Oltens Di Pietro: «Ich bete für Ronny»

Nach dem fürchterlichen Unfall von Verteidiger Ronny Keller am späten Dienstagabend im Stadion Kleinholz ist der NLB-Verein EHC Olten in einem Schockzustand.

Geschockt: Paul Di Pietro hofft und betet, dass Ronny Keller wieder völlig gesund wird.

Geschockt: Paul Di Pietro hofft und betet, dass Ronny Keller wieder völlig gesund wird. Bild: Keystone

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Ronny Keller befindet sich im Paraplegikerzentrum Nottwil. Der 33-jährige Verteidiger des EHC Olten, in der Regular Season noch Captain des HC Thurgau, war nach einem Check von hinten von Langenthals Stefan Schnyder mit dem Kopf voran heftig in die Bande geprallt. Keller ist bereits operiert worden. Ob er je wieder normal laufen kann, steht noch nicht fest. Der EHC Olten meldet, dass eine definitive Prognose erst in zwei Wochen möglich sein wird.

Schnyders Aktion wurde von der Spielleitung mit einem Restausschluss geahndet (fünf Minuten plus Spieldauer). NL-Einzelrichter Reto Steinmann hat sich heute dieser Sache bereits angenommen und ein Verfahren eröffnet. Der Jurist und Eishockey-Fachmann wird schnell handeln, das nächste Duell der umkämpften Halbfinal-Playoff-Serie ist auf den Freitag angesetzt. Wer sich die Szene angesehen hat, sieht primär, dass die Tat des Langenthalers mehr als nur dümmlich war. Wer einen Gegenspieler wenige Meter vor der Bande von hinten so checkt, nimmt eine Verletzung des Gegners in Kauf. Ob die Aktion des Fehlbaren vorsätzlich war, ist schon schwieriger zu beurteilen. Auf jeden Fall hat der Einzelrichter keine einfache Aufgabe zu lösen. Anzunehmen ist, dass der Liga-Richter den Täter superprovisorisch sperren wird.

Die Gedanken sind beim Spieler

Paul Di Pietro, der für den EHC Olten in der Overtime den Siegtreffer zum 3:2 erzielte, will sich zur Aktion von Schnyder nicht näher äussern. Er sagt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet lediglich: «Schwere Unfälle können im Eishockey passieren.» Seine – und die Gedanken seiner Teamkollegen und des gesamten Clubs – sind beim schwer verletzten Keller. «Ich bin immer noch geschockt. Eishockey spielt jetzt überhaupt keine Rolle mehr. Ich hoffe, dass Ronny wieder ganz gesund wird. Das ist alles, was jetzt zählt.» Und nach einer kurzen Pause fügt der ehemalige Schweizer Internationale an: «Ich bete für Ronny, dass er sich später wieder normal bewegen kann.» Dass sich der verunfallte Spieler in Nottwil in guten Händen befindet, nährt die Hoffnung von Di Pietro, dass sich der Gesundheitszustand seines Teamkollegen bessern könnte.

Der Zwischenfall im Oltner Stadion Kleinholz schockt nicht nur das Mittelland, sondern die ganze Eishockey-Schweiz. Alle wünschen dem verunglückten Spieler gute Besserung. ZSC-Verteidiger Marco Maurer, der sich an der U-20-WM 2006 das Genick gebrochen hatte, aber mit viel Glück und nach langer Verletzungspause mit enormem Willen ein Comeback schaffte: «Wenn man das gesehen hat, macht man sich schon seine Gedanken.»

Bei Kellers Unfall werden schlimme Erinnerungen an den Dezember 1995 wach, als sich in Davos Luganos Pat Schaffhauser nach einem Aufprall mit dem Kopf in die Bande schwere Rückenmarksverletzungen zuzog. Der Doppelbürger (USA/Sz) ist seither querschnittsgelähmt. In der Schweizer Eishockey-Szene hoffen alle, dass Ronny Keller nicht das gleiche Schicksal erfährt.

Erstellt: 06.03.2013, 17:59 Uhr

Der Unfall: Langenthals Stefan Schnyder (r.) checkt von hinten den Oltner Ronny Keller in die Bande. (Bild: Screenshot Teleclub)

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