Was Vater Hollenstein Sohn Denis und der Schweiz zutraut

Klotens Trainer Felix Hollenstein ist auf Besuch in Stockholm. Er verfolgt seinen Sohn Denis und die Nati im heutigen WM-Viertelfinal gegen Tschechien.

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Stockholm ist immer eine Reise wert. Und wenn dort die Eishockey-WM ausgetragen wird, dann sowieso. Das hat sich auch Felix Hollenstein gesagt und den Trip in Schwedens Kapitale unternommen. Der Personalchef der Kloten Flyers hat auch einen familiären Grund, die Titelkämpfe anzuschauen: Sein Sohn Denis stürmt für die Schweizer Nationalmannschaft. Und wie: Zusammen mit Center Luca Cunti und Flügel Simon Bodenmann bildet Filius Hollenstein eine brandgefährliche Sturmlinie. «Ich habe soeben mit meinem Sohn einen Kaffee getrunken», sagt Papa Hollenstein zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Denis und mir geht es ausgezeichnet.»

Die Glücksgefühle der Familie Hollenstein sind nicht von ungefähr. Sie haben eng mit den Leistungen der Schweizer Nationalmannschaft in der Globe-Arena zu tun. «Sieben Spiele, sieben Siege – und das an einer WM, das ist einfach unglaublich. Ich bin von diesen Schweizern sehr beeindruckt», erklärt der Headcoach der Flyers, der selbst 131-mal das Nationaltrikot trug. Und er fügt sogleich hinzu: «Was jetzt auch immer an diesem Turnier passiert: Diese Mannschaft hat Eishockey-Geschichte geschrieben.» Dieser Satz ist nicht übertrieben: Wenn ein Schweizer Team namhafte Konkurrenten wie Schweden, Kanada und Tschechien besiegt, die Pflichtaufgaben gegen Slowenien, Dänemark, Norwegen und Weissrussland souverän löst und ungeschlagen Gruppensieger wird, so ist der Ausdruck Exploit durchaus angebracht.

Tschechen werden anders vorbereitet sein

«Kompakt, konzentriert, Selbstvertrauen, Disziplin, aber dennoch Mut zur Kreativität» – das sind Ausdrücke, die Hollenstein senior in Zusammenhang mit dem Team von Trainer Sean Simpson spontan einfallen. Doch jetzt geht es erst recht um die Wurst, der Viertelfinal gegen die Tschechen steht an. «Ich glaube, dass die Schweiz ihren Weg weitergehen wird. Jedenfalls traue ich der Mannschaft nach wie vor viel zu.»

Der Klotener Coach weiss allerdings auch, dass die «Tschechen bestimmt mit einer anderen Einstellung den Viertelfinal bestreiten werden als das Gruppenspiel». Dieses verlor der zwölffache Weltmeister gegen die Schweiz am Ende klar 2:5. Felix Hollenstein sagt im Hinblick auf die Partie am Donnerstagnachmittag vorsichtig: «Ich erwarte ein ausgeglichenes Duell.» Papa Hollenstein wird den Viertelfinal live im Stadion verfolgen. Der Zuhörer spürt: Die Vorfreude beim Bülacher auf den Match ist gross.

Willkommene Verstärkungen

Der Schweizer Gegner hat sich in der Zwischenzeit verstärkt. Tomas Plekanec, der Teamkollege von Rafael Diaz bei den Montreal Canadiens, zeigte beim 7:0-Kantersieg gegen Norwegen, wie wertvoll er für seine Landesauswahl ist. Der Playmaker leistete die Vorarbeit zu den ersten drei Toren in den ersten zwölf Minuten. Verteidiger Marek Zidlicky von den New Jersey Devils gibt dem Team offensive Impulse, und Goalie Ondrej Pavelec von den Winnipeg Jets ist nach einer Knöchelverletzung wieder genesen. Er fehlte bei der Pleite im Gruppenspiel gegen die Schweiz sichtlich.

Insgesamt haben die Tschechen, bei denen die Formkurve nach oben zeigt, nun ein Dutzend NHL-Cracks in ihrem Kader. Dazu mit Verteidiger Zdenek Kutlak einen Verteidiger, der die Schweizer bestens kennt und nach sechs Jahren den HC Ambri-Piotta verlassen wird. Zum Vergleich: Beim Viertelfinal-Gegner stehen mit Roman Josi und Rafael Diaz nur zwei Spieler auf dem Matchblatt, die in der besten Liga der Welt ihr tägliches Brot verdienen.

Keine Angst vor NHL-Profis

Solche Vergleiche kümmern die Schweizer an dieser WM allerdings nicht. Zu furchtlos, zu entschlossen ist die Mannschaft von Simpson bisher aufgetreten. Es ist ein Zeichen der neuen Generation von Nationalspielern, dass sie Respekt vor dem Gegner hat, aber nicht gleich vor Angst in die Hosen macht.

Apropos Statistik: Die Schweiz hat in den letzten Jahren die Tschechen an Olympia 2006 in Turin (3:2) sowie an den Weltmeisterschaften 2010 in Mannheim (3:2) und 2013 in Stockholm (5:2) besiegen können. Einzig in Québec City (WM 2008) setzte es eine 0:5-Pleite ab. Dennoch bleibt die Schweiz im heutigen Vergleich gegen die grosse Eishockey-Nation aus Osteuropa Aussenseiter – allerdings ein ernst zu nehmender.

Erstellt: 16.05.2013, 09:12 Uhr

Viertelfinals live

Tagesanzeiger.ch/Newsnet wird die Viertelfinals Schweiz - Tschechien (ab 14.30 Uhr) sowie Kanada - Schweden (20.15 Uhr) live kommentieren.

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