Zuger Schaulaufen – Adieu für Kloten und ZSC

Heute Abend startet das Titelrennen im Schweizer Eishockey. Tagesanzeiger.ch/Newsnet erklärt, wer sich in den Playoff-Viertelfinals durchsetzen wird – und weshalb.

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EV Zug (1. der Qualifikation) – EHC Biel (8.)

Wohl selten in der Playoff-Geschichte waren die Rollen so klar verteilt wie in der Best-of-7-Serie zwischen dem Qualifikationssieger und den Seeländern, die erstmals seit dem Wiederaufstieg im Meisterrennen mitmachen dürfen. Obwohl Biels Goalie Reto Berra eine tolle Saison hinlegt, ist der Aussenseiter gegen Zugs spektakuläre Offensive um Topskorer Damien Brunner letztlich machtlos. Für die Bieler und ihren Anhang geht ein erstaunlich konstanter Winter zu Ende, wobei der fröhliche und engagierte Tausendsassa Kevin Schläpfer seinen Statuts als Hockey-Gott nicht verlieren wird. Das Überraschungsteam der Saison ist für die Zentralschweizer ein willkommener Aufgalopp für die finale Phase, die für das Team von Doug Shedden im Final enden wird. Der EVZ ist in diesem Frühjahr ein heisser Titelkandidat, weil die Mannschaft viel ausgeglichener besetzt ist, als man meint. Das Resultat: Der EVZ setzt sich mit 4:0 Siegen durch.

HC Davos (2.) – ZSC Lions (7.)

Auf dem Papier spricht alles für den Titelverteidiger, der seit dem 7. Dezember 2010 (0:1) kein Duell mehr gegen die Löwen verloren hat. Und der HC Davos ist eigentlich bei allen Faktoren, die wesentlich für Erfolge im Eishockey sind, besser als der Gegner. Namentlich im Powerplay ist der Unterschied der beiden alten Rivalen krass: Während die Davoser in Überzahl auch nach dem Abgang von Jaroslav Bednar wie gewohnt skoren, zeigt sich das Rudel um Dompteur Bob Hartley in solchen Phasen erschreckend schwach und hilflos. Dennoch stapelt Arno Del Curto vor dem ersten Playoff-Bully wie gewohnt tief: Gerade die negative Bilanz könnte den ZSC aufwecken und doppelt motivieren, meint der «Trainer des Jahres 2011». Wenn einer weiss, was im Playoff abgeht, dann der Engadiner, der fünfmal in den letzten zehn Jahren den Pott ins Landwassertal holte. Fazit: Sollten die wackeren, aber braven Lions, die immerhin auf der Torhüterposition mit Lukas Flüeler und Ari Sulander gut besetzt sind, ein drittes Heimspiel erzwingen, so haben sie sich nach einer durchzogenen Qualifikation wenigstens mit ihrem Anhang versöhnt. Die Prophezeiung von Tagesanzeiger.ch/Newsnet: Der HC Davos gewinnt mit 4:1 Siegen.

HC Fribourg-Gottéron (3.) – HC Lugano (6.)

Es wäre ja gelacht, wenn in diesem Playoff-Duell die Tore nicht wie reife Früchte von den Bäumen fallen würden. Beide Mannschaften haben spektakuläre Offensivgeister in ihren Reihen. Doch eine alte Devise besagt: Mit einer starken Offensive kann man zwar Spiele gewinnen, Meister wird man aber mit einer wirkungsvollen Defensive. In dieser Beziehung hat Coach-Debütant Hans Kossman mit den Eisdrachen Erstaunliches vollbracht. Zwei weitere Gründe sprechen für die Freiburger: das fanatische Publikum zu Hause und Schlussmann Cristobal Huet, der seine alte Form wiedergefunden hat, während Benjamin Conz in der Resega stagniert. Fazit: Gottéron wird heuer beweisen, dass der Klub nicht nur das beste Fondue des Landes in der Buvette der BCV-Arena präsentieren kann, sondern auch eine formidable Equipe. Ob es dann zur Finalteilnahme reicht, hängt davon ab, ob die Copains auf dem Eis weiterhin so zusammenhalten wie bis anhin. Unser Tipp: Fribourg schafft den Halbfinaleinzug mit 4:2 Siegen.

Kloten Flyers (4.) – SC Bern (5.)

Das Duell kündigt sich als die spannendste und am härtesten umkämpfte Viertelfinalserie im Frühling 2012 an. Es ist auch für die Fans, die in der Qualifikation von ihren Lieblingen weiss Gott nicht immer verwöhnt wurden, eine attraktive Paarung. Dass sich der SCB für das letztjährige Aus im Halbfinal revanchieren möchte, liegt auf der Hand. Und dass es den Flyers wieder besser läuft, seit sich die Verletztenliste deutlich verkleinert hat, ist offensichtlich. Viele Experten glauben, dass rein spielerisch gesehen Kloten von Bern nicht bezwungen werden kann. Aber im Playoff spielen Disziplin, Einsatz, Wille, Hingabe, Leidenschaft und Glück eine ebenso wichtige Rolle. Deshalb sind die Mutzen, welche die Turbulenzen nach dem Trainerwechsel von Larry Huras zu Antti Törmänen mittlerweile verkraftet haben, nicht zu unterschätzen. Und irgendwann einmal wollen auch die Routiniers Martin Plüss und Ivo Rüthemann beweisen, dass sie nach wie vor zu den offensiv stärksten Akteuren des Landes gehören. Deshalb unser Tipp: Der SCB kämpft sich mit 4:3 Siegen in den Halbfinal, wo dann die Herrlichkeit aufhört. Für eine Finalteilnahme reicht die Klasse der Berner schlichtweg nicht aus.

Erstellt: 01.03.2012, 09:58 Uhr

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