SC Bern mit dem Rücken zur Wand

Der HC Davos gewinnt mit 2:0 auch das dritte Playoff-Halbfinalspiel gegen Bern. Noah Schneeberger und Perttu Lindgren besiegeln die Niederlage des SCB.

Enttäuschung nach Torflaute: Der SC Bern steht in der Halbfinalserie vor dem Aus.

Enttäuschung nach Torflaute: Der SC Bern steht in der Halbfinalserie vor dem Aus. Bild: Keystone

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Noah Schneeberger (27), ein Berner Verteidiger in Diensten des HC Davos, erzielte nach 47 Minuten das wichtigste Goal der Partie. Der Schlüsseltreffer entsprang nicht einer Kombination oder einer Passstafette. Vielmehr führte der Zufall Regie. Der Davoser Flügel Mauro Jörg stürmte in die Angriffszone, verlor die Kontrolle über den Puck, von hinten kam Verteidiger Schneeberger, der übernahm die verwaiste Scheibe und überwand Marco Bührer mit einem Handgelenkschuss. Für Schneeberger war es das bislang wichtigste Tor seiner Karriere. Der ehemalige Langnauer Junior, den es von Langnau via Biel und Servette nach Davos getrieben hat, erzielte in seiner neunten Saison erstmals ein Playoff-Tor.

Unmittelbar vorher hatte sich auch dem SC Bern nochmals eine Chance geboten. Dem 20-jährigen Verteidiger Claude-Curdin Paschoud unterlief einer der ganz wenigen Davoser Fehler, Alain Berger vemochte indessen nicht zu profitieren, sein Slapshot rauschte am Goal von Leonardo Genoni vorbei. Wenige Sekunden später schlug es auf der Gegenseite ein.

Der HCD war besser

Dieser Lauf der Dinge mag zufällig gewesen sein, er überraschte jedoch nicht. Der HC Davos erwies sich erneut als die bessere Mannschaft. Der grosse SC Bern erwies sich nicht im Stande, die Davoser über längere Zeit unter Druck zu setzen. Es fehlte an Leidenschaft und an Lösungsansätzen. Bern gestaltete zwar die Startphase zumindest optisch überlegen, gute Torchancen blieben jedoch Mangelware. Dem Gast aus Davos boten sich die besseren Möglichkeiten. So richtig gefährlich wurde es vor Leonardo Genoni (26 Paraden) erst, als dem SCB während der letzten 13 Minuten das Wasser bis zur Gurgel stand.

Die erste Ausgleichschance bot sich Tristan Scherwey in der 49. Minute. Dem 23-Jährigen will in dieser Halbfinalserie aber kein Tor gelingen; kein anderer Akteur besass derart viele Möglichkeiten. Der HC Davos leistete sich in den letzten zehn Minuten noch zwei Strafen. Im Powerplay fiel der Ausgleich aber auch nicht mehr. Bud Holloway (55.) und Verteidiger Philippe Furrer (59.) vergaben die letzten Grosschancen. Eine Sekunde vor Schluss gelang Perttu Lindgren für Davos mit einem Weitschuss ins leere Tor noch das 2:0.

Ambri im Penaltykrimi

Ambri-Piotta legt im Abstiegs-Playoff gegen die Rapperswil-Jona Lakers wieder vor. Die Leventiner gewinnen vor heimischem Publikum 4:3 nach Penaltyschiessen und führen in der Best-of-7-Serie 2:1.

Für die Trainer war es ein Spiel zum Haareraufen, leisteten sich doch beide Teams vor allem in den ersten zwei Dritteln unglaubliche Fehler in der Defensive. So wurde den 5372 Zuschauern einiges geboten – viele Tore, viel Kampf und Spannung pur. Da passte es, dass die Partie erst im Penaltyschiessen entschieden wurde. In diesem hatte Ambri die besseren Nerven: Adam Hall und Alexandre Giroux verwerteten die ersten beiden Penaltys ihres Teams, bei den Lakers scheiterten sämtliche vier Schützen. Hall (2) und Giroux (1) waren schon in der regulären Spielzeit erfolgreich gewesen.

Bern - Davos 0:2 (0:0, 0:0, 0:2) – Stand: 0:3
17'131 Zuschauer (ausverkauft). – SR Kurmann/Vinnerborg, Küng/Wüst. – Tor: 47. Schneeberger (Jörg, Simion) 0:1. 60. (59:59) Lindgren (Schneeberger/Ausschlüsse Ritchie; Forster) 0:2 (ins leere Tor). – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Davos. – PostFinance-Topskorer: Martin Plüss; Paulsson.
Bern: Bührer; Krueger, Philippe Furrer; Beat Gerber, Gragnani; Flurin Randegger, Blum; Kreis, Sandro Wiedmer; Holloway, Ritchie, Bertschy; Alain Berger, Ruefenacht, Tristan Scherwey; Simon Moser, Martin Plüss, Jönsuu; Pascal Berger, Gardner, Reichert.
Davos: Genoni; Félicien Du Bois, Kindschi; Forster, Jan von Arx; Samuel Guerra, Jung; Schneeberger, Paschoud; Ambühl, Redenbach, Dino Wieser; Marc Wieser, Lindgren, Paulsson; Sciaroni, Samuel Walser, Gregory Hofmann; Simion, Corvi, Jörg.
Bemerkungen: Bern ohne Kobasew, Loichat, Jobin (alle verletzt) und Cloutier (überzähliger Ausländer), Davos ohne Reto von Arx, Heldner, Koistinen und Axelsson (alle verletzt). – Timeout Bern (59.).

Ambri-Piotta - Rapperswil-Jona Lakers 4:3 (1:1, 2:2, 0:0, 0:0) n.P. – Stand: 2:1
5372 Zuschauer. - SR Mollard/Stricker, Kovacs/Progin. - Tore: 4. Sieber (Danielsson, Walser) 0:1. 15. Hall (Steiner, Lauper) 1:1. 21. Hall (Bouillon, Aucoin/Ausschlüsse Ryser, Danielsson) 2:1. 24. Kuonen (Walsky) 2:2. 39. (38:57) Giroux (Pestoni/Ausschlüsse Hächler, Fransson) 3:2. 40. (39:18) Rizzello (Hürlimann/Ausschluss Fransson!) 3:3. - Penaltyschiessen: Hall 1:0, Rizzello -; Giroux 2:0, Persson -; Aucoin -, Obrist -; Pestoni -, Fransson -. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 6mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Giroux; Danielsson.
Ambri-Piotta: Zurkirchen; Zgraggen, Kobach; Birbaum, Bouillon; Trunz, Sidler; Chavaillaz; Steiner, Hall, Lauper; Pestoni, Aucoin, Giroux; Duca, Schlagenhauf, Dostoinow; Stucki, Fabian Lüthi, Bianchi; Lhotak.
Rapperswil-Jona Lakers: Wolf; Walser, Sataric; Fransson, Blatter; Hächler, Profico; Geyer; Danielsson, Persson, Sieber; Kuonen, Walsky, Nils Berger; Ryser, Hürlimann, Schommer; Rizzello, Flavio Schmutz, Pedretti; Obrist.
Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Forget, Masalskis, O'Byrne (überzählige Ausländer), Gautschi, Grassi und Fuchs. Rapperswil-Jona Lakers ohne Punnenovs, Valentin Lüthi, Weisskopf, Friedli, Frei, Neukom, Sven Berger, Thibaudeau, Murray (alle verletzt), Johansson, Rapuzzi und Penker (überzählige Ausländer). - Pfosten-/ Lattenschüsse: 30. Rizzello. 36. Duca. - Timeouts: Rapperswil-Jona Lakers (56.); Ambri-Piotta (60.).
(si)

Erstellt: 21.03.2015, 23:02 Uhr

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