Wieder einmal sind Entfesslungskünste gefragt

Den Zürchern gelang im Playoff schon dreimal das Comeback vom 1:3 zum Erfolg – zuletzt 2012 und 2013.

Verlieren verboten: Die ZSC Lions müssen nun alle verbleibenden Spiele gewinnen, um Meister zu werden.

Verlieren verboten: Die ZSC Lions müssen nun alle verbleibenden Spiele gewinnen, um Meister zu werden. Bild: Keystone

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Am Schluss blieben die Zürcher im Davoser Eisstadion mit leeren Blicken und hängenden Schultern zurück. Doch Coach Marc Crawford dürfte schon heute im Training daran erinnern, dass diese routinierte Mannschaft aus der jüngeren Vergangenheit Mut schöpfen kann: Die ZSC Lions mögen sich in eine unbequeme Lage manövriert haben, unbekannt ist sie ihnen jedoch nicht. Zuletzt konnten sie sich zweimal befreien, als sie mit ähnlichem Kader in einer Serie 1:3 zurücklagen. Insgesamt ist ihnen dieses Kunststück schon dreimal gelungen.

2013, in der ersten Saison unter ­Crawford, schafften sie es ausgerechnet gegen Davos. Im Viertelfinal reagierten sie im fünften Match mit einem Sturmlauf zum 5:1. Von da an waren sie die ­entschlossenere und auch etwas glück­lichere Mannschaft im Abschluss. Die Bündner hatten derweil mit den Ausfällen von Reto von Arx und Dino Wieser zu kämpfen. Spiel 6 gewannen die Zürcher in Davos 3:2, in Spiel 7 sorgte der heutige HCD-Stürmer Ambühl für das beruhigende 2:0. Eine Runde später schieden die Zürcher dann doch noch aus – 1:4 gegen Gottéron. Der Kraftakt hatte zu viel Energie gekostet.

Mit dem Kaminfeger zum Titel

Im Jahr zuvor hatten sich die ZSC Lions mit ihrer Wende vom 1:3 zum 4:3 gegen Bern gar den Titel gesichert. Vor dem fünften ­Finalspiel hatte ihnen Kamin­feger Ueli Mühlebach einen Besuch im Training abgestattet. Der Kloten-Fan hatte Mitleid mit den Rivalen aus der Stadt und beschenkte sie mit «Glücksräpplern». ­Einige Spieler klebten sich die Münzen an den Helm oder versteckten sie in der Ausrüstung. Es half: Seger traf in der Overtime von Spiel 5, Spiel 6 wurde eine ZSC-Gala und das finale Spiel 7 entschied McCarthy mit seinem denkwürdigen 2:1 zwei Sekunden vor Schluss.

Schon 2001 hatten sich die Zürcher im Final gegen Lugano von einem 1:3 noch zum Titel gekämpft. Die Hereinnahme von Samuelsson brachte viel Schwung. Die Zürcher gewannen 6:3 sowie 5:1, und in Spiel 7 schoss eben der Schwede das goldene Tor in der Verlängerung. Insgesamt elfmal gelang einem Team das schwierige Comeback bereits: Neben dem ZSC auch Finalgegner Davos (3-mal), Lugano (2-mal), Servette, Zug und Bern (je 1-mal). Nun sind erneut die Entfesslungskünste der Zürcher gefragt.

Erstellt: 09.04.2015, 23:57 Uhr

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