Zug holt das Break – SCB gleicht Serie aus

Die zweite Halbfinal-Runde geht an die Gäste. Zug setzt gegen Davos seine Siegesserie fort, der SCB siegt auswärts in Lugano.

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Der EV Zug ist auch nach sechs Partien der diesjährigen NLA-Playoffs ungeschlagen. Mit dem 5:2 schaffen die Zentralschweizer im zweiten Spiel der Halbfinalserie in Davos das Break.

Wie am Dienstag spielten Strafen in einer umkämpften und turbulenten Partie eine entscheidende Rolle. Nachdem die Zuger im ersten Spiel dreimal im Powerplay erfolgreich waren, liessen sie am Donnerstag auch in Davos zwei Treffer in Überzahl folgen. Während die Bündner im Schlussdrittel vehement auf den Ausgleich drückten, konterten die Zuger gefährlich und verpassten bei zwei Pfostenschüssen (Raphael Diaz in der 45. und Carl Klingberg in der 51. Minute) die Entscheidung nur knapp.

Bitteres Eigentor

Passenderweise gelang das 4:2 dann in Überzahl, als Félicien Du Bois einen vermeintlich harmlosen Schuss von David McIntyre ins eigene Tor ablenkte. In den restlichen gut fünf Minuten konnten die Davoser fast zwei Minuten mit fünf gegen drei agieren, und weitere gut zwei Minuten in einfacher Überzahl. Dennoch gelang den Zugern ins leere Tor noch das 5:2.

Der HCD hatte sich im ersten Drittel nicht mehr derart überrumpeln lassen wie am Dienstag. Auch diesmal gingen die Zuger aber 2:0 in Führung - und wieder stand eine Strafe am Ursprung des Rückstands. 3,4 Sekunden vor dem Ende des Startabschnitts schoss Diaz im Powerplay von der blauen Linie und Klingberg lenkte unhaltbar ab.

Blitzstart ins 2. Drittel

Diese Kombination hatte bereits am Dienstag zu den ersten beiden Zuger Treffern geführt. Im Mitteldrittel dauerte es nur gerade 58 Sekunden, ehe der omnipräsente Diaz einen schlechten Wechsel der Bündner zu einem magistralen Pass auf Lino Martschini nutzte. Der PostFinance-Topskorer bediente Josh Holden, der völlig unbedrängt zum 2:0 einschoss.

Zwei Tore innert acht Sekunden

Auf den Anschlusstreffer durch Félicien Du Bois in Überzahl reagierten die Zuger äusserst kaltblütig. Nur acht Sekunden später stellte Jarkko Immonen, der bereits am Dienstag in der Verlängerung den Siegtreffer erzielt hatte, den Zweitore-Vorsprung wieder her. Enzo Corvi brachte die Einheimischen aber wieder heran. Am Ende entschied aber wie im ersten Spiel das Powerplay, obwohl die Zuger doppelt so viele kleine Strafen (10 gegen 5) kassierten.

Bern korrigiert Fehlstart

In der Serie zwischen Meister SC Bern und Vorjahresfinalist Lugano sind nach zwei Spielen beide Teams wieder gleich weit. Bern siegt dank seiner Auswärtsstärke mit 4:1 und gleicht die Serie aus.

Berns Auswärtsstärke übertraf Luganos Heimvorteil. In den Viertelfinals gegen die ZSC Lions hatte Lugano alle drei Partien in der Resega gewonnen und war nie in Rückstand geraten. Am Donnerstag gerieten sie nach acht Minuten in Unterzahl in Rückstand. Diesem Defizit lief Lugano bis zuletzt erfolglos hinterher. Bern schirmte das Goal von Leonardo Genoni erneut hervorragend ab.

Entscheidung in den Schlussminuten

Die Siegsicherung gelang Bern in der 54. Minute, als Verteidiger Beat Gerber den Gast zum zweiten Mal im Spiel mit zwei Toren in Führung brachte (3:1). Auf das 0:2 durch Simon Bodenmann (31.) hatte Lugano fünf Minuten später mit dem Anschlusstreffer Gregory Hofmanns reagiert. Auf das 1:3 vermochten die Tessiner vor 7226 Zuschauern nicht mehr zu reagieren. 103 Sekunden vor Schluss setzte Martin Plüss mit einem Schuss ins leere Tor den Schlusspunkt.

Lugano erwies sich auch im zweiten Spiel als nicht viel schlechter als Bern. Die Tessiner besassen ihre stärksten Momente im ersten Abschnitt, als sie dominierten, durch Hofmann (13.), Dario Bürgler (Lattenschuss in der 14. Minute) und einen Sololauf von Linus Klasen (17.) dreimal in aussichtsreichster Position aber den Ausgleich verpassten.

Davos - Zug 2:5 (0:1, 2:2, 0:2)
5541 Zuschauer. - SR Eichmann/Stricker, Obwegeser/Wüst.
Tore: 20. (19:57) Klingberg (Diaz, McIntyre/Ausschluss Sciaroni) 0:1. 21. (20:58) Holden (Martschini, Diaz) 0:2. 28. (27:30) Du Bois (Kousal, Ambühl/Ausschluss Martschini) 1:2. 28. (27:38) Immonen (Senteler, Alatalo) 1:3. 31. Corvi (Schneeberger, Dino Wieser/Ausschlüsse Paschoud; Diaz) 2:3. 55. McIntyre (Diaz/Ausschluss Forster) 2:4 (Eigentor Du Bois). 60. (59:17) McIntyre (Ausschluss Immonen!) 2:5 (ins leere Tor).
Strafen: 5mal 2 plus 2mal 10 (Sciaroni, Forster) Minuten gegen Davos, 10mal 2 plus 10 (Morant) Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Ambühl; Martschini.
Davos: Senn; Du Bois, Kindschi; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jung, Rahimi; Ambühl, Kousal, Vaskivuo; Marc Wieser, Lindgren, Jörg; Sciaroni, Corvi, Dino Wieser; Simion, Walser, Kessler.
Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Schlumpf, Erni; Alatalo; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Zangger, McIntyre, Lammer; Schnyder, Diem, Peter; Fohrler.
Bemerkungen: Davos ohne Spylo (verletzt) und Ruutu, Zug ohne Markanen und Järvinen (überzählige Ausländer). Timeout Davos (28.). Pfostenschüsse: Diaz (45.), Klingberg (51.). Davos von 58:29 bis 59:17 ohne Goalie.

Lugano - Bern 1:4 (0:1, 1:1, 0:2)
7226 Zuschauer. - SR Vinnerborg/Wiegand, Borga/Kaderli
Tore: 9. Ruefenacht (Lasch/Ausschluss Gregory Hofmann) 0:1. 31. Bodenmann (Ebbett) 0:2. 36. Gregory Hofmann (Lapierre, Fazzini/Ausschluss Simon Moser) 1:2. 54. Beat Gerber 1:3. 59. (58:17) Martin Plüss (Simon Moser) 1:4 (ins leere Tor).
Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Lugano, 4mal 2 plus 10 Minuten (Ruefenacht) gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Klasen; Arcobello.
Lugano: Merzlikins; Philippe Furrer, Chiesa; Julien Vauclair, Stefan Ulmer; Hirschi, Ronchetti; Sartori; Klasen, Zackrisson, Bürgler; Gregory Hofmann, Martensson, Bertaggia; Sannitz, Lapierre, Fazzini; Walker, Gardner, Reuille; Morini.
Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Ruefenacht, Arcobello, Simon Moser; Luca Hischier, Martin Plüss, Scherwey; Bodenmann, Ebbett, Lasch; Alain Berger, Gagnon, Marco Müller; Gian-Andrea Randegger.
Bemerkungen: Lugano ohne Damien Brunner und Kparghai (beide verletzt) und Wilson, Bern ohne Noreau (beide überzählige Ausländer). Julien Vauclair verletzt ausgeschieden (15.). - Lattenschuss Bürgler (14.). - Timeout Lugano (58.).

(fsc/SDA)

Erstellt: 23.03.2017, 19:17 Uhr

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