SC Bern mit blutleerem Auftritt

Der SC Bern verliert zu Hause 2:5 gegen den HC Lugano und stolpert weiter durch die Saison. Die ZSC Lions übernehmen dank eines Sieges in Fribourg die Tabellenführung.

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Im zweiten Drittel spielte der SC Bern nicht wie der Meister, sondern wie ein Absteiger. Lugano konnte nach Lust und Laune schalten und walten. Der Treffer durch Alessio Bertaggia im Powerplay war in Anbetracht der Dominanz der Gäste ein zu geringer Lohn. Weil der HCL aber schon nach dem ersten Abschnitt geführt hatte, lautete zur zweiten Pause das Zwischenresultat 1:3.

Das Team Kari Jalonens kam dann wie verwandelt aus der Kabine und übte nun vermehrt Druck aus. Zuerst traf Mark Arcobello den Pfosten, in der 52. Minute gelang Inti Pestoni, der schon das 1:0 erzielt hatte, im Powerplay der Anschlusstreffer. Danach war Bern zwei, drei Mal nahe am Ausgleich, doch Bertaggia sorgte mit einem Konter für die Entscheidung und den verdienten Auswärtssieg der Tessiner.

Zweiter Auswärtssieg der Lions

Die ZSC Lions gewinnen in Fribourg 4:2. Den entscheidenden Treffer erzielte Pius Suter mit seinem 10. Saisontor mitten in eine Fribourger Druckphase hinein in der 44. Minute. Der Gast war mit dem Ziel nach Fribourg gereist, die Auswärtsbilanz zu verbessern. Erst ein Auswärtsspiel von deren fünf hatten die ZSC Lions gewonnen, dies verhinderte in der ersten Saisonphase eine noch bessere Klassierung. Nun waren sie aber gewillt, dies zu ändern und erwischten einen Blitzstart.

Fredrik Pettersson und Maxim Noreau erzielten in den ersten 255 Sekunden zwei Treffern und die 2:0-Führung nach dem Startdrittel war hoch verdient, das Schussverhältnis betrug 16:4. Und als auch Raphael Prassl sich für den ihm grosszügig gewährten Platz in Form eines Treffers bedankte, schien die Partie früh entschieden. Doch dann erschwerten sich die Zürcher das Leben selber und kassierten zwei nicht zwingende Treffer innert zwei Minuten. David Desharnais, der unermüdliche Stürmer, brachte die Hoffnung mit einem Doppelschlag zurück, das zweite Tor erzielte er gar in Unterzahl.

Aufopfernde Rapperswiler schlagen Zug

4 Tore insgesamt, aber ein Drei-Tore-Rückstand: Der Gang zum Wurst- und Bierstand fiel den Zuger Fans in der ersten Drittelspause schon einfacher. Das Heimteam war in der 2. Minute kalt erwischt worden, als Schlagenhauf Rapperswil in Führung schoss. 78 Sekunden später war es an Topskorer Hoffmann nach sensationalle Vorarbeit von Kovar, den missglückten Start auszugleichen. Doch Martin (6.) und Simek (7.) nach einem Abpraller in Überzahl liessen die Gäste vom Obersee erneut jubeln.

Der Wille, die Partie kehren zu wollen, war den Zugern im zweiten Drittel anzumerken. Sie schnürten die Lakers in deren Zone ein, schossen doppelt sooft aufs Tor, liessen jedoch drei Powerplays ungenutzt verstreichen. Mangelnde Effizienz musste sich das Team von Dan Tangnes auch in den letzten 20 Minuten vorwerfen lassen, als die Spieler mal um mal an Goalie Bader scheiterten. Nicht weniger als 40 Schüsse parierte der 23-Jährige beim 3:2-Sieg.

Das neue Stadion mit einem Sieg eingeweiht

Nur den 11. Platz belegte der HC Davos vor dem ersten Heimspiel gegen den Leader aus Biel. Doch das Resultatbulletin gab im Vorfeld nur wenig her – denn der HCD hatte aufgrund des Stadionumbaus fünf Spiele weniger absolviert als die Seeländer. Trotzdem: Mit nur einem Punkt in den letzten zwei Spielen konnten sich die Bündner kaum zufrieden geben. Der HCD lieferte die Antwort auf dem Eis. Von Beginn weg dominierten die Hausherren das Spielgeschehen und führten schon zum Ende des ersten Drittel verdient mit 2:0. Immer wieder wurden die Davoser durch zügige Kombinationen und schnörkellosem Spiel im Powerplay vor dem Bieler Tor gefährlich. Dann fiel das vermeintliche 3:0 in der 17. Minute. Der Jubel brach in der Vaillant Arena aber rasch wieder ein, als der Schiedsrichter nach der Videoanalyse das Tor aberkannte.

Die Bieler steigerten sich erst im Mitteldrittel. Es brauchte trotzdem das dritte Tor für die Hausherren, bevor die Bieler zwischenzeitlich auf 3:1 verkürzten. Die grosse Wende konnte Biel aber nicht herbeiführen. Sie verloren auswärts gegen den HCD nach einer Siegesserie von vier Spielen und müssen damit die Tabellenführung zugunsten des ZSC abgeben.

Genf stoppt Abwärtsspirale

Im Leman-Derby war es Wick, der die Genfer nach einem zaghaften Beginn der Partie in der 7. Minute in Führung schoss. Lausanne, das zwar mehr fürs Spiel machte, scheiterte im ersten Drittel immer wieder an Goalie Mayer. Zusammengehalten wurde die Defensive der Gastgeber von Rückkehrer Tömmernes. Der Schwede hatte sich vor rund vier Wochen am Knie verletzt und fehlte seither im Line-up der Adler.

Die Chance zum Ausgleich liess Lausanne verstreichen: Während 105 Sekunden doppelter Überzahl gelang den Gästen kein Tor. Und als dieses gelang, war es schon zu spät. 22 Sekunden vor Schluss war es Bertschy, der den Anschlusstreffer zum 1:2 realisierte, nachdem Winnik in der 49. Minute für die Gastgeber erhöht hatte. Damit stoppt Genf den Abwärtstrend und feiert nach fünf Niederlagen in Serie wieder einen Sieg.

Langnau kommt nicht vom Fleck

Ambri gewinnt in Langnau 4:3 nach Penaltyschiessen. Und, so viel darf getrost festgehalten werden: Die Partie wird nicht in die Geschichtsbücher eingehen. Weil Ambri einerseits stark dezimiert ist, und weil sich die SCL Tigers andererseits nicht in jener Form befinden, die sie noch vor Jahresfrist auszeichnete. Die Emmentaler gingen zwar nach vier Minuten durch Robbie Earl - der im zehnten Spiel sein erstes Tor für den neuen Arbeitgeber erzielte - verdient in Führung. Doch dann liessen sie nach, was Fabio Hofer und Chris Egli innert 96 Sekunden ausnützten, um die Gäste noch im Startdrittel in Front zu schiessen.

Nach einem ereignisarmen Mittelabschnitt erzielte wiederum Earl den Ausgleich - und wiederum hatte Ambri eine Antwort parat: Diesmal traf Matt D’Agostini. Die Langnauer aber liessen nicht locker, Chris DiDomenico traf via Knie von Ambri-Verteidiger Fischer nochmals zum Ausgleich. Damit sicherte der Kanadier seinem Arbeitgeber zumindest einen Zähler. Weil im Penaltyschiessen nur D’Agostini und Hofer reüssierten, ging der Zusatzpunkt in die Leventina.

Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Telegramme:

Fribourg-Gottéron - ZSC Lions 2:4 (0:2, 2:1, 0:1)
6036 Zuschauer. – SR Dipietro/Urban, Altmann/Schlegel.
Tore: 2. Pettersson (Diem, Prassl) 0:1. 5. Noreau (Hollenstein, Prassl/Strafe angezeigt) 0:2. 23. Prassl (Berni, Chris Baltisberger) 0:3. 33. Desharnais (Rossi, Stalberg) 1:3. 35. Desharnais (Furrer/Ausschluss Walser!) 2:3. 44. Suter (Wick, Schäppi) 2:4.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Fribourg, 1mal 2 Minuten gegen ZSC.
PostFinance-Topskorer: Brodin; Roe.
Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Chavaillaz; Schneeberger, Stalder; Kamerzin, Furrer; Abplanalp, Aurélien Marti; Rossi, Desharnais, Stalberg; Brodin, Walser, Mottet; Marchon, Schmutz, Lhotak; Lauper, Schmid, Vauclair.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Christian Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher; Suter, Roe, Wick; Bodenmann, Krüger, Hollenstein; Pettersson, Prassl, Diem; Chris Baltisberger, Schäppi, Pedretti; Simic. Bemerkungen: Fribourg ohne Sprunger und Bykow, ZSC Lions ohne Nilsson (alle verletzt) und Ortio (überzähliger Ausländer). Pfostenschüsse: Roe (55.), Pettersson (58.). Fribourg von 57:20 bis 58:38 ohne Torhüter.

Bern - Lugano 2:5 (1:2, 0:1, 1:2)
15'777 Zuschauer. - SR Hungerbühler/Lemelin, Fuchs/Wolf.
Tore: 6. Pestoni (Grassi) 1:0. 7. Bürgler (Bertaggia, Sannitz) 1:1. 11. Fazzini (Suri, Romanenghi) 1:2. 36. Bertaggia (Bürgler, Lammer/Ausschluss Ruefenacht) 1:3. 52. Pestoni (Untersander/Ausschluss Chiesa) 2:3. 56. Bertaggia 2:4. 60. (59:10) Zangger (Suri) 2:5 (ins leere Tor).
Strafen: je 3mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Moser; Klasen.
Bern: Schlegel; Untersander, Colin Gerber; Andersson, Koivisto; Burren, Blum; Henauer; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Praplan, Mursak, Ebbett; Sciaroni, Heim, Scherwey; Grassi, Berger, Pestoni; Kämpf.
Lugano: Zurkirchen; Ohtamaa, Chorney; Chiesa, Jecker; Loeffel, Vauclair; Riva, Wellinger; Zangger, Lajunen, Klasen; Bürgler, Sannitz, Bertaggia; Fazzini, Romanenghi, Suri; Jörg, Haussener, Lammer.
Bemerkungen: Bern ohne Bieber, Beat Gerber, Krueger (alle verletzt) und Jeremi Gerber (krank), Lugano ohne Spooner (überzähliger Ausländer), Morini und Walker (beide verletzt). Heim verletzt ausgeschieden (31.). – Pfostenschuss Arcobello (48.).

Genève-Servette - Lausanne 2:1 (1:0, 0:0, 1:1)
6904 Zuschauer. – SR Müller/Wiegand, Kaderli/Gnemmi.
Tore: 7. Wick (Winnik) 1:0. 49. Winnik (Le Coultre) 2:0. 60. (59:38) Bertschy 2:1 (ohne Torhüter).
Strafen: je 3mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Wingels; Almond.
Genève-Servette: Mayer; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Maurer; Mercier, Le Coultre; Völlmin; Wingels, Winnik, Rod; Wick, Fehr, Bozon; Maillard, Smirnovs, Miranda; Kast, Berthon, Douay; Riat.
Lausanne: Boltshauser; Heldner, Junland; Lindbohm, Frick; Nodari, Genazzi; Oejdemark; Bertschy, Jeffrey, Vermin; Almond, Jooris, Kenins; Moy, Emmerton, Herren; Antonietti, Froidevaux, Leone; Traber.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Tanner, Richard, Fritsche (alle verletzt) und Olsson, Lausanne ohne Wärn (beide überzählige Ausländer) und Grossmann (krank). – Pfostenschuss Jooris (14.). – Timeouts: Genève-Servette (59:38); Lausanne (58.).

Zug - Rapperswil-Jona Lakers 2:3 (1:3, 1:0, 0:0)
6915 Zuschauer. – SR Tscherrig/Fluri, Obwegeser/Ambrosetti.
Tore: 2. Schlagenhauf (Clark) 0:1. 4. Hofmann (Kovar) 1:1. 6. Ness (Casutt) 1:2. 7. Simek (Kristo/Ausschluss Bachofner) 1:3. 30. Morant (Zehnder) 2:3.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Zug, 7mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona.
PostFinance-Topskorer: Hofmann; Egli.
Zug: Genoni; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Morant, Zryd; Thiry; Simion, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, Zehnder; Leuenberger, Bachofner, Zehnder; Langenegger, Albrecht, Volejnicek.
Rapperswil-Jona Lakers: Bader; Vukovic, Schmuckli; Maier, Hächler; Egli, Randegger; Antonietti, Gähler; Wellman, Rowe, Forrer; Clark, Schlagenhauf, Simek; Kristo, Dünner, Mosimann; Hüsler, Ness, Casutt.
Bemerkungen: Zug ohne Klingberg, Schnyder, Senteler, Zgraggen, Thorell, Rapperswil-Jona Lakers ohne Cervenka, Profico, Schweri (alle verletzt), Dufner (krank) und Rehak (gesperrt). Pfosten-/Lattenschüsse: Diaz (6.), Bachofner (38.), Martschini (39.), Diaz (60.); Simek (49.). Zug ab 58:15 ohne Torhüter.

SCL Tigers - Ambri-Piotta 3:4 (1:2, 0:0, 2:1, 0:0) n.P.
5886 Zuschauer. – SR Gäumann/Hebeisen, Pitton/Progin.
Tore: 5. Earl (Schmutz, Leeger) 1:0. 15. Hofer 1:1. 16. Egli (Flynn/Strafe angezeigt) 1:2. 43. Earl (Dostoinow, Huguenin/Ausschluss Bianchi) 2:2. 50. D'Agostini (Fora, Flynn/Ausschluss Kuonen) 2:3. 59. DiDomenico (Huguenin, Maxwell/Ausschluss Trisconi) 3:3.
Penaltyschiessen: Earl -, Sabolic -; Pesonen -, D'Agostini 0:1; DiDomenico -, Müller -; Dostoinow -, Hofer 0:2.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 5mal 2 plus 10 Minuten (Fischer) gegen Ambri-Piotta.
PostFinance-Topskorer: Pesonen; Fora.
SCL Tigers: Ciaccio; Erni, Lardi; Glauser, Leeger; Cadonau, Schilt; Huguenin; Kuonen, Maxwell, Dostoinow; DiDomenico, Berger, Pesonen; Schmutz, Earl, Neukom; Andersons, Diem, Rüegsegger.
Ambri-Piotta: Manzato; Fora, Dotti; Plastino, Fischer; Fohrler, Ngoy; Pinana; Hofer, Müller, Sabolic; D'Agostini, Flynn, Egli; Trisconi, Goi, Bianchi; Neuenschwander, Dal Pian, Kneubühler; Incir.
Bemerkungen: SCL Tigers ohne Blaser, Gagnon und In-Albon, Ambri-Piotta ohne Conz, Kostner, Rohrbach, Zwerger (alle verletzt) und Hrachovina (überzähliger Ausländer).

Rangliste:

1. ZSC Lions 14/27. 2. Biel 14/26. 3. Genève-Servette 14/23. 4. Lugano 14/22. 5. Lausanne 12/21. 6. Zug 12/21. 7. Rapperswil-Jona Lakers 14/18. 8. Bern 13/16. 9. SCL Tigers 14/16. 10. Davos 9/15. 11. Ambri-Piotta 13/15. 12. Fribourg-Gottéron 11/11. (ädu, mke, erh, boq, mob)

Erstellt: 18.10.2019, 20:38 Uhr

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