient Hollenstein mit ­einer übereilten Rückkehr nur wenig.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.11.2014, 00:47 Uhr

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