Klotener Steigerung ohne Punkte

Mit dem 2:3 gegen Olten wartet der EHC Kloten noch immer auf den ersten Sieg im Jahr - und er rutschte auf Platz 5 ab.

Konzentriert gegen wütend. Oder: Klotens Fabian Sutter gegen Oltens Martin Ulmer. Bild: Christian Merz

Konzentriert gegen wütend. Oder: Klotens Fabian Sutter gegen Oltens Martin Ulmer. Bild: Christian Merz

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Im Rahmen des Mammutprogramms von vier Partien innert sechs Tagen sind die Klotener noch immer ohne Erfolgserlebnis. Dem 1:2 in Zug und dem 2:6 in Weinfelden folge gestern ein 2:3 gegen das Swiss-League-Topteam Olten. Die Leistung war um einiges besser als am Freitag, was auch mit der Rückkehr von Obrist, Lemm und Kindschi zu tun hat. Aber die Zahlen der drei letzten Partien zeigen auch das Hauptroblem auf: Kloten schiess zurzeit zu wenig Tore.

Fünf in drei Partien 2019 sind es - das kann nicht genügen. Gründe gibt es einige. Der erste: Das Powerplay ist nicht mehr dermassen klar strukturiert und gefährlich, wie es zu Jussi Jokinens Zeiten (und in den ersten Wochen danach) war. «Mit Jussi gab es den öffnenden Pass, und das Toreschiessen war einfach. Nun fehlen uns ein bisschen diese Zuspiele», sagt Trainer André Rötheli zu diesem Thema. Und fügt an: «Wir müssen da halt wieder einfacher spielen. Mehr schiessen und mehr Druck aufs gegnerische Tor ausüben.» Dann sollte es auch wieder mehr zu den Abprallern kommen.

Von denen gab es gestern zu wenig. Weil die Schüsse zu selten oder zu wenig gut waren (26:36 lautete die Bilanz, und die spiegelt das Geschehen korrekt wider). «Wir sind zudem ein bisschen zu wenig ‘ scharf’», sagt Rötheli. Der Mannschaft fehlt es in gewissen Bereichen an Explosivität. Und das ist auch eine Folge der zuletzt zu vielen Absenzen. Zu wenige Spieler hatten die Verantwortung zu tragen, der eine oder andere spürt das nun. Center Fabian Sutter ist nicht mehr so frisch und dominierend wie noch im Dezember.

Anfang Dezember, im letzten Match mit Jussi Jokinen, hatte Kloten in Olten das bisher wohl beste Saisonspiel gezeigt und dem Gegner beim 4:1-Sieg im Prinzip keine Chance gelassen. «Damals hatten wir zwei Ausländer, einer davon war top, nun war nur einer zur Verfügung», erklärt Rötheli. Denn Ryan MacMurchy, das war nach dem Thurgau-Match zu erwarten gewesen, musste passen. Wann er zurückkehrt, ist offen. «Wir brauchen alle, um solche Mannschaften wie Olten schlagen zu können», sagt Rötheli.

Hart und einfach

Zum Glück für Kloten gab es gestern die Rückkehrer. Doch auch Obrist oder Lemm sind noch nicht in der Topverfassung, die sie vor ihrer Pause waren. Das ist normal. Kloten war gestern aber immerhin bereit, wieder einen Schritt nach vorne zu tun. Der Audtritt war der beste der bisher drei im neuen Jahr. Zum einen lag das an der Spielweise, zum andern am Schlussmann. Joren van Pottelberghe, der am Freitag pausiert hatte, zeigte einmal mehr eine überragende Leistung. Er hielt seine Mannschaft im Spiel, er gab ihr die Chance, diesen Match zu gewinnen. Oder zumindest, als der Sieg nicht mehr nach 60 Minuten möglich war, eine Verlängerung zu erreichen.

Er stoppte Oltens Topskorer Hohmann aus bester Position, er stoppte Bryce Gervais, den andern Ausländer Oltens. Und er hielt - neben vielen andern Paraden - auch einen Penalty von Diego Schwarzenbach. Hätte der getroffen, hätte das nach 49 Minuten schon das 1:3 bedeutet. Dieses 1:3 kam daber dann doch als René Back eine Abwehraktion nicht gerade glücklich ausführte. Lukas Haas konnte profitieren und alleine vor Van Pottelberghe das 3:1 Oltens erzielen.

22 Sekunden später allerdings war der Match schon wieder eng. Jeffrey Füglister vollendete, was Adrian Wetli mit seinem Pass vors Tor eingefädelt hatte. Das war so eine Aktion, von denen Kloten mehr benötigt: «Hart und einfach müssen wir spielen», fordert Rötheli.

Pech in der 32. Minute

Etwas speziell und eine Gemeinsamkeit an den drei Niederlagen Klotens im neuen Jahr: In allen Partien schoss der EHC den ersten Treffer. Normarlerweise ist das schon einmal nicht schlecht, um einen Sieg zu holen. Aber in Zug bliebs das einzige Tor, gegen Thurgau folgte wenigstens noch das 2:2. Gestern brachte Adrian Wetli die Klotener in Führung, und in der besten Phase verpassten es er und seine Kollegen, einen zweiten Treffer zu schiessen. Füglister verpasste das 2:0 nur um Millimeter, irgendwie brachte Oltens Goalie Rytz den Stock noch an die Scheibe.

Lange sahen sich die Schiedsrichter die Szene an, ehe sie den Treffer nicht gaben. 28 Sekunden später glich Olten aus. So schnell kann es gehen. Wie auch im Spielplan: Bereits morgen kommt Leader La Chaux-de-Fonds in die Swiss Arena. Roland Jauch (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.01.2019, 22:43 Uhr

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