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«Bei mir geht es nicht nur ums Geld»

Nach einer langwierigen Gehirnerschütterung ist Nationalspieler Enzo Corvi (26) zurück beim HCD. Er spricht über die Verletzung, Arno Del Curto und seine Vertragsverlängerung.

Der Davoser Stürmer ist wieder zurück: Enzo Corvi gibt nach seiner Verletzungspause am Spengler-Cup gegen die Ice Tigers Nürnberg das Comeback.
Der Davoser Stürmer ist wieder zurück: Enzo Corvi gibt nach seiner Verletzungspause am Spengler-Cup gegen die Ice Tigers Nürnberg das Comeback.
Melanie Duchene, Keystone
«Beim ersten Einsatz war ich etwa zwei Minuten auf dem Eis und danach irgendwie schon platt», verrät er.
«Beim ersten Einsatz war ich etwa zwei Minuten auf dem Eis und danach irgendwie schon platt», verrät er.
Melanie Duchene, Keystone
Und liess sich nach der Rückkehr aus Dänemark mit der Mannschaft am Flughafen Kloten feiern.
Und liess sich nach der Rückkehr aus Dänemark mit der Mannschaft am Flughafen Kloten feiern.
Melanie Duchene, Keystone
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Enzo Corvi, im zweiten Spengler-Cup-Match gegen Nürnberg gaben Sie Ihr Comeback nach sieben Wochen Verletzungspause. Wie haben Sie diesen körperlich überstanden?

Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich sehr schlecht. Beim ersten Einsatz war ich etwa zwei Minuten auf dem Eis und danach irgendwie schon platt. Die Beine waren zwar okay, aber die Pumpe machte nicht richtig mit. Nach dem ersten Drittel ging diese nicht mehr runter, ich brach fast zusammen in der Kabine und ich brauchte ein halbes Sauerstoffzelt (lacht).

Der Kopf machte aber keine Probleme?

Der Kopf ist tip top, betreffend meiner Verletzung gab es keinerlei Probleme. Ich spüre einfach, dass ich noch keinen Rhythmus habe. Es braucht nun ein paar Spiele, bis ich wieder der Alte bin und diese Zeit nehme ich mir jetzt.

Zunächst hiess es, ihre Hirnerschütterung sei nicht so schlimm, dann war es doch gravierender. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Ich dachte zunächst auch, dass es nicht so schlimm ist. Doch als es nicht besser wurde, obwohl ich zwei Wochen nichts machte, ging ich nach Zürich zu den Spezialisten. Es gab dann zwar täglich Fortschritte, aber letztendlich dauerte es trotzdem anderthalb Monate, bis ich wieder bereit war.

Und wie war es für Sie nur ein Aussenstehender zu sein, während es im Verein mit den vielen Niederlagen und dem Abgang von Arno Del Curto drunter und drüber ging?

Das war ein beschissenes Gefühl, wenn es der Mannschaft nicht läuft und man am liebsten runter aufs Eis möchte, um zu helfen, aber nichts tun kannst. Es war eine schwierige Zeit.

Wie haben Sie von Aussen den Abschied von Arno Del Curto erlebt?

(überlegt lange) Ich mag nicht gross über dieses Thema sprechen.

Aber Sie haben ihm enorm viel zu verdanken.

Ja logisch. Ohne Arno wäre ich heute wahrscheinlich nicht dort, wo ich bin. Aber es braucht vielleicht Veränderungen im Sport und sportlich waren wir nun einmal nicht optimal unterwegs. Jetzt haben wir neue Luft bekommen und es geht aufwärts. Jeder sieht, dass wir von Spiel zu Spiel besser werden. Ich bin überzeugt, dass es nun mit dem HCD gut kommt.

«Klar habe ich mir intensive Gedanken gemacht, wie meine Zukunft aussehen soll.»

Enzo Corvi

Vor Weihnachten ist Ihre Vertragsverlängerung um drei Jahre bekannt geworden. Gab es bei Ihnen überhaupt jemals Überlegungen, woanders als in Davos Eishockey zu spielen?

Klar habe ich mir intensive Gedanken gemacht, wie meine Zukunft aussehen soll und ich war auch mit anderen Teams im Kontakt, aber am Ende war es ein Entscheid des Herzens. Ich fühle mich in Davos Zuhause.

Alle denken, dass Sie, weil Sie in Davos bleiben, auf enorm viel Geld verzichten. Sind Sie derart spendabel?

Schlussendlich geht es bei mir nicht nur ums Geld. Ich spiele dort, wo ich mich wohlfühle und wo ich Zuhause bin und das ist hier in Davos.

In diesen Tagen geht das Jahr 2018 zu Ende, in dem sie eine phantastische WM spielten und mit der Nati in Kopenhagen die Silbermedaille gewinnen konnten. Wie oft denken Sie noch an die WM zurück?

Gelegentlich denke ich schon an diese tolle Zeit zurück und wenn ich Bilder davon sehe, dann kommen diese Emotionen wieder hoch. Aber letztlich gehört dieses grandiose Erlebnis der Vergangenheit an und im Eishockey zählt das Jetzt. In diesem befinden wir uns mit dem HCD wieder auf einem guten Weg und auf diesem müssen wir nun bleiben.

Haben Sie das Gefühl, das Playoff ist für den HC Davos trotz dem grossen Rückstand auf den Strich noch machbar?

So weit denke ich im Moment nicht, zuerst müssen wir einmal sicherstellen, dass wir nicht absteigen. Es geht im neuen Jahr darum, so viele Punkte wie möglich zu sammeln und wenn dies am Ende für das Playoff ausreichen sollte, dann sind wir alle froh.

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