Klotens nächstes Lebenszeichen

Beim 3:2 gegen Biel gewinnen die Flyers zum dritten Mal in Folge und kehren in die Playoff-Ränge zurück.

Jubel nach Penaltyschiessen: Matchwinner Martin Gerber wird von seinen Teamkollegen umringt.

Jubel nach Penaltyschiessen: Matchwinner Martin Gerber wird von seinen Teamkollegen umringt. Bild: Patrick B. Kraemer/Keystone

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Es war «Familie-Sunntig» gestern in der Swiss-Arena, die Flyers versuchten ihr Publikum mit vergünstigten Tickets zu locken. Falls das Ziel dieser Aktion darin bestand, die Jüngsten schon früh an die Leiden als Kloten-Fan zu gewöhnen: Sie wäre ein voller Erfolg zu nennen. Gegen den Tabellenletzten zweimal in Rückstand geraten, 35 Minuten hinten gelegen, am Ende ein Penaltyschiessen und schliesslich dank Captain Hollenstein und Goalie Gerber doch gesiegt: Die Flyers boten über zwei Stunden lang jede Menge Nervenkitzel.

Ein reines Vergnügen war das für ­niemanden, doch die Erleichterung ­danach war gross. Als «Krampf» bezeichnete Hollenstein dieses 3:2, als «sogenannten Arbeitssieg». Und Gerber stellte fest: «Wir haben Biel mehr ge­geben, als wir wollten.» Mehr, aber nicht alles. Zwei von drei Punkten blieben in Kloten und machten es möglich, dass die Flyers erstmals seit Mitte Dezember wieder einen Playoff­rang belegen. Punktgleich mit Bern, aber mit einem Spiel weniger.

Matchwinner mit Krämpfen

Die Möglichkeit, unter den besten acht in die Nationalmannschaftspause zu ­gehen, war vor dem Spiel durchaus «ein bisschen ein Thema», wie Trainer Sean Simpson zugab. Dass sie auch genutzt wurde, lag einerseits an Hollenstein, der wie schon am Vortag beim 4:3 in Zug ­seinen Penalty souverän verwandelte. Und es lag mehr noch an Gerber. 43 Schüsse hatte der Torhüter schon pariert, ehe es ins Duell Mann ­gegen Mann ging. Dort blieb der 41-Jährige ­makellos, steigerte seine Saisonquote auf 8 von 9 abgewehrten Versuchen und ­sicherte den Seinen im zweiten Penaltyschiessen 2015/16 den zweiten Sieg.

«Er ist darin einer der Besten der Liga», sprach Simpson das Offensichtliche aus. Auch der Coach konnte einen Anteil am Erfolg für sich beanspruchen. Nach zwei Dritteln und 0:1 Toren rief er Leone, Praplan und Obrist ins Trainerbüro und fragte, ob sie zusammen Energie aufs Eis bringen könnten. Sie bejahten – und liessen nach vier Minuten im Schluss­abschnitt Taten folgen. Leone spielte zur Mitte und Praplan drosch den Puck mit aller Kraft ins Netz. Ebenfalls neu war die erste Linie, wo der zuvor glücklose Bieber Praplan ersetzte. Ihm gelang in Überzahl das 2:2 (52.).

Dass sich Kloten gegen Biel, das vier seiner letzten fünf Spiele gewonnen hatte und für das es um wenig ging, schwertat, erstaunte nicht. Die Flyers hatten zwanzig Stunden zuvor in Zug viel Kraft gelassen, Gerber kämpfte gegen Spielende gestern mit Krämpfen. An den vorangegangenen Gala-Auftritt gegen ­Davos erinnerte erst recht nichts, und doch war Simpson stolz: «Wir haben schon besser gespielt und keine Punkte geholt», erinnerte der Kanadier. Diesmal fand sein Team gegen einen Gegner, «der meistens besser gespielt hat als wir», einen Weg zum Sieg.

Das ist tatsächlich neu bei den Flyers. Am Samstag gelang es ihnen, erstmals seit dem 23. Oktober wieder zwei Spiele in Serie zu gewinnen. Und am Sonntag liessen sie Nummer drei folgen – wie seine Vorgänger nach 0:1-Rückstand und in der wichtigsten Phase dieser Saison, in der die zweite Playoff-Qualifikation in vier Jahren nun greifbar nahe rückt.

Als Trainer kann Simpson darüber ­erleichtert sein, als Sportchef bleibt er gefordert. Bis Sonntag können noch Ausländer verpflichtet werden, Simpson sondiert den Markt. Gut möglich, dass ein weiterer Verteidiger das Objekt der Begierde ist. «Ich kann nichts ausschliessen», sagte Simpson zum Thema und ­lächelte. Das war in den letzten Wochen kein häufiger Anblick in Kloten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.02.2016, 20:11 Uhr

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25.02.Geneve-Servette HC - EHC Kloten2 : 4
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Stand: 25.02.2017 22:19

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