Schweizer NHL-Cracks werden abgeschoben

Der kaum mehr abzuwendende Lockout hat dazu geführt, dass viele NHL-Franchisen Spieler mit Zweiweg-Verträgen in die AHL beordert haben, unter ihnen befinden sich auch drei Schweizer.

Opfer des Tarifstreits: Sven Bärtschi muss von den Calgary Flames zu den Abbotsford Heat.

Opfer des Tarifstreits: Sven Bärtschi muss von den Calgary Flames zu den Abbotsford Heat. Bild: Keystone

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Nino Niederreiter (NY Islanders), Sven Bärtschi (Calgary) und Damien Brunner (Detroit) müssen momentan mit der AHL vorlieb nehmen. Der HC Davos hätte Niederreiter gerne verpflichtet und der Nummer-5-Draft von 2010 wäre auch gerne gekommen, doch wurde der 20-jährige Bündner als einer von 19 Spielern zu Bridgeport delegiert. Für die Sound Tigers hat der Nationalstürmer in der vergangenen Saison sechs Partien absolviert und dabei drei Tore und ein Assist erzielt. Auch Bärtschi würde, so lange der Lockout dauert, in der AHL spielen, und zwar für die Abbotsford Heat. Der am 5. Oktober 20 Jahre alt werdende Langenthaler hatte allerdings ohnehin nie die Absicht, in die Schweiz zurückzukehren.

Brunner wurde zu den Grand Rapids Griffins geschickt. Der Topskorer der vergangenen NLA-Qualifikation hat allerdings in seinem Vertrag eine Klausel, die es ihm erlaubt, im Falle einer Verbannung zu Zug zurückzukehren. EVZ-Coach Doug Shedden rechnet jedenfalls stark mit ihm. Er kann sich aber durchaus täuschen, sagte doch Brunner vor seiner Abreise in ein Trainingslager in Minnesota: «Ich bin gewillt, den Umweg zu gehen. Ich freue mich auf das Abenteuer und die Herausforderung, alleine dort zu sein, um zu schauen, ob ich überhaupt bestehen kann, egal wo es sein wird.» Eine sofortige Rückkehr wäre wohl ein falsches Signal.

Mark Streit zu den ZSC Lions oder SC Bern?

Der ebenfalls einen Zweiweg-Vertrag besitzende Roman Josi hingegen gehört nicht zu den 22 Spielern, welche die Nashville Predators zu den Milwaukee Admirals in die AHL versetzt haben. Somit dürfte der 22-jährige Nationalverteidiger schon bald bei seinem Stammverein SC Bern spielen.

Die übrigen in der NHL engagierten Schweizer, Mark Streit (NY Islanders), Jonas Hiller, Luca Sbisa (beide Anaheim), Yannick Weber und Rafael Diaz (beide Montreal), verfügen über Einweg-Verträge und könnten deshalb selber entscheiden, was sie im Falle eines Lockouts machen würden. Für Streit hätten Bern und die ZSC Lions Priorität, Weber würde wohl für den SCB verteidigen und Diaz sicher wieder für Zug spielen. Beim EVZ ist zudem Sbisa ein Thema. Für Hiller wäre eine Rückkehr in die Heimat «das Naheliegendste». (si)

Erstellt: 15.09.2012, 19:20 Uhr

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