Rückschlag für ZSC und SC Bern

Nach 2:0 Führung verlieren die Lions noch in Rapperswil, die Berner haben gegen Servette das Nachsehen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Lakers feiern mit einem 3:2 in der Verlängerung gegen die ZSC Lions ihren dritten Sieg in Serie. Dabei wurde wie schon beim 1:0 in Biel Cervenka zum Matchwinner in der Overtime. Der Tscheche stibizte Roe den Puck an der eigenen blauen Linie, brauste davon und bezwang Flüeler souverän. So drehten die Rapperswiler die Partie nach einem frühen 0:2 noch, wurden sie für ihre kämpferische Leistung belohnt. Dabei hatte anfangs nur wenig auf einen Lakers-Sieg hingedeutet. Chris Baltisberger beendete in der 7. Minute mit dem 1:0 in Überzahl die Serie der Ungeschlagenheit von Lakers-Goalie Nyffeler nach 138 Minuten und 52 Sekunden. Seit dem 3:6 zum Saisonauftakt in Bern war dieser nicht mehr bezwungen worden. Nun kassierte er gegen die ZSC Lions innert 64 Sekunden zwei Treffer, doppelte doch Bodenmann gleich nach mit einem platzierten Hocheckschuss.

Kampfbetonte Partie

Doch die Rapperswiler liessen sich nicht gross beeindrucken und kämpften sich in die Partie, die anfangs an ihnen vorbeilief. Und es kam ihnen entgegen, dass sich ZSC-Center Prassl kurz nach Beginn des Mitteldrittels bei Bully eine Strafe einhandelte, die Rowe (21.) nach nur sechs Sekunden zum 1:2 nützte. Die vom Kampf und weniger von spielerischen Finessen geprägte Partie wogte danach hin und her, wobei es die Zürcher verpassten, in Überzahl das 3:1 zu erzielen. Und so nützten die Lakers eine Unachtsamkeit zum 2:2 Kristos (48.) - und krönten sie ihren Auftritt in der Overtime.

Servette besiegt Meister Bern

Servette spielt unter Coach Patrick Emond wie zuvor unter Chris McSorley: körperbetont, gradlinig, mit viel Zug aufs Tor. Und derzeit sind die Genfer mit diesem System sehr erfolgreich. Gegen Meister Bern realisierten sie im fünften Match schon den vierten Sieg, und das 4:2 war durchaus verdient. Vorerst hatten die Besucher spielerisch noch ein Übergewicht. Dass es nach 20 Minuten 1:1 stand, verdankten die Gastgeber diversen guten Paraden Robert Mayers sowie einem glückhaft erzielten Treffer von Eliot Berthon. Doch ab dem zweiten Drittel war Servette die bessere, gefährlichere Mannschaft. Die Berner verloren die Mehrzahl der Zweikämpfe und wirkten zuweilen etwas desorientiert, weshalb die Genfer vor SCB-Goalie Pascal Caminada immer wieder Verwirrung stiften konnten. Berthon doppelte nach, und Daniel Winnik erhöhte noch vor der zweiten Pause auf 3:1. Die Berner erzielten ohne Keeper noch den Anschlusstreffer, doch die Wende gelang ihnen nicht.

Zug siegt wieder, Lugano holt ersten Punkt

Das 3:2 nach Penaltys ist alles andere als ein überzeugender EVZ-Auftritt im fünften Saisonspiel. Auch gegen Lugano offenbart der Titelkandidat, warum er bisher mit Abstand die meisten Tore der Liga kassiert hat, 20 an der Zahl. Fehlpässe, Puckverluste, Missverständnisse gibt es zu sehen - und ein Lugano, das sich am Ende ins Penaltyschiessen retten kann. So gelingt Bürgler nach einem Zuger Puckverlust solo das 1:0, Fazzini nach einem Fehlzuspiel das 2:2. Doch so kompakt die Luganesi defensiv stehen, so engagiert sie kämpfen: Im Angriff fehlte ihnen jedes Überraschungsmoment - bis ins Penaltyschiessen, wo alle fünf Schützen scheitern. Unter anderem auch der Schwede Linus Klasen, der sein Meisterschaftsdebüt gibt. Antworten im Angriff braucht die Mannschaft von Trainer Sami Kapanen also dringend. Doch wenigstens holte sie im dritten Anlauf erstmals einen Punkt - und verdrängt Fribourg auf den letzten Tabellenplatz. Der EVZ dagegen schafft es zum vierten Mal in Folge nicht, in einem Spiel alle drei Zähler zu holen. Aber immerhin gab es nach zwei Niederlagen wieder einen Sieg. Auch wenn es dafür ein Penaltyschiessen brauchte, in dem Sven Senteler der umjubelte Siegtreffer gelang.

Bieler Derby-Könige

Das zweite Berner Derby innert 24 Stunden war umkämpft und intensiv. Wobei der erste Part in diesem Rencontre zwischen Seeländern und Emmentalern klar an Letztere ging. Langnau machte gehörig Druck und ging nach sieben Minuten verdient durch einen Ablenker Benjamin Neukoms in Führung. Und die SCL Tigers blieben bissiger. Erst als Ben Maxwell zu Beginn des Mitteldrittels im Powerplay zum 2:0 traf, erwachten die Bieler. Doch nach Marc-Antoine Pouliots Anschlusstreffer (27.), er hatte Tigers-Keeper Damiano Ciaccio in der nahen oberen Ecke erwischt, nahmen sie gehörig Fahrt auf. Bloss vermochten sie aus ihrem deutlichen Chancenplus vorerst kein Kapital zu schlagen. Weil Ciaccio im Prinzip sehr solide parierte, sich die Langnauer nach Kräften wehrten und die Bieler im Abschluss sündigten.

Intensive Schlussphase

Im Schlussabschnitt allerdings liess sich Ciaccio nochmals erwischen. Beim Weitschuss von Yannick Rathgeb (48.), der zum 2:2 führte, hatte er freie Sicht. Es folgte ein offener Schlagabtausch, der schliesslich im Penaltyschiessen gipfelte. Und in diesem machte der starke Bieler Keeper Elien Paupe sämtliche Langnauer Versuche zunichte, und Toni Rajala sowie Peter Schneider sicherten dem EHCB mit ihren Toren schliesslich den Extrapunkt.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:


Rapperswil-Jona Lakers - ZSC Lions 3:2 (0:2, 1:0, 1:0, 1:0) n.V.
4360 Zuschauer. - SR Fluri/Massy, Gnemmi/Schlegel.
Tore: 7. Chris Baltisberger (Roe, Pettersson/Ausschluss Dünner) 0:1. 8. Bodenmann (Pedretti) 0:2. 21. (20:55) Rowe (Egli/Ausschluss Prassl) 1:2. 48. Kristo (Egli) 2:2. 61. (60:19) Cervenka 3:2.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers, 3mal 2 Minuten gegen ZSC Lions.
PostFinance-Topskorer: Cervenka; Suter.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Vukovic, Profico; Hächler, Maier; Egli, Randegger; Gähler, Schmuckli; Kristo, Rowe, Forrer; Clark, Cervenka, Spiller; Mosimann, Schlagenhauf, Casutt; Hüsler, Ness, Dünner.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Sutter; Suter, Roe, Wick; Pettersson, Prassl, Chris Baltisberger; Sigrist, Diem, Bodenmann; Simic, Schäppi, Pedretti; Hinterkircher.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Wellman (überzähliger Ausländer), ZSC Lions ohne Blindenbacher, Krüger und Hollenstein (alle verletzt).

Genève-Servette - Bern 4:2 (1:1, 2:0, 1:1)
5544 Zuschauer. - SR Salonen/Müller (Kaderli/Dreyfus).
Tore : 12. Rüfenacht (Arcobello, Moser) 0:1. 14. Berthon (Simek) 1:1. 23. Berthon (Miranda, Mercier) 2:1. 40. (39:14) Winnik (Smirnovs, Wingels) 3:1. 59. (58:53) Moser (Arcobello) 3:2 (ohne Goalie). 60. (59:47) Richard (Winnik) 4:2 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 4mal 2 Minuten gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Wingels; Arcobello.
Genève-Servette: Mayer; Karrer, Maurer; Wick, Mercier; Jacquemet, Le Coultre; Guebey; Wingels, Smirnovs, Winnik; Rod, Fehr, Maillard; Douay, Richard, Miranda; Simek, Berthon, Bozon; Tanner.
Bern: Caminada; Untersander, Blum; Andersson, Beat Gerber; Burren, Koivisto; Krueger, Colin Gerber; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Praplan, Mursak, Berger; Sciaroni, Ebbett, Pestoni; Grassi, Heim, Jeremi Gerber.
Bemerkungen: Genéve-Servette ohne Antonietti, Fritsche, Tömmernes, Kast und Völlmin. Bern ohne Bieber, Kämpf (alle verletzt) und Scherwey (NHL-Camp). - 1. Spiel in der National League für Tanner. - Timeout Bern (58:06). SCB von 57:34 bis 59:47 ohne Goalie.

Zug - Lugano 3:2 (1:1, 1:1, 0:0, 0:0) n.P.
7086 Zuschauer. - SR Lemelin/Wiegand, Fuchs/Wolf.
Tore: 7. Bürgler (Sannitz) 0:1. 20. (19:36) Thorell (Zgraggen) 1:1. 24. Alatalo (Hofmann) 2:1. 27. Fazzini 2:2.
Penaltyschiessen: Bürgler -, Martschini -; Klasen -, Hofmann -; Loeffel -, Senteler 1:0; Fazzini -, Thorell -; Zangger -.
Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (McIntyre) gegen Zug, 4mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Kovar; Chiesa.
Zug: Genoni; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martschini, Senteler, Thorell; Simion, McIntyre, Bachofner; Leuenberger, Albrecht, Schnyder; Zehnder.
Lugano: Zurkirchen; Ohtamaa, Chorney; Chiesa, Jecker; Riva, Wellinger; Loeffel; Zangger, Lajunen, Klasen; Bürgler, Sannitz, Bertaggia; Fazzini, Romanenghi, Suri; Jörg, Walker, Lammer.
Bemerkungen: Zug ohne Lindberg (gesperrt) und Morant. Lugano ohne Vauclair, Morini (alle verletzt) und Spooner (überzähliger Ausländer).
Lattenschüsse: 54. Klasen, 62. Hofmann. - Timeout Zug (64:10).

Biel - SCL Tigers 3:2 (0:1, 1:1, 1:0, 0:0) n.P.
5627 Zuschauer. - SR Borga/Stricker, Ambrosetti/Cattaneo.
Tore: 8. Neukom (Maxwell, Glauser) 0:1. 25. Maxwell (Blaser, DiDomenico/Ausschluss Gustafsson) 0:2. 27. Pouliot 1:2. 48. Rathgeb (Schneider) 2:2.
Penaltyschiessen: Hügli -, Pesonen -; Riat -, Maxwell -; Rajala 1:0, Diem -; Tschantré -, Schmutz -; Schneider 2:0.
Strafen: 5mal 2 plus 10 Minuten (Künzle) gegen Biel, 8mal 2 Minuten gegen SCL Tigers.
PostFinance-Topskorer: Rajala; Pesonen.
Biel: Paupe; Moser, Kreis; Rathgeb, Forster; Sataric, Salmela; Fey; Tschantré, Pouliot, Rajala; Hügli, Cunti, Künzle; Riat, Fuchs, Schneider; Ulmer, Gustafsson, Lüthi; Karaffa.
SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Schilt, Blaser; Cadonau, Huguenin; Kuonen, Maxwell, Neukom; DiDomenico, Berger, Pesonen; Schmutz, Gagnon, Dostoinow; Rüegsegger, Diem, Andersons.
Bemerkungen: Biel ohne Brunner (verletzt) und Neuenschwander (krank), SCL Tigers ohne Earl und In-Albon (beide verletzt). (sg/mob/phm/ädu)

Erstellt: 21.09.2019, 22:58 Uhr

Artikel zum Thema

Ein Abend für Flüeler und die Zürcher Underdogs

Die ZSC Lions holen ein selbstbewusstes Lausanne mit einem 5:0 auf den Boden zurück. Goalie Flüeler brilliert bei seinem ersten Shutout mit 38 Paraden. Mehr...

Biel gewinnt nach Shootout, ZSC effizient

Der EHC Biel musste für den Sieg gegen den SC Bern bis ins Penaltyschiessen, die ZSC Lions schiessen 5 Tore gegen Lausanne. Mehr...

«Arno sagte: ‹Du kannst meine Schlittschuhe haben›»

Ernst Meier ermöglichte die Fusion mit GC und pflegte stets die ZSC-Seele. Seit kurzem hat er ein besonderes Sammlerstück. Eine Würdigung des «Mister ZSC». Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Bergungsarbeiten nach Taifun-Katastrophe: Der heftige Wirbelsturm «Hagibis» hinterliess über weite Teile Japans eine Spur der Verwüstung. Die Zahl der Todesopfer ist gemäss eines japanischen Fernsehsenders auf 66 gestiegen. (15. Oktober 2019)
(Bild: Jae C. Hong/AP) Mehr...