Knellwolf sorgt für den gerechten Lohn

Der EHC Kloten musste im ersten Playoff-Viertelfinalmatch in die Verlängerung, weil er zu wenig Treffer schiesst. Aber dann trifft Ramon Knellwolf in Langenthal zum 3:2 nach 69:11.

Ramon Knellwolf (m.) jubelt nach dem Tor zum 2:3 mit Thibaut Monnet (l.) und Marco Lehmann. (Foto: Christian Pfander / Tamedia AG)

Ramon Knellwolf (m.) jubelt nach dem Tor zum 2:3 mit Thibaut Monnet (l.) und Marco Lehmann. (Foto: Christian Pfander / Tamedia AG)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wieder Verlängerung. Wie schon im letzten Playoff-Match (der Spiel 7 in der Ligaqualifikation gegen die SCRJ Lakers war). Aber dieses Mal keine grosse Trauer nach einem Gegentor. Sondern die grosse Freude. Obwohl Kloten ein 2:0 verspielt hatte, siegte der «Aussenseiter» in Langenthal noch 3:2. Keiner der Stars schoss das Goal, sondern ein «Kleiner», im wahrsten Sinne des Wortes. Ramon Knellwolf ist nur 1,68 m gross, im Juni wird er erst 21 Jahre alt. Er hatte nicht seinen besten Abend am Freitag.

Aber als es wichtig war, war er bereit. Kloten war in der Verlängerung eher mehr unter Druck als die Langenthaler. Doch dann kam der Moment, in dem die vierte Linie mit Monnet, Knellwolf und Lehmann für Entlastung sorgte. Ein Schuss von der blauen Linie konnten die Langenthaler Defensive und Goalie Wüthrich nicht behändigen. Knellwolf zeigte sich mutig und zauberte die Scheibe beinahe vom Nullwinkel ins Tor. Gespielt waren 69:11 Minuten. Und die Klotener konnten doch noch jubeln in einem Match, der für sie plötzlich eng geworden war.

Wie war der EHC doch gut gestartet in diesen Playoff-Auftakt. Eine Sekunde nach Ablauf des ersten Powerplays traf Füglister zum 1:0. Gespielt waren 156 Sekunden. Als Sutter das 2:0 erzielte, hatten zwei «Sorgenkinder», die seit dem Januar unter den Erwartungen geblieben waren, gezeigt, dass sie fürs Playoff bereit waren. Kloten hatte den Match im Griff, spielte bis zu 30. Minute perfekt – mit einer ganz wichtigen Ausnahme: Die vielen guten Chancen, die sich dem EHC eröffneten, blieben alle ungenützt. Oder ein Treffer (von Monnet zum 3:1) wurde wegen einer Kickbewegung nicht gegeben. Sogar zwei Minuten in doppelter Unterzahl überstand das Team, führte nach 40 Minuten noch immer ohne Gegentreffer.

Harte Attacke ungeahndet

Aber hatte halt immer noch erst zwei Tore geschossen. Das war zu wenig. Das hätte reichen können in einem Heimspiel. Aber nicht im Schoren. Der erste Treffer der Langenthaler war ein abgelenkter Schuss. Danach hatte Obrist zwei hervorragende Möglichkeiten, es folgte Monnets nicht gegebenes Tor – und eine weitere Strafe gegen Kloten, die für viele überraschend ausgesprochen wurde. Das letzte Powerplay in den 60 Minuten nützte Langenthal durch Kelly. Auch Kloten hatte noch eine Überzahlmöglichkeit. Aber das Spiel mit einem Mann mehr war auch am Freitagabend nicht zwingend. Dafür war Knellwolf im richtigen Moment mutig genug, einen Schuss zu versuchen.

Der Sieg Klotens war deshalb verdient, weil sich die Mannschaft durch die vielen Unwägbarkeiten auf fremdem Eis nicht aus der Ruhe bringen liess. Sie zog ihr perfektes Spiel nicht durch, aber sie liess sich nicht ganz aus dem Tritt bringen. Trainer André Rötheli musste schon früh mit nur noch sechs Verteidigern auskommen. Steiner wurde, kaum hatte Langenthals Coach Per Hanberg seine Mannen im Timeout zu mehr physischem Spiel angehalten, von Rytz mit einem Check aufs Eis geknallt, der in keinem Reglement als korrekte Aktion geführt ist. Die beiden Schiedsrichter sahen nichts. Das passte zum Auftritt der Referees.

Kloten setzte gestern zwei der Winterthurer Verstärkungen ein. Guerra in der Verteidigung, Wieser in der Offensive. Guerra erhielt vor Bircher, Weber und Seydoux den Vortritt. Der Klotener Erfolg war der einzige Auswärtssieg zum Viertelfinalstart. Sonst wurde der Freitagabend zu einem der Favoriten. Kloten hat sich mit diesem Erfolg immerhin in die Spur gebracht, die Leistung war deutlich besser als in der Woche zuvor. Am Sonntag geht es weiter.

Langenthal - Kloten 2:3 n.V. (0:2, 0:0, 2:0, 0:1)
Schoren. – 2500 Zuschauer. – SR Gianinazzi, Borga; Kehrli/Schlegel.
Tore: 3. Füglister (Kellenberger, Lemm) 0:1. 12. Sutter (Back, Kellenberger) 0:2. Wyss (Küng) 1:2. 56. Kelly (Pelletier, Ausschluss Lemm) 2:2. 70. (69:11) Knellwolf 2:3.
Strafen: 4x2 gegen Langenthal, 6x2 gegen Kloten.
Langenthal: Wüthrich; Pienitz, Müller; Rytz, Henauer; Maret, Scheidegger; Andersson; Kelly, Kummer, Tschannen; Anderson, Pelletier, Sterchi; Leblanc, Dünner, Dal Pian; Gerber, Küng, Wyss.
Kloten: Van Pottelberghe; Kellenberger, Back; Steiner, Ganz; Guerra, Egli, Harlacher; Marchon, Sutter, Füglister; Wieser, Lemm, Wetli; Tukonen, Obrist, Combs; Knellwolf, Monnet, Lehmann.
Bemerkungen: Tor Monnets (48:20 zum 1:3) wegen Kickbewegung nicht anerkannt. Time-out Langenthal 11:03 (0:2); Steiner nach Check von Rytz mit Kopfverletzung out; Kloten ohne Kindschi (Langnau), MacMurchy (verletzt), Weber, Seydoux, Bircher, Seifert (überzählig). Kloten erstmals mit den Winterthur-Leihspielern Wieser, Guerra, Guggisberg (Ersatzgoalie). (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.02.2019, 23:52 Uhr

Artikel zum Thema

Am besten spielte Kloten mit Jokinen

Sieben Punkte Rückstand auf die Spitze weist Kloten nach der ersten Qualifikation in der zweithöchsten Liga auf. Das liegt im Rahmen. Rang 5 aber ist zu wenig. Mehr...

Trotz Sieg muss Kloten im Playoff auswärts starten

Der EHC Kloten trifft auf Langenthal, die GCK Lions sind im Playoff wieder nur Zuschauer. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Haben Sie grossartige Aussichten?

Altersvorsorge ist gerade für junge Schweizerinnen und Schweizer ein immer wichtigeres Thema. So geniessen Sie Ihren Ruhestand sorgenfrei.

Kommentare

Blogs

Geldblog So vermeiden Sie Risiken bei der Altersvorsorge

Sweet Home 6 Köstlichkeiten zum Frühlingsanfang

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Eine runde Sache: Die mehrstöckigen Tulou-Häuser sind typisch für die chinesische Provinz Fujian und einige davon gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Es sind Festungen mit Innenhof, die je nach Grösse bis zu 800 Bewohner fassen. (März 2019)
(Bild: Aleksandar Plavevski/EPA) Mehr...