Klotens doppelte Erleichterung

Beim wichtigen 3:1 in Ambri erlitt Brady Murray eine Hirnerschütterung, entging aber einer noch schwereren Verletzung.

Glück im Unglück: Brady Murray. Foto: Patrick B. Kraemer (Keystone)

Glück im Unglück: Brady Murray. Foto: Patrick B. Kraemer (Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die gute Nachricht vorweg: Brady Murray geht es den Umständen entsprechend gut. Er erlitt eine Hirnerschütterung, dürfte aber heute aus dem Regionalspital Bellinzona entlassen werden. Wann er wieder spielen kann, ist offen. Doch angesichts der Szenen, die sich am Samstag in Ambri ereigneten, hatte der 30-Jährige Glück, dass sich ihm jetzt nicht existenziellere Fragen stellen.

Denn nach dem harten, aber regulären Check, den Ambris hünenhafter O’Byrne in der 19. Minute gesetzt hatte, war der Kloten-Stürmer in die Bande ­geprallt und minutenlang regungslos auf dem Eis liegen geblieben. Er hatte kurzzeitig das Bewusstsein verloren; das erste Drittel wurde vorzeitig abgebrochen und Murray mit einer Bahre in die Garderobe gebracht. Von dort gab es bald Zeichen von Entwarnung: Er konnte alle Gliedmassen bewegen. Zur Kontrolle wurde er dennoch ins Spital gebracht.

So endete der Abend für Murray glimpflich und für sein Team mit doppelter Erleichterung: Denn nach dem Ausfall ihres Mitspielers drehten die Flyers das Spiel und machten aus einem 0:1 ein 3:1. Durch den Sieg schlossen die Flyers punktemässig zu Ambri auf, dank der besseren Saison­bilanz aus den Direktbegegnungen (9:6 Punkte) verdrängten sie die Tessiner wieder auf Platz 11, der die Verbannung ins Playout bedeutet.

Es war also ein wichtiges Spiel für die Klotener. Und es war auch ein typisches. Nicht weil sie alle Punkte holten – das war diese Saison ja selten genug der Fall, nur 14-mal in 53 Anläufen. Sondern weil erneut ein Spieler vorzeitig vom Eis musste.

Mit Murrays Ausfall umfasst die Verletztenliste aktuell sieben ­Namen – und das nur deshalb, weil am Samstag Lemm nach fast einmonatiger Pause sein Comeback gab. Unter den ­Abwesenden sind auch Santala, Leino und Andersson. Sein Ausländerkontingent kann der Club ­deshalb seit Wochen nicht ausschöpfen.

Nach spätestens 5 Spielen out

210 Spiele: Das ist die Summe aller Partien, die Klotens Stammpersonal diese Saison fehlte. Dazu gehören Langzeitverletzte wie Jenni (43 verpasste Spiele) und Stoop (47), aber auch Leistungsträger wie Goalie Gerber (17), Hollenstein (15), Guggisberg (8) oder Stancescu (11). Von den drei Verstärkungen, die Sportchef Simpson verpflichtete, fiel jeder spätestens nach 5 Partien wochenlang aus. Immerhin blieben dank dem 3:1 in Ambri die Chancen intakt, dass die ­debakulöse Saison des letztjährigen Playoff-Finalisten mit der Platzierungsrunde ein Ende findet.

Erstellt: 08.03.2015, 21:47 Uhr

Artikel zum Thema

Angsterfahrung in Kloten

Flyers-Stürmer Romano Lemm kehrt nach überstandener Verletzung zurück. Auf der Tribüne spürte er allgemeine Verunsicherung und eigene Ohnmacht. Mehr...

Die Flyers ohne Glück, ohne Punkte, ohne Erklärung

Beim 2:3 gegen Fribourg war Kloten nicht bereit und vergab beste ­Chancen. Über die Gründe wurde gerätselt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Blogs

Beruf + Berufung «Mitarbeiter sind nicht einfach Kostenstellen»

Von Kopf bis Fuss Mein Weg auf die Rigi

Die Welt in Bildern

Zeigen Flagge: Luftaufnahme der Flaggen-Zeremonie für die Olympischen Jugendspiele, die 2020 in Lausanne stattfinden werden. (19. September 2019)
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...