Student lässt Deutschland nach Drama jubeln

Die Deutschen haben sich an der WM in Köln das letzte Ticket für die Viertelfinals gesichert. Matchwinner ist ein Spieler, der nicht einmal Profi ist.

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Die Deutschen gewannen im entscheidenden letzten Gruppenpiel gegen Lettland nach einem veritabelen Drama mit 4:3 nach Penaltyschiessen. Damit kommt es zu den Viertelfinals Schweiz gegen Schweden und Russland gegen Tschechien in Paris sowie Kanada gegen Deutschland und USA gegen Finnland in Köln.

Die Partie um den letzten Platz in der K.o.-Phase war an Dramatik kaum zu überbieten. Nachdem sie einen 0:2-Rückstand aufgeholt hatten, gingen die Letten in Köln in der 57. Minute durch einen abgelenkten Weitschuss von Andris Dzerins im Powerplay in Führung. Deutschland aber rettete sich 33 Sekunden vor dem Ende - ebenfalls im Powerplay und mit einem sechsten Feldspieler anstelle des Goalies - durch einen Treffer von Felix Schütz in die Verlängerung. Der für Rögle in Schweden spielende Schütz drückte den Puck nach einem Durcheinander vor dem Tor über die Linie. Im Penaltyschiessen verwertete schliesslich Frederik Tiffels als einziger seinen Versuch. Der 22-Jährige, der bei der Western Michigan University spielt und noch kein Profi ist, bezwang Elvis Merzlikins mit Schuss zwischen den Schonern hindurch.

Nachdem Frankreich gescheitert ist, erreichte mit Deutschland immerhin einer der Gastgeber den Einzug in die Viertelfinals. Das Team von Trainer Marco Sturm hatte bereits vor einem Jahr in Moskau und St. Petersburg den Einzug in die K.o.-Phase geschafft.

USA mit Gruppensieg

Die USA hatten sich im Spiel davor den 1. Rang in der Gruppe A gesichert. Die Amerikaner fügten den Russen mit einem 5:3 die erste Niederlage am Turnier zu. Dreimal gingen die Russen in der mit 18'756 Zuschauern einmal mehr ausverkauften Kölner Arena in Führung. Am Ende setzten sich die Amerikaner aber dennoch durch, weil Doppeltorschütze Kevin Hayes in der 38. Minute zum 3:3 ausglich und Anders Lee nach 53 Minuten im Powerplay traf. Brock Nelson machte den Sieg der USA, die lediglich das Startspiel gegen Deutschland verloren haben, mit einem Schuss ins leere Tor perfekt.

Slowakei so schlecht wie noch nie

Schweden feierte im letzten Spiel vor dem Trip nach Paris und dem Duell mit den Schweizern einen 4:2-Erfolg gegen die Slowakei. Die Basis zum Sieg legten die Skandinavier in den ersten neun Minuten, in denen sie dank William Nylander (5.) und Oliver Ekman-Larsson 2:0 in Führung gingen. Für den 21-jährigen Nylander waren es bereits der fünfte Treffer und der zehnte Skorerpunkt an diesem Turnier. Derweil beenden die Slowaken die WM im enttäuschenden 14. Schlussrang. So schlecht waren sie noch nie klassiert. In der Weltrangliste werden die Slowaken mehrere Plätze verlieren und aus den Top acht fallen.

Auch Kanada punktete stets

In der «Schweizer» Gruppe in Paris setzten sich die Kanadier gegen die Finnen 5:2 durch. Die Olympiasieger sind die einzigen nebst den Schweizern, die in jedem Spiel punkteten. Weissrussland gelang ein versöhnlicher Abschluss. Die Osteuropäer, die mit vier Niederlagen ins Turnier gestartet waren, drehten gegen Norwegen in den letzten sechs Minuten ein 2:3 (44.) in ein 4:3. Den Siegtreffer erzielte der zweifache Torschütze Jewgeni Lisowez in der 57. Minute.

WM-Gruppe A in Köln:
Resultate: Schweden - Slowakei 4:2 (2:0, 1:1, 1:1). Russland - USA 3:5 (1:0, 2:3, 0:2). Deutschland - Lettland 4:3 (0:0, 2:1, 1:2, 0:0) n.P. – Rangliste: 1. USA 7/18 (31:14). 2. Russland 7/17 (35:10). 3. Schweden 7/16 (29:13). 4. Deutschland 7/11 (20:23). 5. Lettland 7/10 (14:18). 6. Dänemark 7/7 (13:22). 7. Slowakei 7/4 (12:28). 8. Italien 7/1 (6:32).
(fal/sda)

Erstellt: 17.05.2017, 06:49 Uhr

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