Als Aussenseiter besser

Kloten gewinnt in Davos 4:3 nach Penaltys – und ist erneut dann am stärksten, wenn es niemand erwartet.

Entscheidung im ersten Versuch: Matchwinner Robin Leone im Penaltyschiessen.

Entscheidung im ersten Versuch: Matchwinner Robin Leone im Penaltyschiessen. Bild: Jürgen Staiger/Keystone

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War das wirklich der EHC des tristen Klotener Winters 2016/17? Jenes Team, das seit Dezember 17 von 19 Meisterschaftsspielen verloren und den letzten Playoffrang fast aus den Augen verloren hatte? Denn das, was an diesem Dienstag in Davos zu sehen war, erinnerte viel eher an jene hochklassigen Duelle, für welche die Affiche HCD gegen Kloten doch jahrelang gestanden hatte. Das 4:3 bot technische Brillanz, schnelle Angriffe, schöne Tore, viel Kampf und ein dramatisches Finale.

Den Weg zum Sieg wies Leone, der die Unterländer im Penaltyschiessen mit dem ersten, sehenswerten Schuss in Führung brachte. Direkt anschliessend doppelte Shore nach. Als hätten die ­Klotener nicht die letzten vier Penaltyschiessen in Folge verloren, darunter jenes direkt vor der Länderspielpause. Als hätten sie nicht fünf Nieder­lagen aneinandergereiht.

Leone sprach dann davon, wie er den Schwung aus der Nationalmannschaft habe mitnehmen können, für die er am Wochenende sein erstes Länderspieltor geschossen hatte. Sprach davon, wie das Team vor der Fahrt nach Davos nicht auf die Tabelle geschaut habe, die einen Rückstand von 10 Punkten auf den letzten Playoffplatz verriet. Wie man jetzt Spiel für Spiel nehme und einfach eine gute Leistung abrufen wolle.

Das ist den Klotenern gegen den HCD eindrucksvoll gelungen. Und doch bleibt die Erkenntnis, dass sie einmal mehr dann am besten waren, als die Erwartungen von innen wie aussen besonders tief waren. Als die Spieler sagen durften, man schaue nicht mehr aufs Playoff. Und gegen einen Gegner, dessen grösste Sorge darin besteht, dass die Verbandsjustiz ein Verfahren gegen Dino Wieser eingeleitet hat, weil der sein Visier wiederholt zu weit oben getragen habe.

Davos qualifiziert sich fürs Playoff

Das also war der spielstarke, fast sorgenlose, vielleicht etwas nonchalante Gegner, dem der EHC ebenbürtig war. Gegen den er in der 43. Minute souverän führte, als Verteidiger von Gunten bei seinem Pfostentreffer das 3:0 nur um Millimeter verpasste. ­Getragen von einer fast fehlerlosen Defensivleistung, einem überragenden Goalie Boltshauser.

Und das war auch der Gegner, den man mit einer Reihe von Strafen – einmal mehr fiel Sheppard unangenehm auf – zur Rückkehr in den Match geradezu einlud. Nachdem der Kanadier seinem Kollegen Sanguinetti auf der Strafbank Gesellschaft leistete, konnten die beiden zusehen, wie fünf Davoser das verbliebene Klotener Trio regelrecht sezierten und zum 1:2 trafen. Der Bann war gebrochen, der HCD setzte zum Sturmlauf an.

Der EHC hielt durchaus dagegen. ­Praplan beantwortete Simions 2:2 umgehend, und nach Kousals neuerlichem Ausgleich entspann sich ein packendes Finale. Der Sieg war ein verdienter Lohn.

Und doch hätte es mehr sein können als diese zwei Punkte, vielleicht sein müssen.

Können, weil alle drei Punkte bei etwas mehr Glück bei von Guntens Schuss möglich gewesen wären. Und müssen, weil die Chance auf Rang 8 rein rechnerisch eben immer noch besteht. Acht statt sieben Punkte liegen die Klotener nun hinter dem Playoff, das der HCD gestern definitiv erreichte. Falsch montierte Visiere gehören also weiterhin zu dessen grössten Problemen.

Erstellt: 14.02.2017, 23:39 Uhr

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