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«Arno hat die Schraube angezogen»

ZSC-Captain Patrick Geering war beim 3:1 in Ambri mit zwei Toren der Matchwinner. Er erklärt, was sich unter Arno Del Curto verändert hat. Und wie er Mathias Seger als Assistenzcoach wahrnimmt.

Die Befreiung, im 25. Spiel endlich getroffen zu haben: Patrick Geerings Jubel in der Valascia. (Foto: Samuel Golay/Keystone)
Die Befreiung, im 25. Spiel endlich getroffen zu haben: Patrick Geerings Jubel in der Valascia. (Foto: Samuel Golay/Keystone)

Wieso haben Sie bis zum 25. Spiel gewartet, um Ihre ersten Tore zu schiessen?

Ich hätte natürlich gerne schon früher getroffen. Aber ich habe allgemein das Gefühl, dass wir Verteidiger uns bisher schwer­ taten mit dem Toreschiessen. Von den Ausländern abgesehen. Und ich hatte keinen idealen Sommer, dann kam noch die Gehirnerschütterung dazu. Aber jetzt fühle ich mich wieder gut. Die Weihnachtspause hat mir gut getan; da konnte ich gut trainieren.

Wie schätzen Sie die Leistung beim 3:1 in Ambri ein?

Es war genau das Spiel, das ich erwartet hatte. Ein Arbeitssieg. Momentan ist es ein Kampf. In Ambri sowieso. Samstagabend, volle Hütte. Da ist es schwierig, Punkte zu entführen.

Nach dem 2:7 in Freiburg hat das Team mit zwei Siegen reagiert. Wie haben Sie diese Blamage aufgearbeitet?

Als Arno zu uns kam, sagte ich, mir sei es lieber, wenn wir einmal sang- und klanglos untergehen. Statt immer zu probieren, mit Ach und Krach zu gewinnen, und es reicht trotzdem nicht. Das Spiel in Freiburg war einfach ein Totalausfall. Es passierten viel zu viele individuelle Fehler. Wir wussten, dass wir am Wochenende liefern müssen. Arno hat die Schraube angezogen. Das hat uns gut getan.

Wie äussert sich das, wenn Del Curto die Schraube anzieht? Wurde härter trainiert? Wurde er laut in der Kabine?

Nein, er wurde nicht speziell laut. Er sagte einfach klipp und klar, was er von uns erwartet. Aber ihr Journalisten müsst ja nicht alles im Detail wissen. (lacht)

Del Curto ist seit knapp zwei Wochen ZSC-Trainer. Was hat sich unter ihm verändert?

Die individuellen Gespräche mit den Spielern haben enorm zugenommen. Arno hat da ein gutes Gespür, auch im Umgang mit den Jungen. Er kann ihnen vermitteln: Wir brauchen dich. Er sagt, wenn du etwas gut machst. Aber er sagt auch, wenn du etwas nicht gut machst. Das Individuelle hat stark zugenommen. Es sind oft nur Details, aber wenn man die nicht anspricht, macht man es immer falsch.

Sorgt er für mehr Emotionen im Team?

Das sicher auch. Er ist sehr aktiv auf der Bank. Das überträgt sich auf die Spieler. Wie er herum­tigert und gestikuliert, das gibt es nicht zweimal.

Inzwischen gibt es mit Mathias Seger noch einen Zweiten, der an der Bande herumtigert. Wie erleben Sie ihn?

Es ist gut, dass wir sein Know-how haben. Er kann auch Einzelgespräche führen, am Video zeigen, wie man es machen soll. Das ist sehr wertvoll, vor allem für junge Spieler. Das kam etwas zu kurz in den letzten Jahren.

Wie war es für Sie, als der Ex-Teamkollege Seger als Coach zurückkehrte?

Ich redete mit Segi im Vorfeld darüber. Er fragte mich, wie ich es sehe. Und ich unterhielt mich mit zwei, drei anderen Spielern. Aber bei seiner Rolle sehe ich kein Problem. Es ist ja nicht so, dass er der Headcoach ist. Es ist ähnlich wie letztes Jahr, er berät und motiviert uns. Mit dem Unterschied, dass er nun an der Bande steht und nicht mehr auf dem Eis.

Wie hat sich das ZSC-Spiel unter Del Curto verändert?

Grundsätzlich kann man sagen, dass wir schneller von der Verteidigung auf Angriff umschalten, unsere läuferische Fähigkeiten mehr ausnützen wollen. Da waren wir teilweise zu statisch. Du darfst auch einmal einen Fehler machen. Aber wenn du die Beine bewegst, bist du auch wieder schneller zurück. Solange wir Vollgas geben, ist Arno zufrieden.

Das heisst, Sie müssen den Puck als Verteidiger schnell nach vorne spielen?

Genau. Wir halten den Puck nicht lange. Es gibt höchstens einen Querpass zum anderen Verteidiger, und dann muss der Puck nach vorne. Wenn wir mit vier ­Linien so spielen, können wir den Gegner zermürben. Wenn wir in der Vergangenheit Erfolg hatten, war es immer unsere Stärke, dass wir über 60 Minuten mit vier Linien Tempo machten.

Wie lange dauert es, bis das Team diese Spielweise verinnerlicht hat?

Das dauert mehrere Wochen. Es geht noch nicht automatisch. Noch liegt viel Arbeit vor uns, aber wir dürfen uns nicht verunsichern lassen, wenn es wieder einmal einen Rückschlag gibt.

Inwiefern haben die fünf Punkte vom Wochenende geholfen, das Vertrauen in diesen Weg zu stärken?

Logisch hilft das. Wir nehmen die Punkte dankend an. Aber es sind alle Teams so nah beisammen, dass das nicht viel heisst. Und wenn man die ganze Woche anschaut, haben wir von neun Punkten nur fünf geholt. Wir dürfen nicht zu weit vorausdenken. Aber wenn wir so weiterarbeiten, schaue ich positiv in die Zukunft.

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