ZSC Lions und Bern verlieren ihre Heimspiele

Den ZSC Lions gelingt die Reaktion auf das Cup-Out nicht. Bern muss sich Davos im Penaltyschiessen geschlagen geben, Zug siegt in Lugano.

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Der Vorsprung der ZSC Lions an der Spitze schmilzt. Das 1:2 gegen Servette ist für sie die dritte Niederlage in den letzten vier Meisterschaftsspielen. Und sie war deshalb besonders erstaunlich, weil ab der 34. Minute Junggoalie Charlin das Genfer Tor hütete - und keinen Treffer zuliess. Der 19-Jährige hatte Mayer ersetzen müssen, weil dieser für einen Faustschlag an den Kopf Krügers mit fünf Minuten plus Spieldauer in die Kabine geschickt worden war. Doch die ZSC Lions brachten sowohl während des fast fünfminütigen Powerplays wie auch danach offensiv nichts mehr zustande.

So erwies sich Winniks Ablenker in der 43. Minute im Powerplay zum 2:1 als das Siegestor. Der Kanadier hatte schon das 1:1 (14.) erzielt, schön lanciert von Fehr. Den ZSC Lions war die Verunsicherung nach dem Cup-Aus gegen Ajoie (3:6) anzumerken, es fehlte die Selbstverständlichkeit früherer Tage. In den letzten Spielen haben sie, die offensiv stärkste Mannschaft der Liga, nur noch sechs Tore zustande gebracht. Gegen Servette kassierten sie im 13. Heimspiel ihre zweite Niederlage. Zudem konnte der von Mayer malträtierte Krüger zuletzt nicht mehr mittun.

SCB verliert nach Penaltyschiessen

Mit dem Goalie Tomi Karhunen versucht der SC Bern, den Turnaround zu schaffen. Doch dann musste der Finne gegen den HC Davos schon hinter sich greifen, bevor er einen Puck abgewehrt hatte. Mattias Tedenby konnte nach einem einem groben Schnitzer der Mutzen in der Angriffsauslösung allein auf Karhunen losziehen und liess sich nicht zweimal bitten. Ansonsten spielte der Meister im ersten Abschnitt stark und setzte die Gäste unter Druck. Doch die Scheibe springt derzeit nicht für die Berner; nach 20 Minuten lautete die Torschussstatistik zwar 13:4, das Resultat aber 1:2.

Gegen Spielmitte kam Davos besser ins Spiel, worauf der Hoffnungsträger mehrfach die Gelegenheit bekam, sich auszuzeichnen. Doch nicht die Bündner trafen, sondern Ramon Untersander mit einem sehenswerten Hocheckschuss im Powerplay zum 2:2. Kurz nach der zweiten Pause verhinderte HCD-Keeper Sandro Aeschlimann mit einer Glanzparade gegen Calle Andersson die erstmalige SCB-Führung, und rund eine Minute später erzielt Aaron Palushaj von hinter dem Gehäuse aus das 2:3. Beide Teams nutzten danach eine doppelte Überzahl nicht, doch in der 56. Minute glich Simon Moser bei fünf gegen vier Feldspielern aus. Letztlich fiel die Entscheidung im Penaltyschiessen - zugunsten der Davoser, die vier Penaltys versenkten.

Ambri siegt und macht Plätze gut

Eine der Überraschungen der Runde gab es im Tessin: Nach nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen fand Ambri mit einem 3:1-Heimsieg wieder zum Erfolg zurück - ausgerechnet gegen das formstarke Fribourg-Gottéron, das sich mit nur einer Niederlage aus den vergangenen fünf Partien bis über den Strich emporgearbeitet hatte. In der Valascia bekam das Publikum nebst dem üblichen Durchzug lange Zeit nicht viel geboten. Zwerger traf zwar früh zur Führung für die Leventiner, etwas später überstand Ambri noch eine 2-Minuten-Strafe unbeschadet, das war es aber auch schon vom Startdrittel. Im zweiten Abschnitt konnte Flynn die spielerische Flaute mit dem 2:0 für Ambri unterbrechen, wenig später erhöhte Routinier Ngoy fast schon vorentscheidend auf 3:0 - ausgerechnet gegen seinen Ex-Club.

Gottéron kam in der Folge zu Chancen, verzeichnete mehr Schüsse aufs Tor. Sprunger war einmal nahe dran, dann traf Stalberg - viel mehr schaute aber nicht heraus. Ambri kann durch den Sieg etwas durchatmen und den Schlussrang an die Lakers abgeben, während Gottéron am Strich verbleibt.

Effizientes Zug gewinnt Torfestival gegen Lugano

Nach zwei Niederlagen findet der EV Zug gegen Lugano zum Siegen zurück. Er gewinnt eine animierte Partie auswärts 5:3, weil beide Team defensive Stabilität vermissen lassen und die Tessiner erschreckend schlecht Überzahl spielen. Der Start in die Partie scheint sich für die Innerschweizer schwierig zu gestalten. Schon nach 22 Sekunden müssen sie in Unterzahl agieren. Lugano agiert bemüht, doch ohne Torgefahr. Und so lenkt ein Zuger Doppelschlag von McIntyre und Schlumpf das Spiel früh in die richtigen Bahnen. Nach dem Timeout Kapanens agieren die Bianconeri aufsässiger, kommen durch Bertaggia zum Anschlusstreffer.

Es ist jedoch Zug, dass cleverer Spielt und seine Chancen, auch dank individueller spielerischer Klasse, ausnutzt. Und während Zug sein einziges Powerplay erfolgreich gestaltet, erzielen die Tessiner bei fünf Überzahlspielen nur ein Tor. Zug wahrt mit dem Sieg den Anschluss an die Tabellenspitze, während Lugano nach zwei Siegen wieder als Verlierer vom Eis muss und unter dem Strich bleibt.

SCL Tigers verschlafen den Start und reagieren zu spät

Das erste Drittel war noch nicht einmal ansatzweise vorbei, als die Zeichen für die Langnauer bereits auf Niederlage standen. Nach 13 Minuten musste Claudio Cadonau nach einem Crosscheck auf die Strafbank - auf der bereits Raphael Kuonen sass. Lausanne benötigte dann in doppelter Überzahl lediglich 13 Sekunden, bis Jonas Junland wuchtig zum 3:0 traf. Zuvor hatte Joël Vermin Nolan Diem zur Slalomstange degradiert und dann auch Damiano Ciaccio keine Chance gelassen (3.) sowie Josh Jooris einen Schuss Petteri Lindbohms noch entscheidend abgelenkt (7.). Apropos Ciaccio: Der Langnauer Torhüter hatte bis zu diesem Zeitpunkt kaum einen Schuss pariert, doch traf ihn bei keinem Gegentor eine Schuld. Nur wird das dem Selbstvertrauen des Romands kaum zuträglich sein. Sieben Meisterschaftspartien absolvierte er in dieser Saison, sieben Mal verloren die SCL Tigers dabei.

Immerhin: Im letzten Drittel zeigten die Gäste eine Reaktion - bedingt auch durch den Umstand, dass die Waadtländer den Fuss gehörig vom Gas nahmen. Chris DiDomenico und Pascal Berger verkürzten binnen 119 Sekunden mittels Ablenkern auf 2:4. Schöne Randnotiz dabei: Beim Tor Bergers assistierte Samuel Erni mit seinem Schuss. Der Verteidiger gab nach überstandener Gehirnerschütterung sein Comeback. Und es sollte für ihn persönlich noch besser kommen: 24 Sekunden vor der Schlusssirene traf er gar zum 3:4, es handelte sich um sein erstes Saisontor. Nur half das dem Team nicht mehr - weil die Reaktion der Langnauer schlicht zu spät kam. Noch mehr schmerzen als die Niederlage dürfte die SCL Tigers der neuerliche Ausfall von Yannick Blaser. Der Verteidiger wurde beim Versuch, einen Schuss zu blocken, so unglücklich getroffen, dass er ins Spital abtransportiert werden musste.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

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Telegramme:

ZSC Lions - Genève-Servette 1:2 (1:1, 0:0, 0:1)
8622 Zuschauer. - SR Hebeisen/Müller, Progin/Gnemmi.
Tore: 4. Suter (Prassl, Noreau) 1:0. 14. Winnik (Fehr) 1:1. 43. Winnik (Tömmernes/Ausschluss Geering) 1:2.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 2mal 2 plus 5 Minuten (Mayer) plus Spieldauer (Mayer) gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: Roe; Wingels.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher; Suter, Roe, Roman Wick; Bodenmann, Krüger, Hollenstein; Pettersson, Prassl, Diem; Chris Baltisberger, Schäppi, Pedretti; Brüschweiler.
Genève-Servette: Mayer/Charlin (ab 34.); Jacquemet, Tömmernes; Mercier, Karrer; Völlmin, Le Coultre; Smons; Bozon, Fehr, Winnik; Wingels, Richard, Rod; Maillard, Smirnovs, Miranda; Riat, Kast, Douay.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Ortio (überzähliger Ausländer). Genève-Servette ohne Descloux, Maurer, Fritsche und Jeremy Wick (alle verletzt). - National-League-Debüt von Charlin. - Pfostenschüsse. 42. Fehr, 51. Phil Baltisberger. - Timeout ZSC Lions (59.), von 57:54 bis 58:00, 58:11 bis 58:29 und ab 58:39 ohne Goalie.

Bern - Davos 3:4 (1:2, 1:0, 1:1, 0:0) n.P.
16'178 Zuschauer. - SR Stricker/Urban, Obwegeser/Altmann.
Tore: 5. Tedenby (Corvi) 0:1. 11. Sciaroni (Heim) 1:1. 19. Du Bois (Jung, Baumgartner) 1:2. 38. Untersander (Ebbett, Arcobello/Ausschluss Lindgren) 2:2. 44. Palushaj 2:3. 56. Moser (Ausschluss Tedenby) 3:3.
Penaltyschiessen: Ambühl 0:1, Praplan 1:1; Palushaj 1:2, Untersander -; Corvi -, Arcobello 2:2; Baumgartner 2:3, Mursak -; Tedenby 2:4.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Davos.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Lindgren.
Bern: Karhunen; Andersson, Beat Gerber; Untersander, Henauer; Burren, Blum; Colin Gerber; Sciaroni, Heim, Scherwey; Praplan, Mursak, Ebbett; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Spiller, Berger, Kämpf; Jeremi Berger.
Davos: Aeschlimann; Du Bois, Jung; Nygren, Paschoud; Stoop, Guerra; Kienzle; Herzog, Bader, Ambühl; Hischier, Corvi, Tedenby; Palushaj, Lindgren, Baumgartner; Frehner, Aeschlimann, Dino Wieser.
Bemerkungen: Bern ohne Krueger, Grassi, Bieber und Pestoni (alle verletzt), McDonald (überzähliger Ausländer), Davos ohne Rantakari (überzähliger Ausländer) sowie Marc Wieser (krank). - Pfosten: 15. Blum. - Latte: 44. Nygren, 65. Baumgartner. - 53. Timeout Davos.

Ambri-Piotta - Fribourg-Gottéron 3:1 (1:0, 2:1, 0:0)
4639 Zuschauer. - SR Mollard/Kaukokari, Fuchs/Betschart.
Tore: 7. Zwerger (Dotti) 1:0. 25. Flynn (Usphall) 2:0. 28. Ngoy (Jelovac, Rohrbach) 3:0. 36. Stalberg (Kamerzin) 3:1.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 1mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron.
PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Stalberg.
Ambri-Piotta: Conz; Ngoy, Jelovac; Plastino, Fischer; Fora, Dotti; Fohrler; Rohrbach, Müller, Zwerger; D'Agostini, Flynn, Upshall; Trisconi, Goi, Bianchi; Neuenschwander, Dal Pian, Egli; Mazzolini.
Fribourg-Gottéron: Berra; Kamerzin, Chavaillaz; Gunderson, Stalder; Abplanalp, Marti; Gähler; Rossi, Walser, Lhotak; Brodin, Desharnais, Mottet; Sprunger, Bykow, Stalberg; Marchon, Schmutz, Lauper; Schmid.
Bemerkungen: Ambri ohne Kneubühler, Kostner, Incir, Hofer und Novotny (alle verletzt) und Payr (krank), Sabolic (überzähliger Ausländer), Gottéron ohne Furrer, Tristan Vauclair und Forrer (alle verletzt). - Gottéron ab 58:28 ohne Torhüter. - 59:19 Timeout Gottéron.

Lugano - Zug 3:5 (1:3, 1:1, 1:1)
5752 Zuschauer. - SR Wiegand/Dipietro, Kovacs/Cattaneo.
Tore: 4. (3:37) McIntyre (Zgraggen, Alatalo) 0:1. 5. (4:29) Schlumpf ( Zgraggen) 0:2. 7. Bertaggia (Haussener, Lammer) 1:2. 12. Lindberg 1:3. 24. Postma (Klasen/Ausschluss Zgraggen) 2:3. 37. Diaz 2:4. 45. (44:32) Lindberg (Hofmann/Ausschluss Lammer) 2:5. 45. (45:14) Bertaggia (Fazzini) 3:5.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Lugano, 6mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Hofmann.
Lugano: Zurkirchen; Postma, Chorney; Loeffel, Wellinger; Chiesa, Riva; Jecker; Klasen, Lajunen, Zangger; Fazzini, Sannitz, Bertaggia; Bürgler, Romanenghi, Suri; Jörg, Haussener, Lammer; Walker.
Zug: Hollenstein; Schlumpf, Zgraggen; Diaz, Zryd; Thiry, Alatalo; Morant; Klingberg, Lindberg, Zehnder; Martschini, Kovar, Hofmann; Langenegger, Albrecht, Leuenberger; Simion, McIntyre, Meyer.
Bemerkungen: Lugano ohne Vauclair (gesperrt) und Morini. Zug ohne Bachofner, Stadler, Genoni, Schnyder, Thorell und Senteler (alle verletzt). - Timeouts: Lugano (5.); Zug (28.). - 30. Pfostenschuss Haussener. - Lugano von 55:32 bis 58:36 und ab 59:02 ohne Goalie.

Lausanne - SCL Tigers 4:3 (3:0, 1:0, 0:3)
7899 Zuschauer. - SR Tscherrig/Piechaczek, Kaderli/Wolf.
Tore: 3. Vermin (Frick) 1:0. 7. Jooris (Antonietti, Lindbohm) 2:0. 14. Junland (Genazzi, Bertschy/Ausschluss Kuonen, Cadonau) 3:0. 26. Heldner (Moy) 4:0. 45. DiDomenico (Schilt, Pesonen) 4:1. 47. Berger (Erni) 4:2. 60. (59:35) Erni (DiDomenico, Schilt) 4:3.
Strafen: 5mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Lindbohm) gegen Lausanne, 5mal 2 Minuten gegen SCL Tigers.
PostFinance-Topskorer: Jeffrey; Pesonen.
Lausanne: Boltshauser; Heldner, Junland; Lindbohm, Frick; Grossmann, Genazzi; Nodari; Bertschy, Jeffrey, Herren; Moy, Emmerton, Vermin; Antonietti, Jooris, Kenins; Traber, Froidevaux, Leone; Roberts.
Langnau: Ciaccio; Glauser, Leeger; Schilt, Blaser; Cadonau, Huguenin; Erni, Lardi; Schmutz, Maxwell, Earl; DiDomenico, Berger, Pesonen; Kuonen, Diem, Neukom; Andersons, In-Albon, Rüegsegger.
Bemerkungen: Lausanne ohne Almond (verletzt), SCL Tigers ohne Dostoinov und Gagnon (beide verletzt). - Latte: 12. Herren, 35. Junland. - Pfosten: 28. Earl. 59. Lindbohm. - 59:35 Timeout SCL Tigers, anschliessend ohne Torhüter. (mrm, sg, erh, mob, ädu)

Erstellt: 29.11.2019, 20:32 Uhr

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