«Nicht irgendwann, sondern sofort»

Roman Wick hat beim 0:3 in Zug ein starkes Comeback gegeben, der ZSC bleibt im Strichkampf aber in der Bredouille.

Roman Wick taucht schon nach 20 Sekunden alleine vor Zugs Goalie Sandro Aeschlimann auf. Foto: Patrick Straub (Freshfocus)

Roman Wick taucht schon nach 20 Sekunden alleine vor Zugs Goalie Sandro Aeschlimann auf. Foto: Patrick Straub (Freshfocus)

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Irgendwann, so hatten ZSC-Pessimisten befürchtet, werde die Serie reissen. Irgendwann würden die Lions in einem Match gegen Zug nicht mehr das Glück haben, das ihnen in sieben Matches in Folge teilweise zur Seite gestanden hatte.

Und ausgerechnet dann, als die Zürcher die Punkte am meisten benötigt hätten, bekamen die Pessimisten recht. Die 0:3-Niederlage in Zug hat die Situation der Lions am Strich keineswegs verbessert, ihre Lage ist noch einmal kritischer geworden. Die drei letzten Spiele verloren sie, seit dem Trainerwechsel holten sie aus acht Partien neun Punkte. Mit einem Torverhältnis von 17:24. Das Heimspiel morgen gegen Genf-Servette ist von enormer Bedeutung.

«Es ist schon verrückt ...»

Das Spezielle an der jüngsten Niederlage: Die ZSC Lions spielten einen sehr guten Match. Mit einem einzigen Manko halt. Sie trafen nicht. «Es ist schon verrückt, was ein Tor bewirken kann», sagte Simon Bodenmann. «Ein geschossenes Goal gibt dir so viel Energie; ein Treffer ins eigene Tor aber nimmt dir auch sehr viel.» Ausschlaggebend für den jüngsten Energie-Verschieber war ein Scheibenverlust von ZSC-Verteidiger Maxim Noreau. Raphael Diaz konnte kurven, bis Denis Everberg frei war.

Das war im Mitteldrittel, nachdem auch die ZSC Lions in diesem intensiven Kampf gegen die Cupsieger die eine oder andere sehr gute Möglichkeit gehabt hatten. Roman Wick zum Beispiel schlängelte sich bereits nach 20 Sekunden in seiner bekannten Art mit dem Puck vor Goalie Sandro Aeschlimann – der Abschluss misslang. «Da hat man gesehen, dass noch nicht alles stimmt», sagte der Rückkehrer. Das Spiel in Zug war sein erstes seit dem 19. Oktober 2018 in Bern, fast vier Monate liegen zwischen diesen zwei Partien. «Ich habe am Schluss die Balance verloren», analysierte Wick seine erste gute Szene.

Eineinhalb Monate ohne Eis

Von Minute zu Minute, von Einsatz zu Einsatz sei es besser gegangen. Damit meint der 33-Jährige sein persönliches Befinden im Match. Zur Teamleistung erklärte er: «Es war gut, wie wir gekämpft haben. Aber es ist halt ganz simpel: Ohne Tor kannst du nicht gewinnen. Ein Goal schon hätte reichen können.»

Er fordert, dass die Zürcher den «letzten verbissenen Willen, die Scheibe über die Linie zu drücken», zu finden haben. Mit anderen Worten: «Wir müssen beginnen, Playoff-Eishockey zu spielen. Nicht irgendwann, sondern sofort.» Nicht einer allein könne für den Umschwung ­sorgen, sondern nur alle miteinander.

Wick ist nach seiner langen Pause wegen einer Oberkörperverletzung (mehr möchte er dazu nicht sagen) dazu bereit. Das hat der erste Test in Zug gezeigt. Dank ihm und dem anderen Rückkehrer, Roman Cervenka, verfügen die Zürcher über eine neue starke Linie. Wick, Cervenka und Fredrik Pettersson sind Spieler, die jeden Gegner vor Probleme stellen können.

Ansätze davon waren in Zug zu sehen. Das Trio wird und soll noch besser werden. Vor allem in den Spezialsituationen. «Das Überzahlspiel muss wieder eine Stärke von uns werden», fordert Wick. «Enge Spiele werden im Powerplay entschieden.»

Wick trainierte erst die letzten zehn Tage vor seinem Comeback regelmässig mit der Mannschaft. Eineinhalb Monate, so sagt er, sei er nach seinem Ausscheiden im Oktober nicht auf dem Eis gewesen. Nachher habe er es immer wieder versucht. Einmal sei es besser, ein anderes Mal weniger gut gegangen. Man spürt es: Es war keine leichte Zeit.

Wie auch für den anderen Roman, den tschechischen Stürmer Roman Cervenka. Sie hätten oft zusammen trainiert, einander herausgefordert und angetrieben. Eine weitere Gemeinsamkeit: Beide erzielten bisher erst einen Treffer. Wenn sie mehr zur Produktion beitragen können, dann bestehen die Zürcher auch im Kampf ums Playoff. «Ich glaube an diese Mannschaft, wir können noch viel erreichen», meint Wick. Die erste Voraussetzung dazu: ein Heimsieg morgen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.02.2019, 22:24 Uhr

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