Sorgen um eine verstrahlte WM

Tscheljabinsk ist Ende April Co-Gastgeber der U-18-Eishockey-WM. Die radioaktive Strahlung in der russischen Stadt sorgt bei nordamerikanischen Funktionären für Unruhe.

Ein Warnschild in der Nähe der Atomanlage Mayak bei Tscheljabinsk.(Keystone/Greenpeace/Poggeo)

Ein Warnschild in der Nähe der Atomanlage Mayak bei Tscheljabinsk.(Keystone/Greenpeace/Poggeo)

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Diverse NHL-Teams erwägen einen Verzicht auf eine Entsendung einer Delegation von Funktionären an die U-18-WM. Dies berichtet das nordamerikanische Online-Sportmagazin «The Athletic» (Artikel kostenpflichtig).

Die U-18-WM ist traditionell ein grosses Tummelfeld für Scouts, Sportchefs und General Manager von NHL-Teams. Das Turnier ist normalerweise die beste Gelegenheit, die weltbesten Junioren zu beobachten. Alle Spieler, die spätestens am 15. September 18 Jahre alt werden, dürfen im jeweils im Juni stattfindenden Draft von den NHL-Teams verpflichtet werden.

Hohe Konzentration von Ruthenium-106

Ende September 2017 waren in Teilen Russlands äusserst hohe Konzentrationen von radioaktivem Ruthenium-106 festgestellt worden. Dies bestätigte der russische Wetterdienst damals und damit auch die internationalen Befürchtungen.

Die höchste Konzentration, die Rede war von einer knapp tausendfach höheren Strahlung des normalen Wertes, wurde dabei in der Messstation Argajasch gemessen, einem Dorf in der Region Tscheljabinsk. Russland sowie die sich in der Region befindende Atomanlage Mayak dementierten Vorwürfe, verantwortlich für die hohe Radioaktivität zu sein. Auf der Anlage hatte sich vor 61 Jahren einer der grössten Atomunfälle aller Zeiten ereignet.

Die U-18-WM findet von Mitte bis Ende April in Magnitogorsk und eben Tscheljabinsk statt. Die teilnehmenden Verbände wurden bereits vom Internationalen Eishockeyverband (IIHF) über diese Problematik informiert.

Die Schweiz spielt in Magnitogorsk

Die Schweiz ist nur indirekt betroffen, da sie ihre Gruppenspiele in Magnitogorsk austrägt und nur eventuell für ein Viertelfinalspiel nach Tscheljabinsk reisen müsste. «Gemäss IIHF gebe es aber keine Bedenken, und kein Verband habe mit einem Boykott gedroht», sagt Raeto Raffainer, der Direktor der Nationalmannschaften beim Schweizer Verband Swiss Ice Hockey.

Laut «The Athletic» soll sich aber zumindest der US-Verband USA Hockey um eine Verlegung des Turniers nach Sotschi ausgesprochen haben. Dass dies geschehen wird, ist gemäss des Online-Magazins aber äusserst unwahrscheinlich.

Ebenfalls ist von diversen Scouts die Rede, die die Version des IIHF und Russlands von «einem bedenkenfreien Turnier» stark anzweifeln und Sorgen um die eigene Sicherheit haben, müssten sie nach Tscheljabinsk reisen. «Ich hoffe, dass jeder sich Sorgen um diese Sache macht», wird zudem ein namentlich nicht genannter Assistant General Manager eines NHL-Teams zitiert.

In der Traktor-Arena von Tscheljabinsk tragen nebst Gastgeber Russland auch die Slowakei sowie Frankreich, Tschechien und Finnland ihre Gruppenspiele aus. Die Schweiz wird in der Gruppe A in Magnitogorsks Metallurg-Arena auf Schweden, Kanada, die USA sowie Weissrussland treffen. (kk)

Erstellt: 15.02.2018, 17:12 Uhr

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