Schaulaufen in der Leventina

Kloten führt ein inferiores Ambri vor und gewinnt nach schneller Führung 6:1.

Wieder Tor: Schlagenhauf (rechts) lässt sich von Teamkollegen für sein 2:0 feiern.

Wieder Tor: Schlagenhauf (rechts) lässt sich von Teamkollegen für sein 2:0 feiern. Bild: Samuel Golay/Keystone

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Kloten-Trainer Pekka Tirkkonen hatte sich gefreut auf seinen ersten Match in der Valascia. Auf dieses einmalige Stadion in der Lawinenzone, in dem schon seit Jahren nur noch dank Sonderbewilligungen Profisport betrieben wird. Auf diesen magischen Ort, dem die Tifosi mit ihren Gesängen einen Geist einhauchen, der weltweit unvergleichlich ist.

Auf all das hatte sich Tirkkonen gefreut, all das erlebte er gestern. Was er aber nicht erlebte: einen Hockeymatch. Nur ein Team spielte, jenes des Finnen. Was die Heimmannschaft speziell zu Spielbeginn zeigte, pendelte zwischen Hilflosigkeit und Arbeitsverweigerung.

Dafür konnte Ambri-Coach Hans Kossmann Gründe anführen: eine Reihe prominenter Verletzter; einen abwesenden Captain; ein angeknackstes Selbstvertrauen nach nur einem Vollerfolg in dieser Saison.

Die Klotener brauchte das nicht zu kümmern, sie waren bereit. 68 Sekunden nach dem ersten Bully schoss Hollenstein das 1:0, bei dem Ambri-Goalie Sandro Zurkirchen schlecht aussah. ­Immer noch besser aber als beim Treffer von Shore keine fünf Minuten später. Da fand die Scheibe via Ausrüstung und Torumrandung den Weg hinter die Linie. Weil dazwischen auch Schlagenhauf getroffen hatte, musste der Zentralschweizer den Platz zwischen den ­Pfosten Gauthier Descloux überlassen. Keine sechs Minuten waren da gespielt, es stand 0:3.

«Es tut mir Leid fürs Team»

Auch danach blieb es einseitig. Das Heimteam wirkte völlig verunsichert, die einfachsten Pässe misslangen, ein Spielaufbau war kaum erkennbar. Sheppard und Santala vergaben das 4:0 vor der ersten Pause, Praplan durfte es dann doch noch schiessen, und direkt nach Wiederbeginn traf erneut Schlagenhauf. Diesmal im Powerplay und wieder gegen Zurkirchen, der nach zwanzig Minuten ins Tor zurückgekehrt war.

«Das war mein schwärzestes Spiel, seit ich in Ambri bin», resümierte der 26-Jährige später, «der Goalie war nicht bereit, es tut mir Leid fürs Team.»

Für ihn und seine Kollegen hatte es danach etwas von einer Strafaufgabe, dass sie noch vierzig Minuten Eishockey erdulden mussten. Die Zürcher nutzten die Zeit und das freie Eis zum Einüben ihres Kombinationsspiel sowie zum 6:0. Die Leventiner Fans zur Demonstration, dass der Kampfgeist in Ambri wenigstens abseits des Eisfelds lebt. Sie sangen unermüdlich, sie pfiffen beim Ende ­jedes Drittels, sie hielten ein Transparent hoch mit der Aufforderung «Rettet wenigstens die Würde».

Klotens Tirkkonen hat solche Sorgen nicht, für ihn war es ein äusserst erfreulicher Ausflug in eine neue Hockeywelt. Während sich in der Ambri-Kabine noch lange nach Spielschluss Team und ­Trainer des neuen Tabellenletzten aussprachen, schwärmte der Finne ein paar Meter weiter in Turnschuhen und Daunenjacke von der wunderbaren Stimmung und davon, wie seine Mannschaft von Anfang an bereit gewesen sei.

Jene von Kossmann war es im letzten Spiel vor der Nationalmannschaftspause offensichtlich nicht. Durchaus möglich, dass der Kanadier danach von der Clubführung keine Gelegenheit mehr zur Korrektur erhält. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.10.2016, 22:57 Uhr

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