ZSC-Demonstration gegen Lugano

Die ZSC Lions feiern beim 5:0 über die Tessiner ihren höchsten Saisonsieg. Und zeigen mitten im Strichkampf, wie gut sie eigentlich sein könnten.

Denis Hollenstein eröffnete den Zürcher Torreigen. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

Denis Hollenstein eröffnete den Zürcher Torreigen. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza)

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Schon einmal prägte der HC Lugano die Geschicke von Arno Del Curto und seinem ZSC. 27 Jahre ist das Playoff-Out des Grande Lugano gegen den scheinbar ewigen Zürcher Liftclub bald her – doch die Frühlingsgefühle von damals verbinden Club, Fans und Trainer noch im Jahr 2019. Daran vermochten zuletzt selbst sieben Niederlagen in elf Spielen nichts zu ändern. Höchstens ein paar ganz leise Zweifel waren vor dem Match am Freitag hier und dort zu hören. Dann stand Lugano auf dem Spielplan. Und am Ende gab es Standing Ovations, als wäre es 1992.

Dabei gewannen die Zürcher keine Playoff-Serie, sondern verhinderten bloss den Fall aus den Playoff-Rängen. Im Gegensatz zu den Tessinern, die neu 9. sind. Grande war an diesem Abend vor allem andern die Erleichterung beim ZSC. Nicht dass sich Del Curtos Team dieses 5:0 nicht verdient hätte. Im Gegensatz zu den Heimspielen zuvor verhinderte es diesmal einen frühen Rückstand und zeigte ein Startdrittel, an dem es ausser der Chancenauswertung wenig zu bemängeln gab. Wie Cervenka aus nächster Nähe bei freier Schussbahn noch den Pass suchte, lag zwar irgendwo zwischen Slapstick und Sinnbild. Doch es bleibt eine Randbemerkung, weil die Mitspieler des Tschechen im zweiten Drittel das Toreschiessen entdeckten.

Lugano hisst weisse Fahne

Den Anfang machte Hollenstein, als er bei einem Gegenstoss in Überzahl – ja, so etwas gibt es – Goalie Merzlikins zwischen den Schonern erwischte (24.). Zuvor hatte der Lette die Zürcher fast zur Verzweiflung gebracht, nun war der Bann gebrochen.

Suter nutzte das nächste Powerplay zum 2:0 (27.), kurz darauf tankte sich Herzog durch die Tessiner Abwehr und traf zum 3:0. Innerhalb von 390 Sekunden hatte der ZSC diesen Match auf seine Seite gezwungen, den er unbedingt gewinnen musste. Dass er danach kurz die Ordnung verlor, vermochten die Luganesi nicht zu nutzen. Sie schienen geschockt, nichts erinnerte an das Team, das drei Tage zuvor 7:0 in Lausanne gewonnen hatte. Als Trainer Greg Ireland fürs Schlussdrittel Merzlikins durch Stefan Müller ersetzte, hätte er ebenso gut die weisse Fahne hissen können. Der ZSC nutzte das zu zwei weiteren Toren.

5:0 leuchtete am Ende auf der Anzeigetafel. Es war der höchste Saisonsieg des ZSC, der zu Hause gegen Lugano seit vier Jahren nicht verloren hat. Wieder einmal hatten die Tessiner Del Curto einen grossen Sieg ermöglicht, wieder einmal waren sie dabei, als die Zürcher bewiesen, dass in ihnen viel mehr Möglichkeiten schlummern, als sie diese Saison zeigen. Erst ein einziges Mal haben sie 2018/19 mehr Tore geschossen als an diesem Freitag – sieben, ebenfalls zu Hause, ebenfalls gegen Lugano.

Aus einem starken Kollektiv ragten zwei Spieler noch heraus. Goalie Schlegel, der auch darum zum Einsatz kam, weil Flüeler sich von seiner Verletzung aus dem Bern-Match noch immer nicht ganz erholt hat. Sowie Flügel Herzog, der mit seiner Physis und seinem wiederentdeckten Zug zum Tor genau jenen Spielertyp verkörpert, den Del Curto so schätzt. Der Trainer war denn auch ein wichtiger Grund, als sich Herzog im Herbst für den Wechsel Ende Saison nach Davos entschied. Im Glauben, der Trainer dort heisse dann immer noch Del Curto.

Del Curtos erste Rückkehr

So ist der Auswärtsmatch am Samstag für Herzog fast so besonders wie für Del Curto, der nach 23 Saisons HCD erstmals als Trainer nach Davos zurückkehrt. Und doch auch wieder nicht. «Natürlich ist es speziell», formuliert Herzog diesen inneren Widerspruch, «aber es ist auch ein Spiel wie jedes andere: Wir wollen unbedingt gewinnen.»

Mit einem hohen Zu-null-Sieg müsste das Selbstvertrauen eigentlich stimmen. Doch das dachten sie in Lugano am Freitagmorgen wahrscheinlich auch. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.02.2019, 23:28 Uhr

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