ZSC bläst wieder den Marsch

Mit dem 3:1 in Lugano entfernen sich die Zürcher noch mehr vom Strich. Für die Tessiner wird die Lage immer kritischer.

Die Löwen haben gemeinsam zugeschlagen: Sie bezwingen die Luganesi auswärts 3:1.

Die Löwen haben gemeinsam zugeschlagen: Sie bezwingen die Luganesi auswärts 3:1. Bild: Alessandro Crinari/Keystone

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Und plötzlich wird es laut in der Gästegarderobe der Corner-Arena. Der «Sechseläutenmarsch», er rundet den Sieg ab, wie schon am Dienstag in Zürich. Nach Neujahr wurde die letztjährige Siegeshymne wieder hervorgeholt, und es scheint, als ob damit das frühere Selbstverständnis zurückgekehrt ist. Dominic Moores Urteil steht: «Die Melodie gefällt mir.»

Der Neue gibt einen guten Einstand

Er hat den Siegessong erstmals als Aktiver miterlebt. Die Arbeitsbewilligung des NHL-Veteranen war rechtzeitig eingetroffen, und der 38-Jährige bewies keinerlei Anlaufschwierigkeiten. Er gewann 64 Prozent der Bullys, zeigte ein gutes Auge im Spielaufbau und wurde sowohl im Über- als auch im Unterzahlspiel eingesetzt, total spielte er 18 Minuten. Kein schlechter Einstand für einen Mann, der seit April 2018 gerade einmal vier Spiele am Spengler-Cup bestritten hatte. Er selber war zufrieden: «Meine Fähigkeiten habe ich noch, und die Fitness stimmt. Jetzt muss das ­Timing noch besser werden.»

998 NHL-Spiele hat Moore absolviert, nicht viele haben mehr erlebt als der Mann aus der Provinz Ontario. Einen solchen Einstand in der National League hatte er aber auch nicht unbedingt erwartet, obwohl er wusste, dass es Partien zwischen den beiden Erzrivalen ungeachtet der Rangliste nur selten an Emotionen mangelt. Er war beeindruckt: «Es war sehr intensiv. Die Energie im Gebäude war gross, und die Fans haben Lugano stark angetrieben, speziell im ersten Drittel. Aber wir sind damit sehr gut umgegangen.»

Chiesa zeigt sich als Rausschmeisser

Gerade für Lugano ging es um viel, viel mehr als nur um drei Punkte. Insbesondere für Coach Greg Ireland war es nach der Brandrede vom Dienstag so ­etwas wie ein Spiel der letzten Chance. Captain Alessandro Chiesa hatte von nichts weniger als dem «Wochenende der Wende» geredet, und tatsächlich war der unbedingte Wille zur Reaktion unverkennbar. Allerdings zeigte sich dieser primär in solider und teils aufopfernder Defensivarbeit, Schüsse wurden geblockt, es wurde einfach und physisch gespielt. Allen voran Chiesa, den wohl jeder Nachtclub mit Bedarf vom Eis weg als Rausschmeisser verpflichtet hätte.

Offensiv konnte Lugano aktuelle Defizite nicht verbergen, und so blieb das 1:0 durch Romain Loeffel zu magerer Lohn (22.). Zürich insistierte, und die designierten Leistungsträger der ­Luganesi leisteten unfreiwillig Hilfestellung. Maxim Lapierre musste nach einem stupiden Stockschlag auf die Hand von Chris Baltisberger vorzeitig unter die Dusche (34.), und weil auch Elvis Merzlikins sowohl bei den Toren von Dave Sutter (38.) als auch von Baltisberger (44.) patzte, kam es zur Wende. Der Torhüter war in den letzten Wochen nie der Rückhalt der Vorsaison, sechsmal in Serie war er unter 90 Prozent Fangquote geblieben. Simon Bodenmanns «empty netter» hatte nur noch statistischen Wert. Heute spielt Lugano in Rapperswil, ob ein Sieg beim Tabellenletzten Irelands Stuhl retten würde, scheint fraglich.

Positive Nachrichten gibt es aus Zürcher Sicht von Roman Wick. Der hoch begabte Flügel, der in dieser Saison verletzungsbedingt erst zehn Partien bestreiten konnte, machte gestern am Morgen in Oerlikon das Warm-up mit. Sein Einsatz am Sonntag gegen Davos ist noch fraglich, Dominic Moore freut sich derweil auf die Heimpremiere. Und auf ein weiteres Ständchen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.01.2019, 23:47 Uhr

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