Malgins Freude beim ZSC-Debüt

Der 17-jährige Center überzeugte bei der Premiere in der NLA, für Fribourg war das 1:4 die sechste Niederlage im achten Saisonspiel.

Der Neuling und der Routinier: Denis Malgin (links) und Roman Wick feiern den Führungstreffer. Foto: Melanie Duchene (EQ Images)

Der Neuling und der Routinier: Denis Malgin (links) und Roman Wick feiern den Führungstreffer. Foto: Melanie Duchene (EQ Images)

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Nur 30 Meter Luftlinie lagen an diesem Montagabend nach dem Spiel ZSC Lions gegen Fribourg Freud und Leid auseinander. Derweil der junge Denis Malgin vor der Zürcher Kabine nach seinem gelungenen NLA-Debüt strahlte, bemühte sich der ernüchterte Gottéron-Trainer Hans Kossmann um bedachte Worte. Auf die provokative Frage, ob er nach der sechsten Niederlage im achten Spiel nicht die Peitsche hervornehmen müsse, schüttelte er nur müde seinen Kopf. «Der Wille ist da, aber es fehlt die Überzeugung», sagte er. Und dann erklärte der Kanadaschweizer, wie brutal Eishockey sei, wie schnell sich das Selbstvertrauen in diesem Sport verflüchtigen könne.

Direkter Weg in die Bredouille

«Wir verloren gegen Servette und Lugano zwei Spiele, die wir hätten gewinnen sollen», sagte Kossmann, «und schon waren wir in der Bredouille.» Wobei, Bredouille war nicht genau das Wort, das er wählte. Kossmann fand nach dem 1:4 auch noch weitere Erklärungen. Man ­bezahle nun den Preis dafür, dass drei Schlüssel­spieler (Mauldin, Bykow, Tambellini) in der Vorbereitung ausgefallen seien. ­Bykow und Tambellini hätten in Zürich eine klare Aufwärtstendenz gezeigt, hielt er fest. Mauldin hat nach seinem ­Kieferbruch mit einem Spezialhelm das Training wieder aufgenommen.

Ob er auch intern solche Entschuldigungen gelten lasse, wollte ein kritischer Frager wissen. Kossmann blieb ruhig. Er kenne kein Team, das im ersten Meisterschaftsviertel schon alles verspielt habe. «Aber sind die nächsten beiden Spiele, in Biel und gegen Ambri, nicht kapital?» Da rang sich Kossmann gar ein ­Lächeln ab. «Seit 20 Jahren höre ich, das nächste Wochenende sei entscheidend.»

Zynisch könnte man sagen, Fribourg habe im Hallenstadion in der Tat einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Denn statt wie in den ersten sieben Spielen im Schnitt fünf Gegentore liess es nur vier zu. So klar, wie es am Schluss aussah, war das Spiel auch nicht. Doch in den Schlüsselszenen sah man, wieso die Zürcher vorne liegen und die Freiburger unter dem Strich.

Aus Zürcher Sicht wäre es ein normaler Pflichtsieg gewesen, hätte da nicht Malgin seinen ersten Auftritt im ZSC-Dress gehabt. Und der 17-Jährige durfte gleich den Platz des verletzten Luca Cunti im ersten Sturm einnehmen. Er spielte von Beginn weg frech auf, war bemüht, seinen Centerpflichten auch im Defensivspiel nachzukommen, und durfte sich beim 1:0 Wicks (30.) den ersten NLA-Assist gutschreiben lassen.

«Nach dem Warmup mit GC bekam ich den Anruf, dass ich am Abend beim ZSC spiele», erzählte der Sohn von ­Albert Malgin auf Schweizerdeutsch mit leichtem Berner Akzent. «Vor dem Match war ich sehr nervös. Doch alle sagten mir, ich solle keine Angst haben vor Fehlern. Und im Spiel ging es dann von Einsatz zu Einsatz besser.»

Die NHL ist noch weit weg

Malgin junior ist wohl noch ein paar Zentimeter kleiner als die 1,73 Meter, die auf der GCK-Homepage angegeben sind. Aber er ist äusserst trickreich und mit ­einer guten Übersicht gesegnet, gemahnte an Bykow junior. Zusammen mit Kevin Fiala und Noah Rod bildete er an der U-18-WM den Schweizer Paradesturm, der neun von elf Toren schoss. ­Fiala gelang in einem Testspiel Nash­villes nun schon sein erstes Tor für die ­Predators. Die NHL scheint also nicht so weit weg, oder? Malgin widersprach eifrig: «Doch, glauben Sie mir, das ist sie.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.09.2014, 23:39 Uhr

ZSC Lions - Fribourg 4:1 (0:0, 3:1, 1:0)

7989 Zuschauer. – SR Kurmann/Wiegand; Fluri/Kovacs.
Tore: 30. Wick (Malgin, Blindenbacher) 1:0. 33. Bastl (Bärtschi, Trachsler) 2:0. 35. Plüss (Huguenin, Bykow/Ausschluss Bastl) 2:1. 39. (38:00) Nilsson (Shannon, Bergeron/Ausschluss Helbling). 55. Dan Fritsche (Künzle) 4:1. – Strafen: 7-mal 2 Minuten ­gegen den ZSC, 3-mal 2 Minuten gegen Fribourg.
ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Smith; Seger, Bergeron; Stoffel, Geering; Siegenthaler; Baltisberger, Malgin, Wick; Keller, Shannon, Nilsson; Künzle, Dan Fritsche, Schäppi; Bärtschi, Trachsler, Bastl; Neuenschwander.
Fribourg: Conz; Helbling, Abplanalp; Ngoy, Kwiatkowski; Huguenin, Schilt; Montandon; Sprunger, Wirtanen, Vauclair; Mottet, Dubé, Plüss; John Fritsche, ­Pouliot, Monnet; Hasani, Bykow, Tambellini; Ness.
Bemerkungen: ZSC ohne Cunti (verletzt), Tabacek (überzählig). Fribourg ohne Mauldin und Kamerzin (beide verletzt). – NLA-Debüt von Malgin.

ZSC Lions

Künzle mit Vertrag bis 2018 – wie Wick und Nilsson

In Zeiten, in denen Spieler schon vor dem ersten Bully für die übernächste Saison bei Ligakonkurrenten unterschreiben, ist es ratsam, Verträge frühzeitig zu verlängern. So banden die ZSC Lions Chris Baltisberger vor Saisonstart um zwei weitere Jahre bis 2017. Gestern setzte nun auch Mike Künzle seine Unterschrift unter einen neuen Kontrakt – bis 2018. «Er ist ein Eigener, und wir sind überzeugt, dass er sein Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft hat», begründete Sportchef Edgar Salis die Vertragsverlängerung. Der 20-jährige Flügel zählt zu den positiven Überraschungen der jungen Saison, hat in neun Spielen schon drei Tore und sieben Punkte erzielt. Salis sieht ihn als einen der besten Schweizer Goalgetter der Zukunft.
Per Ende Saison laufen noch zehn Verträge aus – jene von Seger, Stoffel, Siegenthaler, Bastl, Trachsler, Neuenschwander, Zangger und der Ausländer Smith, Shannon und Keller. Wer Priorität habe, verrate er natürlich nicht, sagt Salis. Interessant ist, ob Captain Seger nach 16 Saisons in Zürich bleibt. «Wir wissen, was wir an ihm haben, und er weiss, was er an uns hat», so der Sportchef. Die längsten Verträge, alle bis 2018, besitzen nun Künzle, Wick und Nilsson. Nilsson? Richtig. Der Schwede mit Schweizer Lizenz, der 2013 mit einem Dreijahresvertrag nach Zürich kam, verlängerte nach dem Meistertitel vorzeitig. Klammheimlich. Und natürlich beobachtet Salis genau, was mit Ronalds Kenins in Nordamerika passiert. (sg.)

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