Andrighetto: «Nico soll unbedingt einfach das Spiel geniessen»

Der Zürcher Sven Andrighetto spielt bei Colorado, dem schlechtesten NHL-Team der letzten Saison. Der Auftakt in die neue Saison gelang aber. Heute trifft er auf Nico Hischier.

Auftakt geglückt: Colorado-Stürmer Sven Andrighetto.

Auftakt geglückt: Colorado-Stürmer Sven Andrighetto. Bild: Christian Beutler/Keystone

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Sven Andrighetto hat es vorerst geschafft. Der 24-jährige Flügelstürmer behauptete bei den Colorado Avalanche zum Saisonauftakt seinen Platz in den ersten beiden Linien und stürmt an der Seite Nathan MacKinnons und Mikko Rantanens, zweier Top-Spieler also.

27 Spiele lange Negativserie zu Ende

Sein Team, das letzte Saison am wenigsten Punkte aller NHL-Teams holte, überraschte am Donnerstag zum Auftakt mit einem 4:2-Auswärtssieg auf Manhattan bei den New York Rangers. Eine unheimliche Negativ-Serie fand damit gleich zu Saisonbeginn ein Ende: In der Vorsaison hatte Colorado in den letzten 27 (!) Auswärtsspielen nie einen Sieg nach der regulären Spielzeit einfahren können.

Gleich nach dem Spiel reiste die Mannschaft von Manhattan über den Hudson River nach Newark, wo sie heute Samstag auf die New Jersey Devils und damit die Schweizer Nico Hischier und Mirco Müller trifft (live auf Teleclub Zoom ab 20 Uhr Schweizer Zeit). Nach dem Abschlusstraining am Freitag in der Arena der Devils traf Tagesanzeiger.ch/Newsnet Andrighetto zum Interview.

Sven Andrighetto, 4:2-Sieg bei den Rangers: Sie haben einen überraschend guten Saisonauftakt hinter sich.
Wir haben die Fans und vor allem die Medien überrascht, uns selber nicht. Logisch sind wir die Underdogs, das wissen wir, uns gefällt diese Rolle, wir fühlen uns wohl darin. Innerhalb der Mannschaft wissen wir aber, was wir wirklich können.

Es ist zwar nur ein Sieg, aber nach der letzten desaströsen Saison war er vielleicht doch mehr wert als nur die zwei Punkte.
Ja, es ist nur ein Spiel. Aber der Start ist gut. Gerade bei den New York Rangers sind Spiele nie einfach. Der Sieg tut gut für die Atmosphäre im Team.

Im Sommer, bei Rückblick auf die letzte Saison, erzählten Sie noch von einer Situation, die Ihr Team verfolgte: Colorado führt mit zwei Toren, kassiert das Anschlusstor – und alles fällt auseinander. Auf dem Weg zum 4:2-Sieg bei den Rangers verspielten Sie am Donnerstag erneut ein 2:0 …
Ja, aber wir haben dieses Mal darauf reagiert, sind nicht eingebrochen, haben uns vom Rückschlag erholt und gewannen am Ende.

Ihrer Linie mit MacKinnon und Rantala gelang ein Powerplaytreffer. Wie beurteilen Sie persönlich Ihren Saisonauftakt?
Es war kein einfaches Spiel für unsere Linie. Wegen vielen Strafen kam nur wenig Spielfluss aus. Ständig war Powerplay oder Boxplay. Wir hatten darum nur wenig Eiszeit bei 5-gegen-5. Es war schwierig, auf diese Weise ins Spiel zu finden und etwas zu kreieren.

Nun folgt das Gastspiel in New Jersey. Es ist das erste Spiel von Nico Hischier. Haben Sie den Rummel um ihn und sein Debüt verfolgt?
Nicht so sehr. Unsere Teams spielen in verschiedenen Divisionen. Aber es ist etwas Cooles, was er gerade erlebt. Ich freue mich sehr für ihn.

Haben Sie schon mit ihm gesprochen?
Nein, ich sah ihn zuletzt im Sommer. Ich hatte aber mit seinem Teamkollegen bei New Jersey, Mirco Müller, Kontakt.

Sie könnten Nico nun das Debüt vermiesen …
Ja. (lacht) Nein, nein. Er soll dieses Spiel unbedingt einfach geniessen. Du erlebst nur einmal in deinem Leben dein erstes NHL-Spiel. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.10.2017, 06:16 Uhr

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