SCB im Hintertreffen, Zug mit intakten Chancen

Der SC Bern ist in der Champions Hockey League so gut wie ausgeschieden. Die anderen drei Schweizer Vertreter schlagen sich wacker.

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Man muss kein Prophet sein, um zu behaupten: Der SC Bern ist in der Champions Hockey League so gut wie ausgeschieden. 0:3 unterlag der Schweizer Meister im Achtelfinal-Hinspiel Lulea. Und dieses Resultat spiegelt das Geschehen auf dem Eis ziemlich gut wider. Die Berner fanden gegen defensiv sehr solide Schweden kein Mittel in der Offensive – und in der Abwehr offenbarten sie ihre in dieser Saison eklatante Anfälligkeit.

Dabei hatten die Berner die Partie animiert begonnen, sie waren präsenter, aggressiver als der Gegner. Nur resultierte daraus nichts Zählbares. Und als Erstrunden-Draft Nils Lundkvist Lulea nach 23 Minuten mit einem an sich harmlosen Handgelenkschuss in Führung brachte, war es um die Berner geschehen. Sie gewährten Lulea nun grosszügig Platz in ihrer Zone, was die Schweden auszunutzen wussten: Kovacs und Brännström sorgten bis zur 28. Minute für das 3:0. SCB-Coach Jalonen wechselte danach Pascal Caminada für den unglücklichen Niklas Schlegel ein. Dieser hielt den Kasten zwar rein – doch machte Lulea mit der 3:0-Führung nicht mehr allzu viel – und der SCB war nicht in der Lage, nochmals in die Partie zurückzufinden. Es war für den Meister die vierte Niederlage de suite. Am Freitag muss er in der Liga zum Derby in Langnau ran – es ist kein Prophet, wer von einer delikaten Aufgabe spricht.

Zuger Chancen trotz Unterzahlschwächen intakt

Im letzten Drittel war es Gregory Hofmann, der seinem Ruf als Skorer gerecht wurde. Der beste Torschütze des EV Zug nützte einen gegnerischen Puckverlust zum Konter und vollstreckte eiskalt zum 3:3. Mit etwas weniger Fehlern im Mitteldrittel wäre gewiss ein besseres Resultat möglich gewesen.

Wie bisher auch regelmässig in der Meisterschaft liess bei den Zentralschweizern das Unterzahlspiel zu wünschen übrig. Gleich drei Gegentore kassierten sie so im Mitteldrittel. Beim 1:2 und 2:2 war das Szenario ähnlich: Nach vermeidbaren Ausschlüssen gegen Yannick Zehnder gelang es dem EVZ trotz mehrerer Möglichkeiten nicht, den Puck aus der eigenen Zone zu befreien, was die Finnen jeweils ausnützten. Und beim 3:2 hatten sie sich noch nicht genügend sortiert, als aus einer 4:3-Überzahl eine solche mit 5 gegen 4 Spielern wurde. Dabei hatte die Partie aus Zuger Sicht optimal begonnen, Dario Simion und der in Tampere geborene Santeri Alatalo erzielten in den ersten sechs Minuten zwei Treffer. Und der Vorsprung hätte auch noch höher ausfallen können.

Bis zu einem der erklärten Saisonziele der Zuger, dem Gewinn der Champions Hockey League, ist der Weg damit immer noch weit. Im Rückspiel in der Bossard-Arena am kommenden Dienstag braucht es jedenfalls gerade im Boxplay eine Steigerung, damit der Traum nicht schon frühzeitig platzt.

Die Joels sichern Lausanne den Sieg

Lausanne erspielte sich mit dem 2:1-Sieg in Pilsen eine gute Ausgangslage. Wie so oft setzte das Team von Ville Peltonen in der Bier-Metropole darauf, nicht allzu viele Emotionen aufkommen zu lassen und bis zum 1:0 durch Jakub Pour kurz vor Ende des Mitteldrittels ging diese Taktik auch auf. Joel Vermin gelang nur drei Minuten später der Ausgleich. Und weil dann auch noch drei Minuten vor Spielende der zweite Joel traf – Verteidiger Genazzi in Überzahl – reichte das schliesslich zum Sieg.

Nicht ganz zum Sieg reichte es dem EHC Biel. Die Seeländer gerieten auswärts gegen die Augsburger Panther bereits nach 28 Sekunden in Rückstand. Jaroslav Hafenrichter traf für die deutschen Gastgeber. Kurz nach Beginn des Mitteldrittels erhöhte Matthew Fraser auf 2:0. Die Bieler mussten sich bis zur 48. Minute gedulden, ehe Stefan Ulmer der Anschlusstreffer gelang. Toni Rajala sorgte mit seinem Tor in der 54. Minute für das 2:2-Schlussresultat.

Bern - Lulea Hockey 0:3 (0:0, 0:3, 0:0)
4019 Zuschauer. - SR Schrubok/Kaukokari (RUS/FIN), Kovacs/Progin.
Tore: 24. Lundkvist (Jalvanti) 0:1. 27. (26:54) Kovacs (Engsund, Emanuelsson) 0:2. 28. (27:48) Brännström (Ilomäki, Sellgren) 0:3.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Lulea Hockey.
Bern: Schlegel (28. Caminada); Untersander, Colin Gerber; Andersson, Burren; Krueger, Blum; Praplan, Arcobello, Moser; Ruefenacht, Ebbett, Scherwey, Sciaroni, Mursak, Kämpf; Berger, Bieber, Spiller; Jeremi Gerber.
Lulea Hockey: Rautio; Sondell, Sellgren; Lundkvist, Jalvanti; Själin, Engsund; Thyni Johansson; Widing, Connolly, Farley; Emanuelsson, Tyrväinen, Kovacs; Gunler, Ilomäki, Brännström; Fabricius, Olausson, Berglund.

Tappara Tampere - Zug 3:3 (0:2, 3:0, 0:1)
5275 Zuschauer. - SR Kopitz/Schrader (GER/AUT), Elonen/Hägerström (FIN).
Tore: 2. Simion (Zryd, Zgraggen) 0:1. 7. Alatalo (Klingberg, Lindberg/Ausschluss Mäntylä) 0:2. 28. Kemiläinen (Kuusela, Kemiläinen/Ausschluss Zehnder) 1:2. 34. Karjalainen (Kuusela, Kemiläinen/Ausschluss Zehnder) 2:2. 40. (39:16) Vauhkonen (Virta, Suhonen/Ausschluss Schlumpf) 3:2. 43. Hofmann 3:3.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Tappara Tampere, 4mal 2 Minuten gegen Zug.
Tappara Tampere: Heljanko (7. Garteig); Suhonen, Vittasmäki; Kemiläinen, Blood; Ytterell, Mäntylä; Utunen; Bertrand, Morley, Kuusela; Ojamäki, Virta, Levtchi; Karjalainen, Malinen, Moilanen; Lehtonen, Rauhala, Vauhkonen; Puistola.
Zug: Genoni; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Simion, Leuenberger, Stoffel; Zehnder, Albrecht, Langenegger.

Pilsen - Lausanne 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)
5360 Zuschauer. - SR Rencz/Nikolic (SVK), Ondracek/Spur (CZE).
Tore: 35. Pour (Kantner) 1:0. 38. Vermin (Lindbohm, Frick) 1:1. 57. Genazzi (Almond/Ausschluss Eberle) 1:2.
Strafen: je mal 2 Minuten.
Pilsen: Frodl; Vrablik, Moravik; Ceresnak, Houdek; Kanak, Budik; Gulas, Kracik, Malat; Pour, Vlach, Kantner; Eberle, Kodytek, Straka; Rob, Nemec, Kolda.
Lausanne: Stephan; Frick, Lindbohm; Junland, Heldner; Genazzi, Nodari; Oejdemark; Kenins, Emmerton, Bertschy; Herren, Jeffrey, Vermin; Almond, Jooris, Moy; Froidevaux, Antonietti, Traber; Leone.

Augsburger Panther - Biel 2:2 (1:0, 1:0, 0:2)
5543 Zuschauer. - SR Odins/Brännare (LAT), Hofer/Gaube (GER).
Tore: 1. (0:28) Hafenrichter 1:0. 21. (20:51) Fraser (Gill) 2:0. 48. Ulmer 2:1. 54. Rajala (Ullström) 2:2.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Augsburger Panther, 3mal 2 Minuten gegen Biel.
Augsburger Panther: Roy; Valentine, Lamb; Tölzer, Haase; NcNeill, Sezemsky; Rogl; Hafenrichter, LeBlanc, Payerl; Holzmann, Gill, Fraser; Trevelyan, Stieler, Callahan; Mayenschein, Ullmann, Sternheimer; Lambacher.
Biel: Paupe; Ulmer, Sataric; Fey, Salmela; Rathgeb, Moser; Prysi; Tschantré, Pouliot, Rajala; Schneider, Ullström, Cunti; Kessler, Fuchs, Künzle; Wüst, Neuenschwander, Karaffa; Schläpfer.


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(mob/mke)

Erstellt: 12.11.2019, 22:11 Uhr

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