Schwierige Playoff-Mission

Die Flyers müssen noch 3 Punkte aufholen. Das ist anspruchsvoller, als es scheint.

Flyers-Stürmer Denis Hollenstein hat auf der Bank eine nachdenkliche Minute. Foto: Keystone

Flyers-Stürmer Denis Hollenstein hat auf der Bank eine nachdenkliche Minute. Foto: Keystone

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Die Stimmung war gelöst am späten Samstagabend in den Katakomben der Valascia. Trainer Hollenstein erklärte, wie zufrieden er mit dem 4:3 bei Ambri war. Center Santala gab Auskunft, wie er den Puck in der 4. Minute von hinter der Torlinie unter die Schoner von Goalie Gerber gewischt und so das 1:1 verhindert hatte – den Schiedsrichtern war die Szene entgangen. Flügel Bühler, der ­beim 1:0 als Torschütze ausgerufen worden war, gab zu: «Ich bin nicht sicher, ob ich die Scheibe noch berührt habe.»

Es waren Szenen eines glücklichen Siegs mit glücklichen Siegern. Wie ­anders war das noch 24 Stunden zuvor ­gewesen, beim ersten Klotener Sieg des Wochenendes, als beim 4:3 nach Verlängerung ein Systemkollaps ­gegen Biel trotzdem noch mit zwei Punkten belohnt worden war und danach eine Mischung von Unglaube, Wut und Enttäuschung geherrscht hatte.

Die spektakuläre Ausnahme

Auch in Ambri führten die Flyers im Schlussdrittel mit zwei Toren, aber ein Déjà-vu-Erlebnis war das für Cyrill Bühler nicht. «Biel war die Ausnahme», so der 30-Jährige, «wir sind ja schon oft mit einem Tor Vorsprung in die Schlussphase gegangen und haben dann keines erhalten.» Weil in Ambri also wieder das eintrat, was Bühler «den Normalfall» nennt, kehrten die Flyers mit drei Punkten heim. Die Ausbeute des Wochen­endes beträgt total fünf – das ist einer mehr als die achtplatzierten Bieler holten. Drei Punkte liegt Kloten – bei ­einem Spiel weniger – nach 16 Partien nun noch hinter dem letzten Playoffplatz.

Das scheint nicht viel, doch die ­Geschichte sagt etwas anderes. In fünf der letzten zehn Saisons schaffte es kein Team, das nach 16 Spielen weniger Punkte als der Achtplatzierte hatte, noch ins Playoff. In den letzten drei Meisterschaften kam das überhaupt nicht mehr vor. Und wer nach 16 Spielen über drei Punkte Rückstand hatte, verpasste in 9 von 10 Saisons das Playoff.

Einzige, spektakuläre Ausnahme ist 2009/10, als Luganos Rückstand 8 Punkte betrug, jener von Fribourg gar 15 – und beide es noch unter die besten acht schafften. Allerdings unter Mithilfe von Biel und den Lakers, die nach dem ersten Saisondrittel regelrecht einbrachen. ­Unter den gegenwärtigen Top 8 ist ein Team, dem Ähnliches widerfahren könnte, schwer auszumachen. Nach den jüngsten Auftritten von Lausanne und Biel erst recht nicht.

«Schauen sicher auf die Tabelle»

Kein Wunder, ist Bühler bewusst, dass die Flyers keine weiteren Punkte verschenken dürfen – der Kampf ums Playoff ist allgegenwärtig. «Wir schauen sicher auf die Tabelle», gibt er zu, «die Tabelle ist auch die Realität, die darf man nicht einfach leugnen, die ist wichtig. Wir wissen, wo wir stehen, wir brauchen diese Punkte.»

Der Flügel des dritten Klotener Sturms, der Unterzahlspezialist und Urklotener, war nie einer, der um klare Worte verlegen ist. Ihm fehlen die offensiven Möglichkeiten, sein Selbstbewusstsein über Skorerpunkte zu definieren, bei ihm ging das schon immer über den Erfolg des ganzen Teams. Letzte Saison schoss er in der Qualifikation kein einziges Tor, dieses Jahr wurden ihm zwei von den Schiedsrichtern aberkannt und der vermeintliche Premierentreffer ­gegen Ambri schliesslich am Sonntag Stancescu zugeschrieben.

Stören wird das Bühler kaum. «Nach unserem katastrophalen Start sind wir langsam ein bisschen besser», resümiert er, «aber natürlich noch nicht dort, wo wir sein wollen.» Statistisch brachte das Fünf-Punkte-Wochenende die Flyers auf jeden Fall ein Stück näher ans Playoff.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.10.2014, 21:49 Uhr

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