Belle für SCB – HCD und Servette sind durch

Wie der ZSC gegen Biel muss der SC Bern gegen Lausanne (1:2) einen siebten Viertelfinal bestreiten. Der HC Davos (4:3 gegen Zug) und Servette (5:2 gegen Lugano) setzen sich durch und stehen als Halbfinalisten fest.

Die Mutzen gebodigt: Zweikampf zwischen Lausannes Federico Lardi (o.) und Berns Beat Gerber.

Die Mutzen gebodigt: Zweikampf zwischen Lausannes Federico Lardi (o.) und Berns Beat Gerber. Bild: Keystone

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Eine Playoff-Halbfinalserie steht noch nicht fest. Das hängt davon ab, was am Samstag in Zürich und in Bern passiert. Der SCB hat wegen einer ausgesprochenen Strafe gegen Martin Plüss einen Protest hinterlegt. Erfahrungsgemäss hat ein solcher Schritt aber wenig Chancen.

Das Lausanner Powerplay

Lausanne erzwingt in der Serie gegen Bern dank einer Wende im letzten Drittel ein siebtes Spiel. Die Waadtländer setzen sich gegen den Cupsieger vor heimischem Publikum mit 2:1 durch.

Mit Ausnahme des fünften Spiels waren alle Duelle zwischen den beiden Mannschaften eine enge Angelegenheit, die jeweils mit nur einem Tor Differenz geendet hatten. Das war im Spiel 6 in der ausverkauften Lausanner Malley-Halle nicht anders; es war erneut ein Geduldsspiel, das sich die beiden Mannschaften lieferten - mit Lausanne als etwas glückhafterem Team, aber nicht unverdienten Sieger. Das Team von Heinz Ehlers hatte insgesamt mehr vom Spiel und drehte im Schlussdrittel durch Tore von Yannick Herren und Harri Pesonen innerhalb von zweieinhalb Minuten die Partie.

Bern spielte 40 Minuten lang diszipliniert und leistete sich keine Strafen. Dann musste Martin Plüss zu Beginn des letzten Drittels wegen eines hohen Stocks gleich für vier Minuten raus. Diese Strafe überstand der SCB noch unbeschadet, die folgenden Ausschlüsse jedoch nützte Lausanne aus. Erst glich Herren bei einem Ausschluss gegen Beat Gerber zum 1:1 aus, dann schoss Pesonen die Waadtländer in Führung, genau als Byron Ritchie wieder von der Strafbank zurückkehrte. Pesonen lenkte einen Schuss des ehemaligen Berners Etienne Froidevaux ab.

Einmal mehr zeigte sich, wie wichtig Power- und Boxplay in wichtigen Partien sind. Im letzten Spiel hatte Bern in Überzahl (mit zwei Toren) überzeugt, dieses Mal nutzten die Romands faktisch zwei Strafen zur entscheidenden Wende aus. Bei ausgeglichenem Spielerbestand wartet Lausanne nun allerdings bereits 120 Minuten lang auf einen Treffer. Trotz "Torflaute" gewann Lausanne aber die Partie, und es steht wie im Vorjahr gegen die ZSC Lions im siebten Spiel seiner Viertelfinalserie.

Nachdem Pascal Berger die Berner kurz vor dem Ende des zweiten Drittels in Führung geschossen hatte, deutete wenig auf ein Lausanner Aufbäumen hin. Die Waadtländer schienen geschlagen, bis Plüss seinem Team mit der Vierminutenstrafe einen Bärendienst erwies und die Niederlage einleitete. Pech bekundete Christoph Bertschy. Der Berner Stürmer, der nach überstandener Verletzungspause am Dienstag sein Comeback gegeben hatte, fiel in Lausanne nach nur 18 Minuten erneut aus.

Der Ausfall von Stephan

Mit dem ersten Heimsieg der Serie löst der HC Davos sein Halbfinalticket gegen Zug. Die Davoser liegen bis zur 25. Minute mit 0:2 in Rückstand, setzen sich am Ende aber mit 4:3 durch.

Es war ein packendes Spiel, in dem der Puck zuerst nur für den EV Zug lief, in der zweiten Spielhälfte aber nur noch gegen Zug. Die Schlüsselszenen ereigneten sich im zweiten Abschnitt. Zu dem Zeitpunkt führte Zug durch Tore von Josh Holden (nach 87 Sekunden) und Pierre-Marc Bouchard (64 Sekunden vor der ersten Pause) mit 2:0. In der 23. Minute "überfuhr" der Davoser Marc Wieser aber Zugs Goalie Tobias Stephan. Wieser musste auf die Strafbank, Stephan versuchte weiterzuspielen, taumelte jedoch auf dem Eis herum und musste in der 25. Minute den Platz vor dem Goal für Ersatzmann Gianluca Hauser räumen. Zu dem Zeitpunkt führte Zug bloss noch 2:1. In Unterzahl hatte Perttu Lindgren verkürzen können.

Die Absenz von Tobias Stephan wirkte sich für die Zuger verheerend aus. Stephan hatte auch in Spiel 6 wieder geglänzt. Er parierte in den ersten 23 Minuten mit mirakulösen Aktionen 24 Schüsse (!), ehe er angeschlagen erstmals bezwungen wurde. Sein Nachfolger, Gianluca Hauser, musste zwei der ersten vier Schüsse auf sein Tor bereits passieren lassen. Eine unglückliche Figur gab auch Zugs Flügel Dario Bürgler ab. Bürgler, der bereits in Zug mit einem Schnitzer eine Niederlage der Innerschweizer eingeleitet hatte, leitete mit einem Fehlpass im Powerplay beim Stand von 2:0 auch diese Wende wieder ein. Pech bekundete Zug vor dem dritten Gegentor. Dominik Schlumpf rutschte wegen einem Splitter auf dem Eis aus. Vier Minuten war an dieser Stelle eine Plexiglasscheibe kaputt gegangen.

Endlich trafen die HCD-Ausländer

Davos siegte jedoch hochverdient. Die Bündner zeigten einen furiosen Sturmlauf (21:6 Torschüsse im ersten Abschnitt). Und für die Halbfinalserie dürfte den Davosern Mut machen, dass auch die Skandinavier endlich in den Playoffs erwacht sind. Lindgren erzielte das 1:2. Dick Axelsson gelang in der 43. Minute das 4:2. Und dazwischen gelangen Marcus Paulsson binnen 119 Sekunden die Goals vom 1:2 zum 3:2. Für Paulsson, den Davoser PostFinance-Topskorer, waren es die Saisontore Nummern 15 und 16, aber auch die ersten Goals seit dem 4. Januar oder seit über 1000 Meisterschaftsminuten. Das 1:2 und das 4:2 gelang Davos mit einem Mann weniger auf dem Eis.

Der EV Zug erwachte erst im Finish nochmals. Auch die Zuger feuerten im Schlussabschnitt noch 19 Schüsse ab; Leonardo Genoni (27 Paraden) liess sich aber bloss noch einmal bezwingen. Bouchard gelang elf Minuten vor Schluss der Anschlusstreffer. Ausgleichschancen boten sich im Finish noch Lino Martschini (58.) und Robbie Earl (59.).

Lugano scheitert erneut an Servette

Lugano muss weiter auf den ersten Halbfinal-Einzug seit dem Meistertitel im Jahr 2006 warten. Die Bianconeri unterliegen Genève-Servette auswärts 2:5 und verlieren die Best-of-7-Serie 2:4.

Wie bereits im vergangenen Jahr scheiterte Lugano im Viertelfinal an Servette. Da war es ein schwacher Trost, dass die Tessiner eine Partie mehr gewannen als 2014. Überhaupt liegen die Genfer den Luganesi nicht, was die Bilanz von 6:13 Siegen in den letzten 19 Duellen unterstreicht.

Die ersten beiden Genfer Tore vor 7057 Zuschauern erzielte PostFinance-Topskorer Matt D'Agostini. In der 10. Minute lenkte der Kanadier einen Schuss von Verteidiger Romain Loeffel ab. 17,6 Sekunden vor der ersten Pause doppelte er nach, wobei Luganos Keeper Daniel Manzato diesen Treffer auf seine Kappe nehmen muss, war doch der Schuss alles andere als unhaltbar. Manzato wurde nach dem ersten Drittel durch Elvis Merzlikins ersetzt. Das 2:0 war auch sonst sehr ärgerlich für die Gäste, kam doch D'Agostini zu einfach zum Abschluss, und dies zu einem solch wichtigen Zeitpunkt. Der Nordamerikaner hatte bereits am Dienstag beim 4:2-Sieg in Lugano zweimal getroffen.

Beinahe hätte Servette nach 20 Minuten gar 3:0 geführt, vergaben doch Daniel Rubin und Taylor Pyatt noch zwei Möglichkeiten. Das Verpasste holte Tom Pyatt in der 38. Minute nach einem Abpraller von Merzlikins nach. 24,9 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels erhöhte Taylor Pyatt im Powerplay gar noch auf 4:0. Zu den ersten drei Treffern liess sich der Neo-Schweizer Cody Almond je einen Assist gutschreiben - in der 59. Minute schoss er zudem ins leere Tor noch das 5:1. Auch sonst stach die Sturmlinie D'Agostini/Tom Pyatt/Almond heraus.

Mit dem 4:0 war die Partie gelaufen, war nur noch die Frage, ob der starke Robert Mayer seinen zweiten Shutout in der NLA feiern würde. Die Antwort gab in der 50. Minute Verteidiger Marco Maurer mit dem 1:4. Dabei hatte Damien Brunner seinen Stock im Spiel; der NHL-Rückkehrer hatte zuvor drei Partien wegen einer Hirnerschütterung pausieren müssen.

Davos - Zug 4:3 (0:2, 3:0, 1:1)
5117 Zuschauer. – SR Fischer/Kurmann, Fluri/Kaderli. – Tore: 2. Holden (Martschini, Sondell) 0:1. 18. Bouchard (Earl) 0:2. 25. Lindgren (Axelsson/Ausschluss Marc Wieser!) 1:2. 35. Paulsson (Redenbach/Ausschluss Erni) 2:2. 37. Paulsson (Sciaroni) 3:2. 43. Axelsson (Schneeberger/Ausschluss Dino Wieser!) 4:2. 49. Bouchard (Herzog) 4:3. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen Zug. – PostFinance-Topskorer: Paulsson; Bouchard.
Davos: Genoni: Félicien Du Bois, Samuel Guerra; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jan von Arx; Marc Wieser, Ambühl, Dino Wieser; Gregory Hofmann, Lindgren, Axelsson; Sciaroni, Samuel Walser, Paulsson; Simion, Corvi, Jörg; Redenbach.
Zug: Stephan (25. Hauser); Tim Ramholt, Grossmann; Dominik Schlumpf, Sondell; Erni, Alatalo; Morant; Bürgler, Earl, Bouchard; Martschini, Holden, Suri; Sandro Zangger, Fabian Sutter, Fabian Schnyder; Lammer, Nolan Diem, Herzog; Björn Christen.
Bemerkungen: Davos ohne Koistinen und Reto von Arx (beide verletzt), Zug ohne Repik (überzähliger Ausländer). – Pfostenschuss Dino Wieser (8.). – Lange Pause wegen kaputtem Plexiglas (33.). – Timeout Zug (59.).

Lausanne - Bern 2:1 (0:0, 0:1, 2:0)
7600 Zuschauer (ausverkauft). - SR Massy/Wiegand, Espinoza/Küng. - Tore: 39. Pascal Berger (Furrer, Blum) 0:1. 46. Herren (Conz, Hytönen/Ausschluss Gerber) 1:1. 48. Pesonen (Froidevaux) 2:1. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lausanne, 5mal 2 Minuten gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Louhivaara; Plüss.
Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Lardi, Jannik Fischer; Stalder, Genazzi; Nodari; Genoway, Hytönen, Pesonen; Louhivaara, Miéville, Déruns; Neuenschwander, Froidevaux, Herren; Antonietti, Conz, Augsburger; Tschannen.
Bern: Bührer; Jobin, Furrer; Gerber, Blum; Krueger, Gragnani; Kreis, Wiedmer; Alain Berger, Rüfenacht, Pascal Berger; Joensuu, Plüss, Scherwey; Holloway, Ritchie, Moser; Bertschy, Gardner, Reichert.
Bemerkungen: Lausanne ohne Simon Fischer, Rytz, Bang (alle verletzt), Seydoux, Ulmann, St. Pierre und Savary (alle überzählig), Bern ohne Randegger (krank), Kobasew, Loichat (beide verletzt), Cloutier und Müller (beide überzählig). Bertschy verletzt ausgeschieden (18.). Bern ab 58:53 ohne Torhüter. Timeout Bern (59:58).

Genève-Servette - Lugano 5:2 (2:0, 2:0, 1:2)
7057 Zuschauer. – SR Stricker/Wehrli; Borga/Tscherrig. – Tore: 10. D'Agostini (Loeffel, Almond) 1:0. 20. (19:42) D'Agostini (Almond, Vukovic) 2:0. 38. Tom Pyatt (Almond, Antonietti) 3:0. 40. (39:35) Taylor Pyatt (Tom Pyatt, Loeffel) 4:0. 50. Maurer (Filppula, Brunner) 4:1. 59. (58:14) Almond (Ausschluss Bezina!) 5:1 (ins leere Tor). 60. (59:21)Steinmann (Kparghai) 5:2. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 4mal 2 Minuten gegen Lugano. – PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Pettersson.
Genève-Servette: Mayer; Loeffel, Bezina; Antonietti, Mercier; Vukovic, Iglesias; Trutmann; Wick, Rubin, Taylor Pyatt; D'Agostini, Tom Pyatt, Almond; Douay, Kast, Rod; Gerber, Jacquemet, Picard; Impose.
Lugano: Manzato/Merzlikins (ab 21.); Chiesa, Kparghai; Kienzle, Vauclair; Andersson, Hirschi; Maurer; Kostner, Sannitz, Reuille; Brunner, McLean, Bertaggia; Pettersson, Filppula, Klasen; Walker, Steinmann, Fazzini; Simek.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Bays, Lombardi, Marti, Romy, Rivera und Ranger. Lugano ohne Ulmer (alle verletzt) und Paakkolanvaara (überzähliger Ausländer). – Pfosten-/Lattenschüsse: 11. Kast, 34. Steinmann. – Timeout Lugano (58.). – Lugano von 55:50 bis 58:14 ohne Goalie.
(fal/si)

Erstellt: 12.03.2015, 22:43 Uhr

Die HCD-Ausländer treffen wieder: Dick Axelsson jubelt über sein 4:2 gegen den EVZ. (Bild: Keystone )

NLA-Playoff-Viertelfinals (best of 7)

6. Runde:

Biel (8.) - ZSC Lions (1.) 3:1 (0:0, 1:0, 2:1); Stand 3:3.

Lausanne (7.) - Bern (2.) 2:1 (0:0, 0:1, 2:0); Stand 3:3.

Genève-Servette (6.) - Lugano (3.) 5:2 (2:0, 2:0, 1:2); Schlussstand 4:2.

Davos (5.) - Zug (4.) 4:3 (0:2, 3:0, 1:1); Schlussstand 4:2.

Nächste Spiele am Samstag.

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