Verspielte Vorsprünge, bestrafter Topskorer

Kloten unterliegt Lausanne trotz dreimaliger Führung 4:5 nach Verlängerung.

Viel Verkehr vor dem Tor: Die Klotener wehren sich gegen den Lausanner Ansturm.

Viel Verkehr vor dem Tor: Die Klotener wehren sich gegen den Lausanner Ansturm. Bild: Manuel Lopez/Keystone

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Nicht weniger als sieben Schweizer trugen am gestrigen Spieltag den Topskorer-Helm ihres Teams, gleich zwei duellierten sich in Kloten. Aufseiten des Heimteams Denis Hollenstein, mit 19 Punkten auch Topskorer der ganzen Liga. Aufseiten der Gäste Yannick Herren – bis 2014 ebenfalls in der Flughafenstadt tätig, ehe er den Club mangels Perspektiven verliess.

Kurz nach zehn Uhr war die Stimmungslage der beiden dann denkbar unterschiedlich. «Es ist immer schön, hierher zurückzukommen», sagte ein ­lächelnder Herren, nachdem sein Team in der Verlängerung 5:4 gewonnen hatte, «wir haben nie aufgegeben und uns immer wieder zurückgekämpft.»

Ein paar Meter weiter stand Hollenstein. Sichtlich erschöpft und enttäuscht. «Es fühlt sich an wie zwei verlorene Punkte», beschrieb er seine Gefühle, «wenn man fünf Minuten vor Schluss führt, muss man den Sieg nach Hause bringen.»

4:3 stand es in dieser 55. Minute, weil Hollenstein sein Team gerade bei fünf gegen vier in Front geschossen hatte. Es war die dritte EHC-Führung des Abends, doch eben: Auch sie hielt nicht. Nur 40 Sekunden später glich Genazzi per Distanzschuss wieder aus, und keine zwei Minuten später kam jener Moment, der das Blut der Zuschauer in Wallung brachte und für das Team fatal war.

Das Schiedsrichterduo wertete ein Backchecking des Klotener Topskorers als Bandencheck und belegte ihn mit einer Fünfminutenstrafe. Die rund drei Minuten bis zur dritten Sirene überstand das Heimteam noch ohne Gegentreffer. In der Overtime aber, als sich das Kräfteverhältnis zu 4:3 Spieler verschob, besiegelte dann erneut Verteidiger Genazzi die Niederlage.

Lausannes überragendes Powerplay

Es war das 3. Powerplay-Tor der Waadtländer in diesem Spiel, das 20. in dieser Saison. Den starken Start und die beste Torausbeute der Liga (54) verdankt das Team von Trainer Dan Ratushny massgeblich seinen überragenden Leistungen bei Mehrbestand. Mit der sagenhaften Effizienz von 31,3 Prozent steht es in der NLA allein auf weiter Flur.

«Sie spielen höchstens zwei, drei Pässe, suchen den schnellen Schuss und haben immer mehrere Leute vor dem Tor», wusste Hollenstein zwar schon vor dem Match.» Und doch blieb sein Team gegen dieses einfache Rezept ohne taugliches Gegenmittel. Einfacher klingt das Ganze bei Herren: «Es passt derzeit, die Scheibe fällt einfach rein.»

Da hatte Kloten-Trainer Pekka Tirkkonen mehr Grund zur Selbstkritik. Zu einfach hätten sie das Toreschiessen den Lausannern gemacht. «Jetzt sind wir wütend und traurig, am Mittwoch blicken wir dann wieder vorwärts.» Richtung Lugano, das am Freitag der Gegner ist.

Dann wird auch ein alter Bekannter wieder dabei sein. Der Kanadier James Sheppard fuhr gestern nach Mailand, wo er beim Schweizer Konsulat die für die Arbeitsbewilligung nötige Administration erledigt. Heute kehrt er zurück, übermorgen dürfte er an der Seite von Shore und Grassi sein Comeback beim EHC geben. Sieben Monate, nachdem er das letzte Playoff-Spiel für den Club ­bestritt, der damals noch Flyers hiess. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.10.2016, 23:15 Uhr

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