Schlecht gespielt, gut verlängert

Kloten verliert gegen Fribourg zunehmend den Faden und unterliegt 3:4. Trainer Pekka Tirkkonen unterschrieb bis 2018.

Keine Kurskorrektur: Pekka Tirkkonen bleibt mindestens bis 2018 Klotener Trainer.

Keine Kurskorrektur: Pekka Tirkkonen bleibt mindestens bis 2018 Klotener Trainer. Bild: Patrick B. Kraemer/Keystone

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Viele positive Signale geben sie derzeit in Kloten. Gestern eröffnete der Club die neue Stadionbeiz «Wöschchuchi», die mit allerlei Souvenirs und Fotos an frühere, erfolgreiche Zeiten erinnert. Wie zur Feier des Tages gab der Club auch die Vertragsverlängerung mit Trainer Pekka Tirkkonen bis 2018 bekannt. Doch leider war es ein anderes Ereignis, das am Ende symbolisch für diesen Abend stand: der Auftakt zur Fastnachtszeit. An diesem 11. 11. pendelten Klotens Eishockeyaner zwischen Übermut und Kampfeslust – und beraubten sich so selbst ihrer Erfolgschancen.

Der Tabellenvorletzte aus Freiburg machte es Tirkkonens Team nämlich anfangs einfach, wohl zu einfach. Auf Rathgebs frühes 0:1 im Powerplay (2.) durfte Hollenstein eine schnelle Antwort ­geben, kurz darauf erhöhte Sanguinetti gar auf 2:0. Der 23-jährige Saikkonen, erstmals für Gottéron in der NLA im Tor, machte jeweils keine gute Figur, und auf den Rängen sangen sie. Keine sieben ­Minuten waren gespielt, als alles auf den elften Saisonsieg hindeutete. In der Pause spielte eine Guggenmusik.

Zwanzig Spielminuten später spielte sie wieder, doch ums Feiern war es den Klotener Fans nicht mehr zumute.

«Gerber rettete uns»

Denn die Leichtigkeit im Spiel ihrer Lieblinge hatte sich in Leichtsinn verwandelt, die 2:1-Führung in einen 2:3-Rückstand. Am Ursprung des ersten Tors von Gottéron-Topskorer Sprunger stand Verteidiger Gähler, der sich regelrecht vorführen liess Um Ursprung des zweiten Sprunger-Tors stand Stürmer Praplan, der ein längeres Solo mit einem verunglückten Querpass abschloss.

Sprunger verwandelte, die Klotener nicht. Sinnbildlich dafür war Shore, der bei Spielmitte das Kunststück eines Airhook-Backhandtors erfolglos probierte.

Und während die Klotener es mit dem komplizierten Spiel übertrieben, erhöhte Fribourg den Druck, schnürte die Unterländer phasenweise in der ­eigenen Zone geradezu ein. Ohne den überragenden Gerber, der bei 15 der 17 Freiburger Torschüsse im Mittelabschnitt irgendwie noch einen Körperteil in die Flugbahn der Scheibe brachte, wäre die Nonchalance des Heimteams mit mehr als nur einem Tor Rückstand quittiert worden. «Er rettete uns», stellte Tirkkonen korrekt fest. Ansonsten hatte er nach dem Startdrittel wenig Gutes ­gesehen. «Wir verloren unsere Linie, standen zu weit vom Gegner weg, nahmen zu viele Strafen», resümierte der Finne, «es war kein gutes Spiel.»

Das Gros der Regelwidrikgeiten entfiel aufs Schlussdrittel, in dem die Unterländer acht kleine Strafen nahmen. Nur eine davon nutzten die Gäste – dem Tschechen Birner gelang beim NLA-Debüt der Gamewinner. Doch der Unmut des Publikums, der sich über die Schiedsrichter und ­Fribourgs Sprunger entlud, hätte eigentlich dem eigenen Team gelten müssen. Einem Team, dem im Vergleich zu Champions-League-Teilnehmer ­Gottéron die zweiwöchige NLA-Pause gut anzumerken war. Das im Kampf Mann gegen Mann mehr Zielstrebigkeit zeigte als im Umgang mit dem Puck.

«Das Gute ist, dass wir es schon am Samstag in Langnau besser machen können», bilanzierte Tirkkonen am Ende. Über den neuen Vertrag freute er sich: «Kloten ist ein guter Ort und ich bin sehr glücklich hier.» An diesem Fastnachtsauftakt wohl etwas weniger als auch schon. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.11.2016, 23:14 Uhr

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