SCB: Zögern verboten unter Boucher

Guy Boucher feiert heute gegen Ambri seine Premiere an der Bande des SC Bern. «Als Profi muss man Druck gern haben», sagt der neue SCB-Trainer.

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Es weht respektive pfeift ein frischer Wind durch die Postfinance-Arena. Seit Guy Boucher beim SC Bern als Headcoach amtet, ist der durchdringende Ton der Trillerpfeife immer und immer wieder zu hören. Der Kanadier unterbricht Spielzüge oft schon nach wenigen Sekunden, wenn ihm etwas missfällt. «Es geht um die gedankliche Geschwindigkeit», erklärt er.

«Es geht nun alles etwas zackiger», erzählt Flügelstürmer Pascal Berger. Auf Bouchers Pfiffe müsse sofort reagiert werden, «und getrunken wird nur noch, wenn er es sagt». Lars Leuenberger, der seine Chefrolle freiwillig abgegeben hat, sagt über Boucher: «Er hat klare Vorstellungen, und das lässt er alle wissen.» Im Team hat man sich an den schärferen Umgangston bereits gewöhnt. Berger jedenfalls sagt, die Stimmung sei gut. «Zumindest jene, die für Neues offen sind, freuen sich auf die Herausforderung.» Lars Leuenberger hält fest, dass schon Larry Huras die Trillerpfeife benutzt und jenen Spieler, der zuletzt angetrabt sei, auf eine Strafrunde geschickt habe.

Boucher hat mit seinen Assistenten in den letzten drei Tagen viel gesprochen. Er wird heute gegen Ambri-Piotta in jenen Formationen spielen lassen, die sein Vorgänger vorgeschlagen hat. «Ich musste meine Vorschläge einfach gut begründen», erzählt Leuenberger.

Welchen Eindruck hat Guy Boucher in der kurzen Zeit seit seiner Ankunft in Bern von seiner Mannschaft bekommen? Er habe gelernt, dass der erste Eindruck nicht entscheidend sei, sagt der 42-Jährige, fügt dann aber doch an: «Ich habe festgestellt, dass die Spieler offen für Neues und stolze Individuen sind. Sie sind derzeit nicht zufrieden, sie wollen unbedingt Erfolg haben.»

Enthusiasmus vorleben

Der neue SCB-Cheftrainer redet viel und vor allem schnell, ob im Training oder mit Medienvertretern, ob in Französisch oder in Englisch. Das ist keine Überraschung, bezeichnet er sich selber doch als «Geschwindigkeitsfanatiker». Jede Sekunde zähle. Er wolle eine gute Chemie im Team haben. «Den Enthusiasmus muss man vorleben.» Obwohl in Europa auf einem breiteren Feld gespielt wird als in Nordamerika, meint der ehemalige NHL-Coach, er müsse sein System nicht gross anpassen. «Entscheidend ist, was zwischen den Bully-Punkten geschieht – und diese Distanz bleibt sich gleich.»

Der SCB befindet sich derzeit unter dem Strich, der nach 50 Runden die Playoff-Teams von den Teilnehmern an der Abstiegsrunde trennen wird. Insofern hat Boucher wenig Zeit, die SCB-Akteure von seinen Ideen zu überzeugen. Er muss die Equipe sofort in die Erfolgsspur lenken. Nach sechs Partien wird abgerechnet: Entweder wird der Meister die Lachnummer der Liga sein oder in den Playoffs die Chance bekommen, den Titel zu verteidigen. Boucher macht klar, dass ihm die heikle Ausgangslage keine Sorgen bereitet: «Ich betrachte die Situation als Herausforderung; als Profi muss man Druck gern haben.»

Ambri-Piotta, der heutige Widersacher, ist 2014 auch noch nicht auf Touren gekommen. Doch das interessiert den neuen SCB-Cheftrainer nicht. «Wir schauen nicht auf den Gegner – wir konzentrieren uns auf uns. Wichtig ist die mentale Einstellung. Ich will möglichst selten ein Zögern sehen.»

Erstellt: 31.01.2014, 14:33 Uhr

Der neue SCB-Coach im Videointerview.

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