Der Riesentöter versucht es noch einmal

Jann Falett spielte einst in der gleichen Linie wie HCD-Captain Andres Ambühl. Nun will er eine Sensation wiederholen.

«Für mich persönlich ist Davos schon speziell»: Jann Falett, der Heimwehbündner in Dübendorf. Foto: Samuel Schalch

«Für mich persönlich ist Davos schon speziell»: Jann Falett, der Heimwehbündner in Dübendorf. Foto: Samuel Schalch

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«Jein» lautet Jann Faletts Antwort auf die Frage, ob er am Sonntag wirklich extra wegen des heutigen Cupspiels aus Mykonos und den Flitterwochen zurückgekehrt sei. Nein, weil der Stürmer so oder so mit seiner Ehefrau für eine Woche verreist wäre, bevor die Saison in der neu Mysports League betitelten höchsten Amateurklasse im Schweizer Eishockey begann. Ja, weil das Paar diese Woche extra so platzierte, dass der Frischverheiratete heute Abend gegen Davos sicher dabei sein kann.

Schweizer Eishockey-Cup, Dübendorf gegen Davos, da war doch was. Vor fast exakt zwei Jahren sorgte der kleine EHCD gegen den grossen HCD für die bislang grösste Sensation dieses 2014 wiederbelebten Wettbewerbs. Es ist das bislang einzige Cupspiel, in dem ein Erstligist einen NLA-Club bezwang. ­Dieser 30. September 2015 ist darum in ­Dübendorf immer noch in guter Erinnerung. «Wir reden heute noch ab und zu darüber», sagt Falett. «Nicht einmal ­unbedingt des Sieges wegen. Es war dieses gesamte Erlebnis. An diesem Abend passte einfach alles.»

Die Auslosung der ersten Cuprunde 2017/18 zauberte darum ein Lächeln in Faletts Gesicht. Er gab vor zwei Jahren beim 5:4-Sieg in der Overtime den Pass zum entscheidenden Tor und ist mittlerweile Captain des EHC Dübendorf. Er, der beim HC Davos gross wurde und bei den Novizen als Linienpartner von Andres Ambühl, dem aktuellen Captain des Rekordmeisters, den Schweizer-Meister-Titel feiern durfte. «Für den Club habe ich einfach gehofft, dass es ein Team aus der höchsten Liga wird», sagt Falett. «Aber für mich persönlich ist Davos halt schon speziell.»

Das Debüt neben Todd Elik

Die Tage vor dem Duell mit Davos sind für Falett auch eine Reise in die Vergangenheit. Einen Satz wiederholt er immer wieder: «Das war eine coole Zeit.» Wie er als 15-Jähriger aus dem Bündner ­Albulatal gemeinsam mit dem Kollegen und ­späteren Schweizer Juniorennationalspieler Steivan Hasler nach Davos zog. Wie er gemeinsam in einer Mannschaft mit Ambühl, Beat Forster, Raeto Raffeiner oder Jonas Hiller spielte. Wie ihn Arno Del Curto eines Tages in einem Training der Junioren überrumpelte und ihn für einen NLA-Match in Basel aufbot. Wie er dort gleich neben dem ­legendären Kanadier Todd Elik stürmen durfte und ihn dieser vor dem Match beruhigen musste mit den Worten: «Spiel du offensiv, für die Defensive schaue ich.» Und wie er ein Auswärtsspiel beim SCB und den überwältigenden Einmarsch in die Arena vor der Berner «Wand» erlebte.

Die Wege trennten sich, als Falett 20 wurde. Die einen starteten die Profi­karriere­ in der NLA. Ein anderer wie ­Jugendkollege Hasler beschritt ganz ­andere Pfade – er ist heute Filmemacher in Australien. Falett selbst begann eine Tour de Suisse, spielte in der NLB und der 1. Liga in zehn Jahren für elf Clubs – bis er in Dübendorf 2013 sesshaft und zum Hockeyamateur wurde. Sein Geld verdient er heute in der Marketingabteilung eines grossen Kartoffelchipsherstellers. Die Kontakte nach Davos wurden von Jahr zu Jahr rarer, bloss zum Skifahren kehrt Falett immer noch zurück. «Ich bin ein typischer Heimwehbündner, bin vor allem immer wieder in meiner Heimat in Bergün», sagt er. Auch seine Berner Freundin heiratete er dort.

«Nur alle zehn Jahre...»

Heute um 20 Uhr, wenn der Puck in der Eishalle Im Chreis eingeworfen wird, rückt Davos für ein paar Stunden wieder in den Mittelpunkt. Und natürlich stellt sich Falett die Frage, ob der Coup von 2015 wiederholbar ist. «Eigentlich sind solche Sensationen nur alle zehn Jahre möglich. Das lässt sich nicht mit Fussball vergleichen, da Eishockey komplexer ist. Davos wird uns diesmal ernster nehmen. Und vergessen wir nicht: Das letzte Mal lief vieles, wenn nicht alles für uns.» Dübendorf hat einen Umbruch hinter sich, nur acht Akteure waren beim letzten Duell gegen Davos schon dabei. ­Falett ist mit 33 der Routinierteste, der Grossteil des Teams ist 25 oder jünger. Als Captain hat der Bündner vor dem Spiel nur eine Aufgabe: «Die Jungs ein bisschen herunterholen und schauen, dass wir nicht übermotiviert sind.»

Erstellt: 19.09.2017, 23:24 Uhr

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